Bayer 04 Leverkusen hat in Frankfurt seine Erfolgsserie mit einem 3:1‑Erfolg fortgesetzt und dabei auch von einer Schiedsrichter-Entscheidung profitiert.
Bayer 04 LeverkusenAndrich garniert die drei wichtigen Punkte mit einem Geständnis

Arthur freut sich nach seinem Tor zum 0:1 über sein erstes Bundesligator.
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Bayer 04 Leverkusen hat seinen Fehlstart ins neue Jahr vergessen gemacht und der Negativserie von drei Niederlagen in Bundesliga und Champions League eine Erfolgsserie mit drei Siegen in den gleichen Wettbewerben folgen lassen. Der überzeugende 3:1 (2:0)-Erfolg bei der kriselnden Eintracht aus Frankfurt führte den Werksclub wieder näher an die Champions League-Plätze heran und vergrößerte den Abstand zu Platz sieben auf acht Punkte.
Kapitän Robert Andrich war am Samstag dennoch nicht vollends zufrieden. „In der Kabine, da freuen wir uns alle. Aber ich bin irgendwie nun mal so gepolt, ich kann das nicht überspielen, wenn ich das Gefühl habe, dass das noch nicht ausreichend ist“, sagte der 31-Jährige nach dem wichtigen Auswärtssieg. Er habe das Gefühl, dass da aus Bayer-Sicht noch mehr gehe.
Leverkusen hatte es nach einer starken ersten Halbzeit und einer komfortablen 2:0-Pausenführung bis in die Schlussphase hinein spannend gemacht. Trotz einer 20-minütigen Überzahl, nachdem der Ex-Kölner Ellyes Skhiri mit Gelb-Rot vom Platz musste (71.). „Da habe ich mich gefragt, ob wir einer weniger sind“, sagte Andrich. „Also grundsätzlich hat die Karte uns erst mal geholfen. Aber wir haben natürlich dann auch nicht gezeigt, dass wir jetzt einer mehr sind.“
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Strittige Elfmeterszene mit Robert Andrich
In der Anfangsphase war Andrich selbst in eine strittige Szene verwickelt. Er berührte Eintracht-Angreifer Arnaud Kalimuendo klar (8.) und gestand später: „Ich hätte mich jetzt nicht großartig beschwert, wenn er ihn gegeben hätte, und ich wäre auch der Meinung gewesen, dass er ihn dann gibt, wenn er rausgeht.“ Gemeint war Schiedsrichter Robert Schröder, der sich jedoch auch nach Begutachtung der TV-Bilder zur Überraschung aller Beteiligten und der Zuschauer gegen einen Strafstoß entschied.
Das Team von Trainer Kasper Hjulmand hatte danach alles im Griff und kombinierte sich zur Führung. Erst erzielte Arthur nach herrlichem Zusammenspiel mit Alejandro Grimaldo und einer Hackenvorlage des Spaniers sein erstes Bundesligator überhaupt (26.). Dann demonstrierte der formstarke Malik Tillman seine Abschlussstärke von der Strafraumkante, als er eine Ablage von Christian Kofane zum 2:0 ins Frankfurter Tor zirkelte (33.). Der Deutsch-Amerikaner hatte ein ähnliches Tor unter der Woche beim 3:0 in der Champions League gegen Villarreal erzielt. Hätte der nach seiner Verletzung in die Startelf zurückgekehrte Edmond Tapsoba per Kopf das 3:0 erzielt (45.+3), das Spiel wäre schon zur Halbzeit entschieden gewesen.
So kam die Eintracht nach dem Anschlusstreffer durch Robin Koch (50.) mächtig auf und war auch nach der Ampelkarte gegen Skhiri dem Ausgleich näher als die passiven Leverkusener dem 3:1. Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit, als Aleix Garcia einen Konter mit dem 3:1 abschloss (90.+3).
Wir sind immer kritisch mit unserer Leistung, aber es ist nicht einfach, 3:1 in Frankfurt zu gewinnen.
„Wir sind immer kritisch mit unserer Leistung, aber es ist nicht einfach, 3:1 in Frankfurt zu gewinnen. Es gibt immer etwas zu verbessern und wir sind mit vielen Minuten der zweiten Halbzeit nicht zufrieden. Die erste war aber unsere beste seit langem“, sagte Bayer-Coach Hjulmand, der wegen Knieproblemen auf Ibrahim Maza verzichten musste.
Der 19-jährige Jungstar wird wohl auch für das Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstagabend (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen den FC St. Pauli ausfallen. „Wir wissen es noch nicht. Es ist keine große Verletzung, wir haben Hoffnung“, sagte Hjulmand. Wahrscheinlicher ist, dass Maza am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Rheinderby bei Borussia Mönchengladbach wieder mit von der Partie sein kann. Alejandro Grimaldo wird dann nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt fehlen.
Bayer 04 geht trotz der anhaltenden Personalsorgen nach drei Siegen mit Selbstvertrauen in das Heimduell mit St. Pauli. Ob in diesem Duell Ibrahim Maza mitwirken kann, ist offen. In Frankfurt fehlte der Kreativspieler mit leichten Knieproblemen. Die Leverkusener gehen als klarer Favorit in das Duell mit dem Vorletzten der Bundesliga und wollen den dritten Halbfinaleinzug in Serie klarmachen.
Statistik:
Eintracht Frankfurt: Santos - Amenda, R. Koch, Theate - Kristensen, Skhiri, Larsson (57. Höjlund), Brown (84. Bahoya) - Doan (69. Amaimouni-Echghouyab), M. Götze (69. Knauff) – Kalimuendo. - Bayer Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Tapsoba - Arthur, Fernandez (64. Palacios), García, Grimaldo - M. Tillman (82. Poku), Terrier (64. Jo. Hofmann) - Kofane (72. Schick). - SR.: Schröder (Hannover). - Zuschauer: 59.000. - Tore: 0:1 Arthur (26.), 0:2 M. Tillman (33.), 1:2 R. Koch (50.), 1:3 García (90.+3). - Gelbe Karten: Kristensen (3) / Grimaldo (5). - Gelb-Rote Karten: Skhiri (71./wiederholtes Foulspiel)
