Abo

Probleme nur beim WetterschutzBestwertung für Bahnhof Siegburg/Bonn im Go Rheinland-Qualitätsbericht

4 min
Bahnhof Siegburg ICE Bahnhof Siegburg/Bonn schneidet im Qualitätsbericht von Go Rheinland ganz hervorragend ab.

Der Bahnhof Siegburg/Bonn schneidet im Qualitätsbericht von Go Rheinland ganz hervorragend ab.

Jährlich bewertet Go Rheinland die Bahnhöfe und Haltepunkte der Region auf ihre Sauberkeit und Funktionalität. Siegburg erhält 2025 die Bestnote.

Sind die Bahnsteige sauber? Liegt Müll herum? Zigaretten? Wie sehen die Müllbehälter aus und gibt es genug Sitzgelegenheiten? Nach diesen und weiteren Kategorien bewertet go Rheinland regelmäßig die Bahnstationen in der Region auf ihre Qualität. Auch im Jahr 2025 wurden insgesamt 195 der 201 Stationen in Augenschein genommen. 

Der Bahnhof Siegburg/Bonn, an dem die Linien RE9, S12 und S19 fahren, ist bei diesem Ranking die am besten bewertete Bahnstation in der ganzen Region. Der Bahnhof überzeugte die Go Rheinland-Testerinnen und Tester zu 98,86 Prozent (100 Prozent ist die Zielmarke).

Bewertungskriterien Barrierefreiheit, Sauberkeit und Beschilderung standen auf der Agenda

In der Gesamtbewertung liegt das Ergebnis für 2025 jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, teilt Go Rheinland mit. Während 2025 zehn Bahnhöfe in der besten Kategorie „sehr gut/ausgezeichnet“ landeten, waren es im Vorjahr noch 22 Bahnhöfe und Haltepunkte. Auch in der Kategorie ordentlich/akzeptabel sind weniger Bahnhöfe: in 2024 waren es noch 126, 2025 98.

Im Blick der Bewertung durch die Testpersonen sind nicht nur Sauberkeit und Erscheinungsbild der Stationen, sondern auch die Funktionalität: Sind alle Fahrkartenautomaten nutzbar? Wie sind die Zugänge ausgestattet, ist Barrierefreiheit gewährleistet? Und sind Bahnsteige, Gleisbett und Vitrinen sauber und frei von Graffiti? Gibt es Unterstandsmöglichkeiten bei Regen oder als Sonnenschutz?

Auch das Erscheinungsbild von Zugängen zu Bahnsteigen sowie Barrierefreiheit waren Kriterien der Bewertung durch Go Rheinland.

Auch das Erscheinungsbild von Zugängen zu Bahnsteigen sowie Barrierefreiheit waren Kriterien der Bewertung durch Go Rheinland.

Insgesamt gibt es für den Qualitätsbericht vier Bewertungskategorien. Neben den beiden besten Kategorien „sehr gut/ausgezeichnet“ und „ordentlich/akzeptabel“ finden sich noch die Bewertungen „entwicklungsbedürftig/noch akzeptabel“ und „inakzeptabel“. 

Im Gesamt-Ranking stehen die Bahnhöfe und Haltepunkte im Rhein-Sieg-Kreis recht gut da. Als einziger Bahnhof erreichte der Bahnhof Siegburg, an dem täglich rund 7800 Menschen ein- und aussteigen, die beste Kategorie. Hier wurden alle Kriterien erfüllt, Abzüge gab es lediglich beim Erscheinungsbild des Wetterschutzes. Beschilderung, Vitrinen, Uhren, Sitzgelegenheiten, Zugangsbereich, Mülleimer, Böden und Zugänge sowie Fahrscheinautomaten wurden grundsätzlich alle als positiv bewertet.

Einige andere Haltepunkte reihen sich direkt hinter Siegburg ein und wurden als „ordentlich/akzeptabel“ bewertet. Dazu gehören zum Beispiel die Haltepunkte Spich, Troisdorf, Friedrich-Wilhelmshütte, Eitorf sowie Dattenfeld und Schladern in Windeck

Haltepunkt in Rosbach zählt zu den Stationen mit inakzeptablen Mängeln

Schlechter schneiden die Haltepunkte und Bahnhöfe Menden (Sankt Augustin), Hennef, Hennef im Siegbogen, Blankenberg, Merten, Geilhausen und Au (Sieg) ab. Am schlechtesten bewertet ist der Haltepunkt Rosbach mit „inakzeptabel“, er überzeugte nur zu 78,77 Prozent. Probleme stellen hier vor allem die Sauberkeit der Beschilderung, der Wetterschutz (es gibt keinen) und Graffiti sowie Sauberkeit der Sitzgelegenheiten dar.

Auch im Siebengebirge verteilen sich die Bahnhöfe auf drei der vier Bewertungskategorien; die Bestnote „ausgezeichnet“ wurde jedoch nicht vergeben. Am besten kam bei den Testerinnen und Testern der Bahnhof in Königswinter an, der als ordentlich bewertet wurde. Darauf folgen die Haltepunkte Niederdollendorf und Rhöndorf mit „entwicklungsbedürftig/akzeptabel“.

Bahnhof Bad Honnef wird als „inakzeptabel“ bewertet

Der Bahnhof Bad Honnef landet in der schlechtesten Kategorie und gilt als inakzeptabel. Allerdings soll der verlegt und neugebaut werden. Auch in Rhöndorf sind zwischen Juli und Dezember umfangreiche Arbeiten geplant, um den Haltepunkt umzubauen. Künftig soll er vollständig barrierefrei erreichbar sein, zudem soll sich das derzeit verwahrloste Erscheinungsbild deutlich verbessern.

Schlechter dürften hier auch Haltepunkte abgeschnitten haben, deren Barrierefreiheit nicht ausreichend gegeben ist. So sind laut Go Rheinland-Bewertung auch die Bahnsteige in Niederdollendorf und Königswinter nur teilweise stufenfrei erreichbar. Auch sie sollen aber noch ausgebaut werden. In Bad Honnef sind die Bahnsteige derzeit gar nicht stufenfrei erreichbar.

„Nachdem die Qualitätsprüfungen im Jahr zuvor endlich mal wieder Verbesserungen zeigen konnten, ist die Qualität im Jahr 2025 leider deutlich gesunken“, sagt Go Rheinland-Geschäftsführer Norbert Reinkober. „Wir fordern die Stationsbetreiber, Städte und Gemeinden dazu auf, aktiv gegenzusteuern.“ 

Auch wenn ihm bewusst sei, dass viele Ausstattungselemente nach Instandsetzungen häufig direkt wieder mutwillig zerstört oder mit Graffiti verschmutzt werden, solle nicht weggeschaut werden. „Gerade an Stationen im nicht mehr akzeptablen Zustand werden wir gemeinsam mit den Infrastruktureigentümern die Probleme angehen.“


In der Gesamtuntersuchung durch Go Rheinland haben nur zehn Stationen (fünf Prozent) ein sehr gutes Erscheinungsbild bescheinigt bekommen. Bei 98 Stationen (50 Prozent) ist das Erscheinungsbild akzeptabel, bei 71 Stationen (37 Prozent) noch akzeptabel und bei 16 Stationen (acht Prozent) nicht mehr akzeptabel. Im Vergleich zu 2024 sei die Anzahl der Bahnhöfe und Haltepunkte mit inakzeptablen Mängeln von vier auf acht Prozent gestiegen, im Jahr davor (2023) lag sie bei sechs Prozent. Die Anzahl der entwicklungsbedürftigen Stationen sei von 41 auf 71 angestiegen. Dennoch lande die Mehrheit der Stationen mit 55 Prozent im ordentlich bis sehr gut bewerteten Bereich, so Go Rheinland.