Trainer Lukas Kwasniok sieht nach der 1:2-Niederlage gegen Freiburg Chancen und betont das Wichtigste: Punkte sammeln.
Spiel am Freitag1. FC Köln steht gegen den VfL Wolfsburg wieder unter Druck

Trainer Lukas Kwasniok vor dem Spiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg.
Copyright: IMAGO/Beautiful Sports International
Das 1:2 des 1. FC Köln am vergangenen Sonntag beim SC Freiburg war zweifellos ehrenwert. Der Bundesliga-Aufsteiger hatte den heimstarken Europa-League‑Teilnehmer im eigenen Stadion am Rande eines Unentschiedens, dominierte in der zweiten Hälfte und scheiterte letztlich nur an ein paar falschen Entscheidungen in den entscheidenden Momenten. Ein guter Auftritt des Teams von Trainer Lukas Kwasniok also, der eigentlich keinen Anlass zu größerer Sorge gab.
Das Rumoren in den sozialen Medien, Podcasts und im FC-Umfeld hinterließ unter der Woche einen anderen Eindruck. Der FC und sein Trainer stehen eine Woche nach dem erleichternden 2:1-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 erneut auf dem Prüfstand. Freiburg war nach dem ersten Sieg nach acht sieglosen Partien so etwas wie eine Schonfrist und endete mit einer Niederlage. Und Niederlagen bedeuten in Köln, dass alle stummgeschalteten Fragezeichen sofort wieder laut werden und die nächste Krise nur ein Spiel entfernt ist.
Von diesen Duelle wird es noch zuhauf geben.
Lukas Kwasniok kennt das Geschäft und dürfte nach sieben Monaten als FC-Trainer gelernt haben, dass die Uhren in Köln noch einmal anders ticken. Seine Antwort auf die Frage nach der Bedeutung des Heimspiels am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen den Tabellennachbarn VfL Wolfsburg fiel entsprechend gelassen aus. „Ich gehe davon aus, dass die Spiele danach genauso wichtig sein werden. Jeder Spieltag ist eine Chance, ich unterscheide da nicht so sehr. Ich freue mich über drei Punkte gegen Wolfsburg genauso wie über drei Punkte in Stuttgart. Es kommt darauf an, dass wir am Ende genug Punkte haben, um die Klasse halten zu können“, sagte der 44-Jährige und bat indirekt darum, ihm die Frage nach der Bedeutung der Spiele gegen einen direkten Konkurrenten künftig zu ersparen: „Von diesen Duellen wird es noch zuhauf geben.“ Allerdings erst, wenn die Geißböcke nach Wolfsburg die Begegnungen mit den Top-Sechs-Teams Leipzig, Stuttgart und Hoffenheim überstanden haben.
Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
- Europa League 0:1 in Lille: Freiburg verteidigt sich ins Achtelfinale
- Fußball-Bundesliga Leverkusen bindet U19-Talent Culbreath bis 2030
- 1. FC Köln Linton Maina geht als gutes Beispiel voran
- 1. FC Köln FC bindet Stürmer-Talent Fynn Schenten langfristig
- 2. Fußball-Bundesliga Dzeko weiter Joker - Muslic: „Impact für restliche Saison“
- Fußball-Bundesliga Steffen kämpft um Werder-Job: „Von der Arbeit überzeugt“
- Frauenfußball DFB hält trotz Sperre an Torhüterin Borggräfe fest
Kwasniok beim FC: Jedes Spiel ist eine Chance
Wichtig ist für den FC-Coach, dass er und sein Team in jedem Spiel eine Chance sehen, zu gewinnen. So sind die Kölner in Freiburg aufgetreten und so werden sie auch den wieder einmal ihren hohen Erwartungen nicht gerecht werdenden Wolfsburger begegnen. Um den Ausgang des Spiels im Rheinenergiestadion positiver zu gestalten, braucht es laut Kwasniok nicht viel: „Mehr Wachheit und Kontrolle in einzelnen Spielmomenten wie Abstoß und Einwurf und eine höhere Präzision im Offensiv- und Umschaltspiel würden uns guttun.“ Nichts Unmögliches.
Wie vor jedem Spieltag stellt sich auch vor dem 20. der Saison 2025/26 die Frage, mit welchem Personal die Kölner die Aufgabe angehen werden. Zumal Kwasnioks Vorliebe für permanente Wechsel einer der Hauptkritikpunkte bleiben wird, solange es Niederlagen gibt. Fakt ist, dass Jahmai Simpson-Pusey weiter ausfällt und Joel Schmied noch keine Option ist. An der Besetzung der Abwehrformation dürfte sich im Vergleich zum Freiburg-Spiel also nicht viel ändern, es sei denn, Kwasniok setzt wieder auf Dreierkette und lässt Eric Martel in deren Zentrum ran.
Um ehrlich zu ein: Wir hätten nichts dagegen, wenn auf der Zugangsseite etwas passieren würde.
Ein Wackelkandidat ist Jan Thielmann auf dem rechten Flügel nach zuletzt durchwachsenen Leistungen, während Linton Maina zum vierten Mal hintereinander in der Startelf stehen wird. Womöglich diesmal rechts, damit Said El Mala links beginnen könnte. Der Shootingstar und Topscorer durchschreitet aktuell sein erstes Leistungstal und wartet seit drei Spielen auf einen Scorerpunkt: „Es geht darum, dass er diese Liebe zum Spiel behält. Der Hype um ihn hilft da nicht unbedingt, um diese Leichtigkeit zu behalten. Im Trainingslager hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ihn der Hype ein wenig beschäftigt“, erklärte Lukas Kwasniok die Situation um den 19-Jährigen und stellte klar, dass bei El Mala wie bei jedem anderen das Leistungsprinzip zähle.
Dass der Linksaußen bis zum Ende der Winter-Transferperiode am kommenden Montag noch einen neuen Teamkollegen bekommt, wollte der Kölner Trainer am Mittwoch zumindest nicht ausschließen. „Wir schauen uns schon um und halten es mit dem Klassiker, der heißt, dass wir nichts ausschließen möchten. Um ehrlich zu sein: Wir hätten nichts dagegen, wenn auf der Zugangsseite etwas passieren würde. Was dann eventuell dazu führen könnte, dass es auf der Abgangsseite vielleicht Bewegung gibt“, äußerte sich Kwasniok vielsagend und weitgehend im Konjunktiv.
