Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) veröffentlichte ein erstes Ergebnis der jährlichen Winterzählung an den Futterstellen in Gärten und Parks.
Stunde der WintervögelImmer weniger Spatzen in Rhein-Sieg

Ein Haussperling sitzt auf einem verschneiten Busch: Bei der „Stunde der Wintervögel “zeigte sich, dass die Population auch im Rhein-Sieg-Kreis kleiner wird.
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Die Zahl der Wildvögel im Rhein-Sieg-Kreis nimmt ab. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Zählung bei der „Stunde der Wintervögel“ an den Futterstellen in Gärten und Parks. Vom 9. bis 11. Januar hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) deutschlandweit Menschen dazu aufgerufen, in Gärten und Parks die heimische Vogelwelt zu beoobachten und die Tiere zu zählen.
Mehr als 140.000 Menschen haben laut Nabu in ganz Deutschland an der großen Vogelzähliung teilgenommen, über 100.00 Meldungen gingen ein. Gemeldet werden konnten die Beobachtungen bis zum 19. Januar. Die Auswertung laufe noch, informierte der Nabu, besonders ungewöhnliche Beobachtungen würden noch durch Expertinnen und Experten geprüft.
Immer weniger Tiere wurden bei der „Stunde der Wintervögel“ gezählt
Der Nabu veröffentlichte dennoch bereits ein vorläufiges Ergebnis, das einen traurigen Abwärtstrend zeige: Im Durchschnitt wurden deutschlandweit pro Beobachtungspunkt 32 Vögel gesichtet. Auch wenn dies nur einem Rückgang von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, gäben die Daten der vergangenen 15 Jahre Anlass zur Sorge. „Zu Beginn der Aktion 2011 wurden noch 46,2 Vögel pro Standort gezählt, vor zehn Jahren waren es immerhin noch 40,8 und vor fünf Jahren nur noch 34,5 – auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist. Die über die Jahre kontinuierliche Abnahme ist durchaus beunruhigend“, teilt der Nabu mit.
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Und das trifft auch auf den Rhein-Sieg-Kreis zu. Die Zahl der Haussperlinge – immer noch der am weitesten verbreiteten Vogelart – hat abgenommen, Wurden im vergangenen Jahr noch 3547 Spatzen in 642 Gärten gesichtet, sind es in diesem Jahr 2619 in 761 Gärten. Damit geht die Durchschnittszahl der Haussperlinge von 5,52 pro Garten auf 3,44 zurück. Den Grund sehen die Experten des Naturschutzbundes vor allem in der Sanierung alter Gebäude – dem Spatz als Kulturfolger fehlt es an Brutplätzen: „Die Nester des Gebäudebrüters finden Halt in Nischen und Spalten von Dach und Fassade oder in begrünten Hauswänden und dichtem Gebüsch. Doch durch Gebäudesanierungen und Bauvorhaben verschwinden geeignete Nistplätze.“
Auch die Zahl der gezählten Grünfinken ging zurück: Beim Vergleichswert von 642 Gärten in 2025 und 761 Gärten in diesem Jahr waren es noch 230 Vögel im Jahr 2025 (0,36 pro Garten), in diesem Jahr nur noch 239 (0,31). Stark gefährdet bleibt nach dem vorläufien Ergebnis der Grünspecht: Nur 87 Exemplare wurden in diesem Jahr gezählt, das sind 0,11 Vögel pro Garten, im vergangeenen Jahr war auch da die Zahl mit 0,12 Prozent klein.
Leicht erholt hat sich der Bestand der Amseln: 2259 wurden in diesem Jahr gezählt, das sind 2,97 pro Garten – im vergangenen Jahr waren es noch 2,9. 2954 Kohlmeisen (3,88 pro Garten) wurden in dieser Zählung gemeldet, 2025 waren es noch 3,54. Die Zahl der Blaumeisen blieb etwa stabil: 3,2 pro Garten ( 3,21 im vergangenen Jahr).
Kraniche sind zum Teil schon wieder auf dem Rückflug aus dem Süden
Dasss außergewöhnlich viele Kraniche am Himmel über dem Rhein-Sieg-Kreis gesehen wurden (1957 wurden in diesem Jahr, 302 im vergangenen Jahr gezählt), hängt mit dem Wintereinbruch und dem Aufbruch der großen Vögel in den Süden zusammen.
Derzeit könne man auch die ersten Kranichschwärme beobachten, die schon wieder aus dem Süden zurückkommen. „Über Nordrhein-Westfalen von der Eifel über das Rheinland bis zum Ruhrgebiet immer wieder Ketten von teils mehreren hundert Vögeln mit Flugrichtung Nordost beobachtet“, teilt der Nabu mit.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 16. Mal statt, der nächstwe Termin ist 8. bis 10. Januar 2027. Wer bald wieder Vögel zählen möchte, kann sbei der „Stunde der Gartenvögel“mitmachen, die vom 8. bis 10. Mai 2026 stattfindet. Dann stehen vor allem die Brutvögel im Fokus.

