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Ruthenbeck zur Youth League„Wir dürfen nicht zu euphorisch sein“

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SStefan Ruthenbeck als Trainer der FC-Profis beim Heimspiel gegen den FC Augsburg im Januar 2018.

Stefan Ruthenbeck als Trainer der FC-Profis beim Heimspiel gegen den FC Augsburg im Januar 2018.

Die U19 des 1. FC Köln spielt am Mittwoch in der Youth League vor 50 000 Zuschauern im Rheinenergiestadion gegen Inter Mailand.

Es wird ein historischer Abend im Rheinenergie-Stadion – nicht nur für den 1. FC Köln, sondern für den gesamten europäischen Jugendfußball. Das Sechzehntel-Finale in der UEFA Youth League am Mittwoch (18 Uhr/DAZN) zwischen dem 1. FC Köln und Inter Mailand wird mit 50 000 Zuschauern ausverkauft sein. Eine solche Kulisse hat es bei einem Nachwuchsduell auf diesem Kontinent noch nicht gegeben.

Die Vorfreude auf das Highlight von Müngersdorf bei allen Beteiligten ist grenzenlos. Auch bei U19- Trainer Stefan Ruthenbeck, obwohl eine solche Kulisse für den 53-Jährigen nichts Neues ist. Schließlich stand der gebürtige Kölner in der Saison 2017/18 als Coach der FC-Profis als Nachfolger von Peter Stöger in der Bundesliga an der Seitenlinie und tourte in der Europa League nach Belgrad. Er konnte den Abstieg nicht verhindern, lernte aber schon mal die Atmosphäre im Rheinenergiestadion vor 50 000 Fans kennen.

Ruthenbeck kennt das Gefühl, vor 50000 Zuschauern zu spielen

Diese persönliche Erfahrung wertete der Coach vor dem Youth-League-Duell mit den Italienern durchaus als Vorteil: „Ich glaube, die Jungs sind ganz froh, dass ich da als einer stehe, der das schon erlebt hat, und ein wenig erzählen kann. Es geht darum, den Druck zu nehmen.“

Ruthenbeck fühlte sich in der Pflicht, vor dem Spiel intern ein wenig auf die Bremse zu treten: „Die Jungs haben so eine Vorfreude, so eine Euphorie auf das Spiel. Da muss man aufpassen, dass wir nicht überpacen.“ Der Trainer bekannte aber auch: „Ich bin stolz und habe selbst eine enorme Vorfreude auf dieses Spiel. Es geht mir darum, alle anderen im Zaum zu halten, dass wir nicht zu euphorisch sind und einen Fokus darauf haben, dass die Fans positiv sein werden und die Jungs keine Angst davor haben, Fehler zu machen.“

Wir dürfen nicht entscheiden, ob sie aus der Schule rauskommen dürfen oder nicht, das entscheiden die Schulen.
Stefan Ruthenbeck, U19-Trainer 1. FC Köln

Personell vertraut Ruthenbeck seinem U19-Stammkader und verzichtet damit auf die Option, auch Talente wie Patrik Kristal oder Etienne Borie aus der U21 mitzunehmen. Said El Mala wäre wiederum erst gar keine Option gewesen, da er noch nicht lange genug beim 1. FC Köln spielt. Ergänzt wird das Kölner Aufgebot durch den Vorjahres-Kapitän Nick Zimmermann, sowie Fayssal Harchaoui und Youssoupha Niang. Auch der wie Niang inzwischen zu den Profis aufgerückte Fynn Schenten kann für die U19 wieder auf Torejagd gehen. Er traf bisher in vier Youth-League-Spielen stolze fünf Mal.

Bemerkenswert: Zwei Spieler, die Ruthenbeck im Vorfeld namentlich nicht nennen wollte, verpassen den Sprung in die erste Elf aufgrund einer Klassenfahrt. „Wir können nicht entscheiden, ob sie aus der Schule rauskommen dürfen oder nicht, das entscheiden die Schulen“, erklärte der Trainer, „und wenn sie keine Freigabe bekommen, haben wir das zu akzeptieren.“ Der Sieger des Duells wird in dieser einzigen Partie ermittelt und nicht mehr in Hin- und Rückspiel, wie es beim FC in den Runden zuvor noch der Fall war. Sollte es nach 90 Minuten unentschieden stehen, folgt direkt ein Elfmeterschießen. Das Achtelfinale, das am 24. und 25. Februar stattfindet, wird am Freitag ab 13 Uhr im schweizerischen Nyon ausgelost.