Erstmals seit dem medienwirksam inszenierten Kreisliga-Spektakel im Oktober 2008 treffen beide Klubs wieder in einem Pflichtspiel in Birk aufeinander.
2008 noch live im TVBirk empfängt Neunkirchen-Seelscheid zum „Uralt-Derby“

Christoph Gerlach (vorne) führte den FSV Neunkirchen-Seelscheid im Oktober 2008 vor dem Derby gegen Birk aufs Feld.
Copyright: Quentin Bröhl
Es ist ein Abend für Nostalgiker. Wenn die A-Liga-Fußballer des TuS Birk am Freitag (19.30 Uhr) den Landesliga-Herbstmeister FSV Neunkirchen-Seelscheid zum Kreispokal-Viertelfinale empfangen, werden zwangsläufig Erinnerungen wach an den letzten Pflichtspiel-Vergleich auf der Anlage Zum Hasenberg. Das Duell am 26. Oktober 2008 wurde nämlich live im Fernsehen (DSF) gezeigt, auch wegen der besonderen Rivalität beider Klubs. Sieben Kameras sorgten für eine TV-Übertragung auf Bundesliga-Niveau; nie zuvor hatte es eine Partie im Kreisliga-Oberhaus in dieser Form auf die deutschen Mattscheiben geschafft.
„Das war ein einmaliges Erlebnis“, erinnert sich der damalige Gästekapitän und heutige FSV-Chefcoach Christoph Gerlach (39) an den 3:1-Erfolg vor knapp 2000 Zuschauern. „Zumal die Rivalität seinerzeit ihren Höhepunkt erreicht hatte und es rückblickend ein ganz wichtiger Sieg auf dem Weg zu unserem Aufstieg war.“ Beide Seiten hätten sich „in- und auswendig gekannt. Ganz ohne Internet.“
„Promi-Auflauf“ auf dem Sportplatz Zum Hasenberg
Gerlachs Co-Trainer Christian Thomas (37) stand vor siebzehneinhalb Jahren auch einen Tag nach dem medienwirksam inszenierten Amateurkick noch im Rampenlicht, denn wegen seines fulminanten Fernschuss-Tores zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung wurde er in der DSF-Montagabend-Sendung „Bundesliga aktuell“ live zugeschaltet. „Damals herrschte wirklich tagelang Ausnahmezustand“, sagt Thomas – und meint damit nicht zuletzt den „Promi-Auflauf“ am Spieltag selbst. Während Europameister Mario Basler als DSF-Experte launig kommentierte, saßen „Bayern-Meistermacher“ Udo Lattek (TuS Birk) und Kultfigur Ansgar Brinkmann (FSV) auf der Trainerbank.
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Letzterer hinterließ auch abseits der Kameras bleibenden Eindruck im Neunkirchen-Seelscheider Lager. Gerlach erinnert sich an einen „sensationellen Menschen. Ansgar hatte unter der Woche auf der Asche mittrainiert und den einen oder anderen Beinschuss verteilt. Hinterher haben wir noch lange mit ihm zusammengesessen und seinen Anekdoten gelauscht.“ Wenige Monate später lud der „weiße Brasilianer“ das komplette Team um FSV-Spielertrainer Kinan Moukhmalji zu seinem Abschiedsspiel auf der Bielefelder Alm ein.

„Bayern-Meistermacher“ Udo Lattek (rechts) coachte im Oktober 2008 vorübergehend den TuS Birk.
Copyright: Quentin Bröhl
Ein Team, das kurz darauf (gemeinsam mit dem Vizemeister FC Hennef 05 II) den Sprung in die Bezirksliga schaffen sollte. Obwohl der FSV seither mindestens eine Klasse höher unterwegs ist als der TuS, scheint der Derby-Charme noch nicht verflogen zu sein. Nicht zuletzt der Ex-Birker Leander Hellwig fiebert dem Viertelfinale entgegen, zumal er nur einen Steinwurf vom Austragungsort entfernt wohnt. Auch für seinen Teamkollegen Jona Ehses ist es ein besonderes Duell, denn mit TuS-Schlüsselspieler Ben Oberscheid trifft er auf den Freund seiner Schwester. Im Birker Lager freut sich unter anderem Abwehrchef Christoph Kever auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein.
Auch die Kulisse dürfte für einen Extramotivationsschub sorgen. „Wir haben das Spiel extra vorverlegt, um die Hütte möglichst vollzukriegen“, sagt TuS-Trainer Sebastian Hunjet. „Klar sind wir der Außenseiter, aber niemand fährt gerne nach Birk. Wir wollen dem Gegner einen Pokal-Fight liefern.“
Wir wollen den Kreispokal zum dritten Mal hintereinander holen
Während der A-Ligist also auf eine Überraschung hofft, ist das Ziel des zwei Klassen höher spielenden Gegners klar formuliert. „Wir wollen den Kreispokal zum dritten Mal hintereinander holen“, betont Thomas. „Zumal das Endspiel ja diesmal auf unserer Anlage in Breitscheid stattfindet.“
Im Falle eines Weiterkommens bekäme es der Titelverteidiger zunächst mit dem Sieger der Partie zwischen dem SV Bergheim (A-Liga) und dem 1. FC Niederkassel (Bezirksliga) zu tun. Das Viertelfinale am Krausacker findet ebenso am Sonntag (15 Uhr) statt wie das Match SV Menden gegen die SF Troisdorf. Letzterem Duo winkt ein Halbfinale gegen den TuS 05 Oberpleis, der mit dem 2:0-Erfolg über Mondorf bereits den Sprung unter die letzten Vier besiegelt hat – und damit das erste Verbandspokal-Ticket löste.
Kreispokal
Viertelfinale: TuS 05 Oberpleis – TuS Mondorf 2:0. Fr., 19.30 Uhr: TuS Birk – FSV Neunkirchen-Seelscheid. So., 15 Uhr: SV Bergheim – 1. FC Niederkassel, SV Menden – SF Troisdorf 05.
Halbfinale, 26. März: Menden/Troisdorf – Oberpleis, Bergheim/Niederkassel – Birk/Neunkirchen-Seelscheid.
Finale: 14. Juni (in Neunkirchen-Seelscheid).

