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Bayer 04 LeverkusenWerkself macht lauter Fortschritte

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Gelungenes Comeback: Vorbereiter Ibrahim Maza (l.) freut sich mit Lucas Vazquez und Torschütze Patrik Schick über das 2:0 für Bayer 04 Leverkusen.

Gelungenes Comeback: Vorbereiter Ibrahim Maza (l.) freut sich mit Lucas Vazquez und Torschütze Patrik Schick über das 2:0 für Bayer 04 Leverkusen.

Bayer 04 Leverkusen hat vor dem Playoff-Hinspiel am Mittwoch in Piräus beim 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli Selbstvertrauen getankt.

Die Szene passte ins Gesamtbild. Die Sorge um Ibrahim Maza ging nach Bayer Leverkusens souveränem 4:0 (2:0)-Heimsieg gegen den FC St. Pauli in der BayArena um. Der länger verletzte Mittelfeldspieler war zur Pause ausgewechselt worden. Hatte er etwa einen Rückschlag am lädierten rechten Knie erlitten? Keinesfalls. Der 20-Jährige schlenderte gut gelaunt durch die Mixed Zone. Zusammen mit seinen Teamkollegen feierte er die beste Leistung des nicht mehr ganz jungen Jahres 2026. Von Rückschlag also keine Spur. Es ging nur um Fortschritte.

Die Mannschaft drumherum hatte eine höhere Dynamik, eine bessere Intensität, das kommt Ibo dann auch entgegen.
Simon Rolfes, Sportchef Bayer 04 Leverkusen

„Das war eigentlich perfekt“, sagte sein Trainer. Dabei wollte Kasper Hjulmand nicht auf die Teamperformance hinaus, sondern beschrieb den Umgang mit Maza. Nach einer vollen Trainingswoche hatte er mit seinem Offensiv-Juwel gesprochen und herausgefunden, dass dieser „nur“ Kraft für 45 Minuten habe. „Wir haben gesagt, besser von Anfang an und dann raus“, erklärte der dänische Chefcoach und ergänzte: „Er hat gut gespielt und es gab keine Reaktion vom Knie. Ibo ist also zurück.“

Das Comeback von Leverkusens Nummer 30 war an mehreren Stellen wertvoll. In Kombination mit dem anderen Startelf-Rückkehrer Exequiel Palacios sowie den spanischen Passmaschinen Aleix Garcia und Alejandro Grimaldo bildete Maza ein spielstarkes Mittelfeld. „Er bringt Elemente in unser Spiel, die der Mannschaft guttun“, lobte auch Simon Rolfes seinen „hervorragenden Spieler“. Und der Sportchef ergänzte: „Die Mannschaft drumherum hatte eine höhere Dynamik, eine bessere Intensität, das kommt Ibo dann auch entgegen.“

Offensive Lösungen gefunden

Nach Jarell Quansahs Führungstreffer in der ausverkauften BayArena (12.), öffnete Maza den Raum mit einem Pass für Patrick Schick. Der Mittelstürmer scheiterte erst noch an Gästekeeper Vasilj, köpfte dann aber Lucas Vazquez' Hereingabe zum 2:0 ein (14.). „Wir haben von Anfang an entschlossen nach vorne gespielt. Deswegen war es keine Frage, wer als Sieger vom Platz geht“, lobte Geschäftsführer Rolfes die Dominanz seiner Mannschaft.

Bayer spielte im Gegensatz zu den jüngsten Auftritten (vor allem beim 1:1 in Gladbach) nicht mehr so viel nach hinten, sondern versuchte Lösungen nach vorne zu finden. „So haben wir dem Gegner wehgetan“, erklärte Rolfes. Wie wichtig diese Herangehensweise für die kommenden fünf Wochen mit bis zu elf Pflichtspielen ist, war in den Phasen zu bemerken, in denen sie nicht beherzigt wurde. „Die letzten zehn Minuten vor der Halbzeit waren ein bisschen zu wenig“, merkte Coach Hjulmand an.

Wir hatten in den letzten fünf Pflichtspielen vier Siege und ein Unentschieden, aber eine solche Leistung haben wir nicht gesehen.
Kasper Hjulmand, Trainer Bayer 04 Leverkusen

St. Pauli hätte durch Jackson Irwin auf 2:1 verkürzen können, der Hamburger wurde aber von Robert Andrich geblockt (28.). Nach dem Seitenwechsel kamen die Leverkusener wieder an den Drücker und behaupteten auch ohne Maza starke 68 Prozent Ballbesitz. Die Kontrolle zahlte sich aus: Edmond Tapsoba traf per Kopf zum 3:0 (52.) und Ernest Poku schraubte das Ergebnis standesgemäß in die Höhe (78.).

„Wir hatten in den letzten fünf Pflichtspielen vier Siege und ein Unentschieden, aber eine solche Leistung haben wir nicht gesehen“, gab Hjulmand zu. „Heute war sie da und das ist ein guter Push für die nächste Phase.“

Vor dem Playoff-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) bei Olympiakos Piräus setzte Bayer 04 also den Maßstab. Simon Rolfes erklärte vor der anvisierten Revanche für das 0:2 in Athen vor 25 Tagen: „Wir wissen, was auf uns zukommt und müssen dort weitermachen, wo wir gegen St. Pauli aufgehört haben.“ Wohlwissend, dass der griechische Double-Sieger mehr Qualität einbringen wird als die Kiez-Kicker, ergänzte er: „Es wird viel Eins-gegen-Eins auf dem Platz gehen. Da müssen wir versuchen durchzuspielen und auch mal in die Tiefe zu kommen.“ Dabei müsse nicht jeder Pass ankommen, aber der Gegner in dessen Hälfte gedrückt werden. „Dann haben wir gute Möglichkeiten“, nahm der Leverkusener Geschäftsführer Sport das Champions League-Achtelfinale fest ins Visier.