Endspiel um den FVM-PokalDer Bonner SC will endlich wieder jubeln

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Am 25. Mai 2017 feierte der Bonner SC seinen bislang einzigen Sieg im Verbandspokal. Gegen Fortuna Köln gewann er vor 6643 Zuschauern im Sportpark Nord mit 1:0 nach einem Tor von Dario Schumacher

Am 25. Mai 2017 feierte der Bonner SC seinen bislang einzigen Sieg im Verbandspokal. Gegen Fortuna Köln gewann er vor 6643 Zuschauern im Sportpark Nord mit 1:0 nach einem Tor von Dario Schumacher

„Rheinlöwen“ sind im Pokalfinale gegen Alemannia Aachen krasser Außenseiter – Dennoch soll nach sieben Jahren der zweite Triumph her

Es ist alles für ein Fußballfest vorbereitet. Wenn der Bonner SC heute um 13.45 Uhr im Kölner Sportpark Höhenberg im Finale der Pokals des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) antritt, ist er nur krasser Außenseiter. Der Drittplatzierte der viertklassigen Mittelrheinliga trifft auf den Meister der Regionalliga West und Aufsteiger in die 3. Liga TSV Alemannia Aachen.

Doch Bangemachen gilt nicht. Der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze, wenn David gegen Goliath ran muss. Auf dem Papier hat der BSC keine Chance, die will er nutzen. Damit sind fast alle typischen Pokalplattitüden für ein solches Duell aufgebraucht. Obwohl es sich „nur“ um Fußballweisheiten handelt, steckt doch ein Fünkchen Wahrheit dahinter. Dass seine Mannschaft nicht der Favorit ist, weiß Trainer Sacha Glatzel: „Aachen ist mit zwölf Punkten Vorsprung souverän Meister in der Regionalliga geworden, wir sind eine Klasse tiefer Dritter geworden. Von daher sind die Chancen naturgemäß gering, ein Sieg käme einer Sensation gleich. Dennoch arbeiten wir an einer Überraschung und wollen das Spiel gewinnen. Dazu müssen wir mutig sein und an unsere eigenen Stärken glauben.“

Bonner SC träumt vom DFB-Pokal

Erinnerungen an den letzten Auftritt im DFB-Pokal werden wach. Im August 2017 empfingen die „Rheinlöwen“ den Bundesligisten Hannover 96 in der ersten Hauptrunde. Nach großem Kampf unterlag die Elf von Coach Daniel Zillken, dem heutigen Sportdirektor, mit 2:6. Der Sportpark Nord war bei bestem Wetter ausverkauft, knapp 10.000 Zuschauer sahen bis zum 2:3 einen packenden Pokal-Fight. Zuvor hatte der BSC im FVM-Finale seinen bislang einzigen Pokalsieg mit einem 1:0 gegen Fortuna Köln errungen.

Von einem ähnlichen Fernziel träumen die Bonner nun wieder. Auf der einen Seite steht das sportliche Spektakel, am besten gegen einen Bundesligisten oder einen attraktiven Zweitligisten. Auf der anderen Seite winkt den Blau-Roten ein stolzes Sümmchen für die Teilnahme an Runde eins. In dieser Saison waren es 215.600 Euro – ein warmer Geldsegen für einen Viertligisten.

Schafft Bonn den Sprung in die zweite Runde, dürfte sich die Prämie des DFB im Bereich von 431.200 Euro bewegen. Davon ließen sich einige Akteure bezahlen, die beim Unternehmen „Aufstieg in die Regionalliga“ in der kommenden Spielzeit helfen könnten. Leistungsträger in der Mittelrheinliga laufen schon lange nicht mehr für'n Appel und 'n Ei auf.

Alemannia Aachen: „Physisch, emotional und individuell stark“

Nun freuen sich die Bonner auf den Anpfiff. Sie werden ihr Spiel nicht dem Gegner anpassen, sondern ihrem eigenen Stil treubleiben. Das habe die Trainingswoche gezeigt, die andere Ergebnisse als gewünscht gebracht habe, so Glatzel, der schon einmal als Co-Trainer von Viktoria Köln den FVM-Pokal gewann: „Die Alemannen sind physisch, emotional und individuell stark. Schwächen haben sie nicht, aber sie sind nicht unverwundbar. Wir verfügen über eingeübte Muster, das müssen wir nutzen“, fordert der Coach.

Das Schiedsrichterteam bilden der Hauptverantwortliche Ivan Mrkalj (DJK Viktoria Buchheim), seine Assistenten Mario Heller (35, 1. FC Köln) und Sandro Prescha (26, SV Westhoven-Ensen) sowie der vierte Offizielle Michael Oligschläger (GKSC Hürth). Während der BSC komplett in Weiß auflaufen wird, trägt Aachen Schwarz. Das soll aus Bonner Sicht nach dem Schlusspfiff Symbolcharakter haben.

Wer keine Karte hat, kann die Partie im Rahmen des „Tags der Amateure“ ab 13.45 Uhr auf der ARD in einer Live-Konferenz sehen oder komplett im Livestream unter www.sportschau.de.

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