Wenn am 14. April vor dem Landgericht der Wechsel von Said El Mala von Viktoria Köln zum 1. FC Köln verhandelt wird, kommt es zum Wiedersehen zwischen Christian Keller und Thomas Kessler.
Prozess um El Mala-WechselKeller und Kessler als Zeugen vor Gericht geladen

Christian Keller (r.) und Thomas Kessler bildeten drei Jahre lang gemeinsam die sportliche Führung des 1. FC Köln.
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Drei Jahre lang leiteten sie gemeinsam die sportlichen Geschicke beim 1. FC Köln. Während Christian Keller als Sportchef die Hauptverantwortung am Geißbockheim trug, hielt sich Thomas Kessler als Leiter der Lizenzspieler-Abteilung eher im Hintergrund auf. Seit Mai vergangenen Jahres geht das Duo getrennte Wege. Nachdem Keller im Saisonendspurt der 2. Bundesliga über den holprigen Wiederaufstieg gestolpert war, wurde Kessler zunächst zum Sportdirektor befördert. Im Januar gelang dem Ex-Torhüter mit der Ernennung zum Geschäftsführer Sport der nächste Schritt in seiner jungen Manager-Karriere. In diesen Tagen aber erlebt Kessler die Kehrseite des Fußballgeschäfts. Hatte er im Sommer für die Neugestaltung des Kölner Kaders noch viele Schulterklopfer erhalten, bescherte ihm die Freistellung von Lukas Kwasniok den ersten Kratzer in seiner Vita. Kwasniok war der erste Trainer, den Kessler alleinverantwortlich verpflichtet hatte. Das Experiment war trotz eines vielversprechenden Beginns gescheitert.
Nun kommt es zum Wiedersehen zwischen Christian Keller und Thomas Kessler, die am Geißbockheim nie richtig zueinander gefunden hatten. Dabei geht es um einen Spieler, der den Aufsteiger vor dem direkten Wiederabstieg bewahren soll. Die Abläufe rund um den Wechsel von Said El Mala von Viktoria Köln zum 1. FC Köln stehen am 14. April (9.30 Uhr, Saal 117) im Mittelpunkt einer Verhandlung vor dem Kölner Landgericht, das den Fall unter dem Aktenzeichen 8 O 210/25 führt. Keller und Kessler sind nach Rundschau-Informationen als Zeugen geladen und werden persönlich anwesend sein. Hintergrund ist eine Klage, die Ex-Profi Abdenour Amachaibou gegen die Viktoria eingereicht hat. Der 39-Jährige verlangt vom Drittligisten eine Provision in Höhe von mehr als 40.000 Euro, weil er sich als entscheidender Tippgeber für den Wechsel von Said El Mala zum 1. FC Köln sieht.
Dass es sich bei dem Kläger um Abdenour Amachaibou handelt, hat eine durchaus pikante Note. Christian Keller war es nämlich, der den früheren deutschen U19-Nationalspieler zu aktiven Zeiten zu Jahn Regensburg holte. Amachaibou folgte Keller später auch zum 1. FC Köln, bei dem er nach Rundschau-Informationen auf der Geschäftsstelle per Minijob angestellt war. Keller wiederum hatte zuletzt mehrfach öffentlich erklärt, dass er durch einen Tippgeber auf El Mala aufmerksam geworden sei.
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Said El Mala ist mit 14 Torbeteiligungen Topscorer des 1. FC Köln.
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Das Gericht wird nun wohl klären müssen, ob Amachaibou von der Viktoria mit einem offiziellen Mandat ausgestattet worden war. Zur Beantwortung dieser Frage wird auch der Drittligist mit mehreren Zeugen vor Gericht erwartet. Nach Rundschau-Informationen sind dies Sportvorstand Franz Wunderlich, der ehemalige Sportliche Leiter Stephan Küsters sowie Viktorias Rekordspieler Mike Wunderlich. Für die Viktoria geht es um recht viel Geld. Seit dem Tod von Mäzen Franz-Josef Wernze fährt der Drittligist einen strikten Sparkurs. Hohe Einnahmen verspricht sich die Viktoria durch einen Weiterverkauf von Said El Mala, an dem sie zu zehn Prozent beteiligt werden würde.
Der FC hatte das Brüderpaar Said und Malek El Mala im Sommer 2024 für 350.000 Euro Ablöse verpflichtet und zunächst für eine Spielzeit an die Viktoria zurückverliehen. Said sorgt gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison für Furore. Mit 14 Torbeteiligungen ist er Topscorer des abstiegsbedrohten Tabellenfünfzehnten. Sein Marktwert wird aktuell auf 35 Millionen Euro geschätzt. Topclubs wie Chelsea London stehen längst Schlange. Beste Karten werden allerdings Brighton & Hove Albion eingeräumt. El Mala, der vertraglich noch bis 2030 ohne Ausstiegsklausel an den FC gebunden ist, soll dem Zehntplatzierten der Premier League bereits seine Zusage für einen Wechsel im Sommer gegeben haben. Der Transfer könnte sich allerdings zerschlagen, sollte der deutsche Trainer Fabian Hürzeler den Club aus dem englischen Badeort am Saisonende verlassen. Hürzeler gilt als möglicher Nachfolger des umstrittenen Kasper Hjulmand bei Bayer 04 Leverkusen.
