Im ehemaligen Burgcafé in Windeck soll der kulinarische Reichtum Italiens auf den Tisch kommen. Salvatore Randazzo eröffnet das Restaurant Sicilia Bedda.
Restaurant Sicilia BeddaEin Hauch von Italien im ehemaligen Burgcafé Windeck

Pina und Salvatore Randazzo wollen ambitionierte italienische Küche in ihrem neuen Restaurant servieren.
Copyright: Sylvia Schmidt
Das bisherige Hotel und Restaurant Burgcafé in Dattenfeld hat einen neuen Eigentümer. Am Samstag, 18. Juli, um 17 Uhr heißt Gastgeber Salvatore Randazzo die ersten Gäste in seinem „Hotel Randazzo und Ristorante Pizzeria Sicilia Bedda“ mit einem Vier-Gänge-Menü willkommen. Das Traditionshaus, erstmals 1732 urkundlich erwähnt und 2007 von Grund auf renoviert, nimmt den regulären Betrieb allerdings erst am Dienstag, 28. Juli, um 17 Uhr auf. Im Ristorante kommt der kulinarische Reichtum Italiens auf den Tisch.
Der heute 43-Jährige Randazzo hatte früh einen Traum: „Ich wollte über meine Heimat Sizilien hinaus über den Tellerrand in andere Länder schauen“, erzählt er. Seine Familie hat im Catania-Tal, wo der Vulkan Ätna dem Boden eine besondere Fruchtbarkeit verleiht, Orangenplantagen. Die vielen Früchte und weiteren Produkte seiner Heimat wollte er nach Deutschland exportieren.
Ohne Deutschkenntnisse nach Windeck gekommen
Seine Familie erklärte ihn für verrückt, als er 2014 mit Ehefrau Pina und drei Kindern nach Deutschland aufbrach, um seinen Traum wahr zu machen. Der gelernte Elektriker kam ohne Deutschkenntnisse nach Windeck, wo der Bruder seines Vaters seit mittlerweile 45 Jahren lebt. Um seine Familie zu ernähren, arbeitete er hauptberuflich sieben Jahre lang in der Fabrik. Nebenberuflich betrieb er einen Marktstand mit den eingeführten Waren seiner Familie und aus anderen Regionen Italiens: Orangen, Pistazien, Cedros, Zitronen, Olivenöl, Weine. Liköre ließ er in bester Bio-Qualität von Produzenten liefern, die er persönlich kannte.
„Vom Geschäft hatte ich anfangs keine Ahnung und habe Fehler gemacht. Mein tiefes Gottvertrauen hat mir über alle Hürden geholfen. Meine Frau und ich haben uns immer etwas getraut.“ So auch, als dem Ehepaar vor zwei Jahren im Leinpark, einem Gewerbe- und Kreativcampus in Windeck-Lindenpütz, ein kleines Lokal angeboten wurde. Trotz dezentraler Lage lief ihre Gastronomie, es war die Qualität der Küche, die überzeugte.

Die Vorbereitungen für die Eröffnung des neues Restaurants Sicilia Bedda im ehemaligen Windecker Burgcafé laufen auf Hochtouren.
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„Wir haben lange Ausschau nach einem geeigneten Lokal gehalten. Wir wollten eigentlich nicht so etwas Großes wie hier in Dattenfeld, aber auch jetzt trauen wir uns wieder“, sagt der Mann, der aus der Stadt Catania kommt und bislang nicht wusste, dass ausgerechnet Windecks einst berühmteste Familie Caminneci im Jahr 1897 ihre Güter in Catania verlassen hatte und Schloss Windeck zum Familientreffpunkt machte. Arnoldine Caminneci, Tochter von Landrat Danzier aus Waldbröl, war Erbin des Schlosses, das Ostern 1945 bei einem amerikanischen Angriff zerstört wurde. Auch Burg Dattenfeld gehörte der Familie damals.
Windecker Wirt verspricht authentische italienische Köstlichkeiten
Den großen Schritt wagt das Ehepaar nun mit einem väterlichen Freund. „Ich helfe dir“, versprach der 63-Jährige, der erfolgreich seine eigenen Hotels und Restaurants betrieben hat und sich eigentlich zur Ruhe setzen wollte. Nun zaubert er als Koch italienische Köstlichkeiten auf den Tisch. Randazzo selbst wird die Pizzen in Variationen nach Rezeptur seiner Mutter backen.
Wenn er übers Essen spricht, tritt seine italienische Kultur deutlich zutage. Seine Frau und er sind pingelig, bei der Qualität der Produkte, der Speisen und der Sauberkeit machen sie keine Kompromisse. Eine warme, familiäre Atmosphäre erwartet die Gäste. „Jeder will heutzutage Geld verdienen. Wir geben unser Herz für das, was auf den Teller kommt. Wir lügen nicht, es muss schmecken, und das probieren wir selbst zuerst.“
Für Übernachtungsgäste ist das Hotel mit insgesamt neun Einzel-, Doppel- und einem Familienzimmer 24 Stunden geöffnet. Mit Anmeldung kann morgens jeder von 7 bis 10 Uhr italienisch-deutsche Köstlichkeiten vom großen Frühstücksbuffet genießen. Von 14 bis 16 Uhr lockt Sizilien mit Kaffee und Torten.
Insgesamt bietet das Haus rund 150 Plätze in mehreren Räumen. Die kleine Speisekarte wird regelmäßig wechseln. Im Weinkeller lagern feine Tropfen aus Italien, die dort auch bei Weinproben genossen werden können. Der große Biergarten mit Kräuterbeet und Spielecke für Kinder, die Terrasse und eine Fläche für Outdoor-Kochevents ergänzen das Angebot draußen um weitere Sitzplätze.
Der eigentliche Hotel- und Restaurantbetrieb beginnt am Dienstag, 28. Juli. Die Öffnungszeit der Restaurantküche ist von 17.30 bis 21.30 Uhr. Montags ist Ruhetag.
