Ab dem Jahr 2035 wollen NRW, Rheinland-Pfalz und das Saarland die Eifelstrecke in den Deutschlandtakt einbinden. Dafür muss weiter gebaut werden.
Eifelstrecke Köln-TrierFür den Deutschlandtakt muss Trasse zweigleisig ausgebaut werden

Noch bis Ende März ist die Eifelstrecke südlich von Kall wegen der Elektrifizierung gesperrt.
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Noch bis einschließlich Sonntag, 29. März, ist die Eifelstrecke zwischen Kall und Jünkerath wegen der Arbeiten zur Elektrifizierung gesperrt. Ab dem 30. März sollen nach den derzeitigen Planungen die Regionalzüge dann für rund ein Jahr die komplette, 163 Kilometer lange Strecke befahren können. Jedenfalls an den Werktagen: Nachts und an Wochenenden sollen die Arbeiten weiterlaufen.
Für die Zukunft wollen die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie weitere Partner die Kapazität der Bahnstrecke noch deutlich erhöhen: Sie haben in dieser Woche eine Absichtserklärung zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen Deutschland, Luxemburg und der Saarregion unterzeichnet.
Arbeiten zur Elektrifizierung sollen bis 2028 abgeschlossen sein
Neben dem Bau hochwasserresilienter Brücken und digitaler Signaltechnik wird die Eifelstrecke derzeit vollständig elektrifiziert. Diese Arbeiten sollen bis Dezember 2028 abgeschlossen sein. Damit gewinne die Strecke auch für den bundesweiten Deutschlandtakt an Bedeutung, heißt es aus dem nordrhein-westfälischen Umwelt- und Verkehrsministerium von Minister Oliver Krischer (Grüne).
Der Deutschlandtakt ist ein bundesweit abgestimmter Fahrplan, bei dem Züge in regelmäßigen Takten verkehren und in zentralen Bahnhöfen zeitlich aufeinander abgestimmt ankommen und abfahren sollen. Reisende sollen dadurch schneller ihr Ziel erreichen können.
Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen und bis zum Jahr 2035 abgeschlossen werden. Ziel sei es, so heißt es in der Mitteilung weiter, die Städte Köln, Trier, Luxemburg und Saarbrücken künftig besser miteinander zu verknüpfen.
Bundesländer kooperieren mit dem Großherzogtum Luxemburg
Unterzeichnet wurde die Erklärung zur Verbesserung des Takts nun vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen, dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes, dem Mobilitätsministerium des Großherzogtums Luxemburg sowie den Zweckverbänden go.Rheinland und SPNV Rheinland-Pfalz Nord.
„Die Unterzeichner bekräftigen ihr Interesse an einem bedarfsgerechten zweigleisigen Ausbau der Strecke“ heißt es – allerdings mit Ausnahme der Tunnelabschnitte in Rheinland-Pfalz. Dort sollen nicht näher bezeichnete „ergänzende Maßnahmen“ die Leistungsfähigkeit der Verbindung weiter erhöhen.
Auch im Kreis Euskirchen gibt es aktuell zwei Streckenabschnitte, die bislang nicht zweigleisig ausgebaut sind: Im Urfttal zwischen Kall und Nettersheim sowie zwischen Blankenheim (Wald) und Schmidtheim verfügt die Bahntrasse über lediglich ein Gleis.
In Zwei Stunden und 20 Minuten von Köln nach Trier
„Ein attraktives Bahnangebot darf weder an Landes- noch an Staatsgrenzen enden. Wir legen mit dieser Vereinbarung den Grundstein, um die Schiene endlich durchgängig und leistungsfähig zu machen“, sagte NRW-Minister Oliver Krischer.
Der Zielfahrplan sieht zwischen Köln und Trier einen stündlichen schnellen Regionalexpress mit einer Reisezeit von unter zwei Stunden und 20 Minuten vor. Die Züge sollen in beiden Städten in den Deutschlandtakt eingebunden werden. In Trier sei dann eine Verknüpfung mit Verbindungen nach Luxemburg und Saarbrücken vorgesehen.
Parallel dazu werde im Raum Köln die neue S-Bahn-Konzeption weiterverfolgt, die sich auch auf die Eifelstrecke bis Euskirchen und Kall erstrecken soll. Zwischen Hürth-Kalscheuren und Kall seien zusätzliche Weichenverbindungen, der Anschluss an das geplante Überwerfungsbauwerk Kalscheuren sowie eine Ortsumfahrung für Hürth-Fischenich erforderlich, um Personen- und Güterverkehr besser zu entflechten, so Krischer.
Schnellzüge auf der Eifelstrecke und die Pendolino-Panne
Für ältere Bahnnutzer klingen die Ausbaupläne eventuell nach einem „Zurück in die Zukunft“, schließlich verkehrten auf der Eifelstrecke früher auch Züge des Fernverkehrs. Bis ins Jahr 1974 gab es Schnellzüge zwischen Saarbrücken und Köln, die durch die Eifel brausten, danach immerhin noch durchgehende Eilzüge.
Der „Eifel-Saar-Express “ wurde 1998 zwischen Köln und Saarbrücken eingeführt. Wegen Mängeln an den Neigetechnikfahrzeugen, den sogenannten Pendolinos, verfügte das Eisenbahn-Bundesamt kurz nach dem Start die Abschaltung der Neigetechnik und eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h.
Der jetzt geplante Ausbau soll über Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes des Bundes finanziert werden. (thw)

