Anwohner hatten die Feuerwehr über den zunächst nicht näher bekannten Vogel informiert. Der zeigte sich wenig später angriffslustig.
„Faires Hand-Flügel-Gemenge“Seltener Vogel legt sich in Neuss mit der Feuerwehr an

Der zunächst nicht näher bekannte Vogel hatte sich in Neuss vor ein Garagentor verirrt.
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Zu einem ungewöhnlichen Einsatz der Feuerwehr ist es am Sonntag (22. Februar) in Neuss gekommen. Anwohner hatten den Notruf alarmiert, nachdem sie einen zunächst nicht näher bekannten Vogel entdeckt hatten. Das Tier habe einen verirrten, etwas deplatzierten und verirrten Eindruck auf die Bewohner gemacht, erklärte ein Pressesprecher der Neusser Feuerwehr.
Der Vogel hatte sich offenbar in das besiedelte Gebiet in der Herzogstraße in Neuss-Grimlinghausen verirrt. Die alarmierten Rettungskräfte konnten das Tier vor einem Garagentor auffinden. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine seltene und gefährdete Vogelart.
Seltener Vogel in Neuss auf Abwegen – „energische Angriffsversuche“ auf Einsatzkräfte
Der seltene Vogel ist auch auf einem Foto zu erkennen. Es handelt sich um eine Rohrdommel. „Deren natürliches Habitat sind Schilfbereiche und die Rheinauen – und eher weniger der gepflegte Garagenhof mit Betonoptik“, teilte der Pressesprecher in einer Mitteilung mit, der beim Verfassen der Nachricht unzweifelhaft Spaß gehabt hat.
Die Feuerwehr Neuss weiter: „Die eigentlich nachtaktive Rohrdommel fühlte sich in ihrer Tagesruhe offenbar gestört und quittierte diese Unterbrechung mit einem energischen Angriffsversuch auf unsere Einsatzkräfte. Nach einem kurzen, sportlich fairen Hand-und-Flügel-Gemenge konnte das Tier jedoch gesichert werden – Punkte nach Technik klar für die Feuerwehr.“
Keine Verletzten bei Einsatz in Neuss – Rohrdommel „verschwindet standesgemäß“
Die Rohrdommel blieb bei dem kleinen Gefecht mit den Einsatzkräften glücklicherweise unverletzt. Auch bei den Wehrleuten wurden den Angaben zufolge keine Verletzungen oder Einschränkungen festgestellt.
Im Neusser Rheinpark sei der seltene Vogel daraufhin wieder ausgewildert worden. „Dort verschwand sie binnen kürzester Zeit standesgemäß im Schilf – vermutlich mit dem festen Vorsatz, künftig wieder bei ihren Kernkompetenzen zu bleiben“, so der Pressesprecher abschließend.
Die Population der Rohrdommel gilt laut NABU in Deutschland als gefährdet. Hauptgrund sind demnach der Verlust großer und ungestörter Röhrichte, etwa durch Austrocknung. (jv)
