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Bahnen stehen stillDie KVB streiken noch bis Sonntag

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Auch die Kundencenter der Kölner Verkehrs-Betriebe waren am Freitag und am Samstag geschlossen.

Der KVB-Streik führt bis Sonntag zu leeren Haltestellen. Fahrgäste weichen auf Leihräder und Taxis aus.

An den KVB-Haltestellen war am Freitag niemand zu sehen. Warum auch? Denn dort wartete man an diesem Tag vergeblich. Die Bahnen und Busse stehen noch bis Sonntagnacht still: Der zweite große Arbeitskampf im ÖPNV geht noch bis zum frühen Sonntagmorgen um 3 Uhr. Außer einige Busfahrten von Subunternehmern fuhren, wie auch schon zu Beginn des Monats, keine KVB-Bahnen und Busse ab Freitagmorgen. Auch die KVB-Kundencenter und die KVB-Verkaufsstelle waren am Freitag und Samstag geschlossen.

Keine Züge, keine Fahrgäste: An der Haltstelle Heumarkt blieb es am Freitag ruhig. Nur ein paar wenige Busse von Subunternehmen fuhren dort ab.

Einen großen Ansturm gab es deshalb auf E-Scooter und Leihräder, unter anderem das Mietmodell der Kölner Verkehrs-Betriebe. Die KVB riefen ihre Kunden zur Rücksichtnahme auf: Die Räder sollten nur in den Rückgabezonen abgestellt werden und nur so, damit sie andere nicht behinderten. Viele Kölnerinnen und Kölner gingen bei schönem Wetter aber auch einfach zu Fuß. Taxen waren ebenfalls gefragt, viele nutzen auch die Möglichkeit, diese bei Taxiunternehmen telefonisch vorzubestellen. Beim Beförderungsdienst Uber stiegen die Preise, dank einer dynamischen Preisgestaltung in der App, zeitweise auf über das Doppelte an, das an einem normalen Tag für eine Strecke gezahlt wird.

Bundesweit aufgerufen zu dem zweitägigen Warnstreik hat die Gewerkschaft Verdi. Betroffen von der Tarifrunde sind 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen mit zusammen rund 100.000 Beschäftigten. Noch ist scheinbar keine Lösung im Tarifkonflikt in Sicht: Vor der nächsten Verhandlungsrunde, die am Montag und Dienstag stattfinden soll, will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber nun erhöhen.

So leer ist die Station Dom/Hauptbahnhof fast nie. Am Freitag verirrten sich nur vereinzelt Menschen hierher.

In den Verhandlungen geht es laut Gewerschaft darum, die Belastungen für die Beschäftigten zu mindern oder fair auszugleichen (wir berichteten). Konkret sind das Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.

Betroffen vom Streik waren am Freitagabend fast 19.000 Haie-Fans, die das Spiel gegen den ERC Ingolstadt sehen wollten, und am Samstag rund 10.000 Fans von Sänger Jason Derulo in der Lanxess-Arena in Deutz. Die Züge der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn sowie S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalexpress fuhren zum Glück wie gewohnt. Viele reisten dennoch mit dem Auto an. Die Parktickets für das Parkhaus der Arena waren bereits im Vorverkauf schon vergriffen - was für einigen Stau in Deutz sorgte.