Aufgrund des Gegenprotests war die Veranstaltung mit der EU-Abgeordneten der AfD abgesagt worden. Die Veranstalter der Demo werteten dies als Erfolg.
Rechtsextreme Politikerin eingeladenDemo gegen AfD-Stammtisch mit Irmhild Boßdorf in Windeck

Etwas mehr als 50 Menschen hatten sich am Bahnhof versammelt.
Copyright: Marius Fuhrmann.
Mehr als 50 Menschen haben am Donnerstagabend in Windeck-Schladern gegen eine Veranstaltung der AfD demonstriert. Die EU-Abgeordnete Irmhild Boßdorf sollte in der Kneipe Alt-Schladern auftreten. Die Veranstaltung wurde jedoch abgesagt, die Demonstrierenden verbuchten dies als Erfolg.
Zu der Demo aufgerufen hatte der Ortsverband Eitorf/Windeck der Linkspartei um David Maurer, der im Windecker Gemeinderat sitzt. Auch Angehörige der Grünen und der „Bunten Bohnen“, einer lokalen antifaschistischen Gruppe, nahmen teil. Eine Samba-Gruppe trommelte zwischen den Redebeiträgen, die Teilnehmenden hatten Fahnen zum Ausdruck von Solidarität und selbst gebastelte Schilder mitgebracht.
Linkspartei kritisierte bei der Veranstaltung das Vorhaben, eine Bezahlkarte für Geflüchtete einzuführen
Sie positionierten sich am Schladerner Bahnhofsgebäude, gegenüber der Kneipe Alt-Schladern, wo die AfD-Politikerin auftreten sollte. Doch von der Polizei erfuhren die Aktivistinnen und Aktivisten, dass der Wirt die Veranstaltung aufgrund des zu erwartenden Gegenprotests abgesagt habe.
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„Wir haben die AfD erfolgreich aus ihrer Stammkneipe vertrieben, auch wenn ich gerne wissen würde, wo sie sind“, sagte Maurer. Die AfD sei im Ländchen zwar im Gemeinderat, aber öffentlich noch wenig präsent. „Wir sind hier, damit das so bleibt“, unterstrich er.
In einem Redebeitrag appellierte Maurer an ein solidarisches Windeck und kritisierte das Vorhaben des Gemeinderats, eine Bezahlkarte für Geflüchtete einzuführen. „Die Awo wurde nach dem Ersten Weltkrieg von den Linken, der SPD und den Kommunisten für die Arbeiterschaft gegründet. Sie war die erste Organisation, die Hitler verboten hat, ihr Geld wurde eingezogen, und die Mitglieder wurden ins Gefängnis gesteckt“, sagte Anne Röhrig von der Awo. Sie sehe die politische Position gegen Rechtsextremismus als historische Verantwortung.

David Maurer von der Linkspartei (r.) kritisierte die geplante Bezahlkarte für Geflüchtete, die der Windecker Rat beschließen will.
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Irmhild Boßdorf dürfte das Gefühl, nicht willkommen zu sein, gut kennen: Vergangen Samstag erschwerten rund 200 Demonstrierende in Köln-Mülheim ihren Zugang zu einem Lokal. Die 59-Jährige lebt in Königswinter und ist stellvertretende Sprecherin des Kreisverbands der AfD. Sie ist Abgeordnete des Europaparlaments und hat für rechte Zeitungen geschrieben.
Ihre Tochter Reinhild war in der Jungen Alternative und der vom Verfassungsschutz überwachten, rechtsextremen Identitären Bewegung um den Österreicher Martin Sellner aktiv. Sie gilt als rechte Influencerin und pflegt ein völkisches Weltbild. Die aktuellen Fälle der Vetternwirtschaft in der AfD erstrecken sich auch auf Familie Boßdorf: Reinhild Boßdorf arbeitet für den Europaabgeordneten Alexander Jungbluth.

