Der Höhenberger Drittligist verabschiedet sich mit einem Heimsieg in die Länderspielpause. Auch dank des Linienrichters.
Viktoria Köln besiegt RegensburgDem Schock folgt die Ekstase

Viktoria Köln feiert den zweiten Sieg im zweiten Liga-Heimspiel.
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Dank des scharfen Auges von Kadir Yagci geht der FC Viktoria Köln mit hervorragender Laune in die anstehende Länderspielpause. Denn der Linienrichter guckte am Freitagabend beim Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg auch in der 96. Minute noch genau hin, erkannte beim vermeintlichen 1:1 durch Noel Eichinger nach einem Eckball die Abseitsstellung, hob seine Fahne und rettete der Viktoria ihren verdienten 1:0-Heimsieg über den Zweitliga-Absteiger, der die Kölner in die obere Hälfte der Drittliga-Tabelle katapultierte. „Zuerst war es natürlich ein Schock. Wenn du dir da das 1:1 fängst, tut es brutal weh. Als ich gesehen habe, dass er es abgepfiffen hat, war viel Erleichterung da“, berichtete Viktorias Matchwinner Tim Kloss.
Tim Kloss erzielt den Siegtreffer
Der Verteidiger hatte die Kölner in der Schlussphase einer dominanten ersten Halbzeit für die großen Offensivbemühungen belohnt und im Anschluss an eine Ecke per Abstauber den Führungstreffer erzielt. „Zum Glück bin ich noch an den Ball rangekommen“, sagte der Neuzugang von 1860 München, der nach einem Nasenbeinbruch mit einer Gesichtsmaske spielt – und sie wegen des Tores wohl auch weiter tragen wird. „Theoretisch brauche ich die Maske nicht mehr, aber ich fühle mich damit sicherer. Jetzt habe ich getroffen, vielleicht lasse ich sie an“, sagte der 21-Jährige mit einem Grinsen.
Zur Pause hätte die Viktoria deutlicher führen können, Regensburg wachte erst in der zweiten Halbzeit auf und wurde durch zwei Distanzschüsse gefährlich. Den einen kratzte Kölns Keeper Dudu aus dem Winkel, der andere landete am rechten Außenpfosten. Viel mehr brachte der Jahn – mit Ausnahme des Abseitstreffers – nicht in Richtung Höhenberger Tor zustande. Auch die Einwechslung von Ex-FC-Profi Florian Dietz nach 70 Minuten hatte keine entscheidende Wirkung.
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„Vor allem in der ersten Halbzeit war es ein sehr gutes Spiel von uns. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann über weite Strecken gut geschafft, die Versuche des Gegners wegzuverteidigen“, lobte Kloss. Zuletzt hatte die Viktoria in den ersten Hälften oft mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen und kassierte einfache Gegentore. „Es fühlt sich gut an. Dass wir die Null gehalten haben, nehmen wir auf jeden Fall mit, es ist sehr wichtig für den Kopf. Wir haben es uns in den letzten Wochen immer selbst schwer gemacht. Wenn wir die Null halten, können wir sehr dominant auftreten“, sagte der Torschütze.

Entscheidende Szene in der Schlussminute: Schiedsrichter Assad Nouhoum (M.) entscheidet nach dem vermeintlichen Ausgleich auf Abseits.
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Soichiro Kozuki fehlte die Spielberechtigung
Für Sportvorstand Franz Wunderlich war die erste Halbzeit „überragend“, die Mannschaft habe enorm viel Energie auf den Platz gebracht und in der zweiten Halbzeit „mit Mann und Maus“ verteidigt. „Es war ein rundum gelungener Abend.“ Ähnlich sah es Stephan Küsters, der Sportliche Leiter. „Die erste Hälfte war mit das Beste, was ich hier im Sportpark gesehen habe – und das gegen eine Topmannschaft. In der zweiten Halbzeit waren wir vielleicht zu inaktiv“, so Küsters. „Aber wir haben uns am Ende belohnt und sind auf einem guten Weg.“
Nach der Länderspielpause ist die Viktoria am 13. September (14 Uhr) zu Gast bei Erzgebirge Aue. Dann wird auch Neuzugang Soichiro Kozuki zur Verfügung stehen. Der japanische Flügelstürmer, verpflichtet von 1860 München, sollte eigentlich schon gegen Regensburg Teil des Kaders sein, doch die Kölner konnten die Spielberechtigung für den 24-Jährigen nicht rechtzeitig besorgen. Zudem hofft die Viktoria bis zum Ende des Transferfensters am Montagabend (18 Uhr) auf die Verpflichtung eines Ersatzes für den schwer am Knie verletzten Rechtsverteidiger Marco Pledl.