Bonn ringt die Towers Hamburg mit 92:85 nieder – 6000 kostümierte Fans sorgen für jecke Stimmung im Telekom Dome
Baskets alaafBonner bewahren kühlen Kopf im Karnevalsspiel

Bunte Verkleidungen bestimmen jedes Jahr an Karneval das Bild im Telekom Dome. Auch 2026 vermelden die Telekom Baskets Bonn ein ausverkauftes Haus auf dem Hardtberg.
Copyright: Jürgen Schwarz
Was haben Indiana Jones, Super-Mario, die Minions und sogar Michael Jordan gemeinsam? Sie waren Zeuge des Sieges der Telekom Baskets Bonn gegen die Towers Hamburg – zumindest, wenn es nach den Kostümen der 6000 Zuschauer im ausverkauften Telekom Dome ging. Im Karnevalsspiel siegten die Hausherren gegen die Hanseaten mit 92:85 (24:14, 19:26, 28:22, 21:23). Es war der 14. Erfolg bei der 16. Auflage. Bislang mussten sich die Rheinländer lediglich den Eisbären Bremerhaven (2011, 77:85) und Riesen Ludwigsburg (2018, 105:109) beugen.
Ins erste Viertel starteten die Gastgeber mit einem 11:6 (5.). Nach dem 14:6 (7.) nahm Hamburgs Coach Benka Barloschky eine Auszeit, doch die Bonner bestimmten weiterhin das Geschehen und führten beim Stand von 22:12 (9.) erstmals zweistellig. Die Hamburger verteidigten nicht gerade optimal, doch da Bonn nachließ, kamen sie auf 28:31 (16.) heran, so dass Coach Marko Stankovic eine Auszeit wählte. Sein Team nutzte weiterhin jede Gelegenheit, Schnellangriffe zu laufen, die Grayson Murphy einleitete und Joel Aminu vollendete.
Weniger gut lief es von der Dreierlinie, die Baskets schossen einmal mehr bis zu diesem Zeitpunkt Fahrkarten (1/13), so dass die Towers auf 28:31 (16.) verkürzten. Nun konzentrierten sich die Bonner wieder und verschafften sich Luft (38:30, 18.) – nicht zuletzt dank einiger schicker Crossovers von Neuzugang Jalen Finch.
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Ein Problem blieb bestehen: die Distanzwürfe der Nordlichter aus den Ecken, so dass es zur Pause lediglich 43:40 stand, Zsombor Maronka alleine versenkte vier von fünf Versuchen: „Wir müssen enger verteidigen und fokussierter auftreten“, forderte Stankovic: „Wir hatten zu viele Probleme in der Halbfeldverteidigung. Hamburg hat seine Spielzüge gut zu Ende gespielt, wir waren in der Defense nicht so aktiv wie üblich.“
Nach Wiederbeginn musste Patrick Heckmann um seine Familienplanung fürchten, als ihm Kenneth Ogbe als Ballführender in die Kronjuwelen griff, diese Tätlichkeit aber ungeahndet blieb (21.). Mit einem 7:0-Lauf legten die Baskets zum 55:45 (24.) vor. Bis zum Ende des Viertels gönnten sich beide Defensivreihen eine Verschnaufpause, die kaum Einfluss auf den Abstand hatte (71:62, 30.).
Ross Williams schenkte den Gastgebern zwei Dreier zum 75:73 (33.) ein, Devon Daniels besorgte die erste Hamburger Führung von jenseits des Perimeters (76:75, 35.). Heckmann antwortete prompt mit zwei Punkten, es sollte der letzte Führungswechsel bleiben.
Die Baskets verrannten sich oft in Einzelaktionen und standen so einer früheren Entscheidung selbst im Weg. Nach dem 81:78 (37.) intensivierten sie ihre defensiven Bemühungen und sammelten endlich wieder konsequent Rebounds unter dem eigenen Brett ein.
Garrett machte den Sack mit zwei Freiwürfen zum 90:83 dann 21 Sekunden vor Schluss zu: „Wir haben in der Defense und Offense Fortschritte gemacht“, so der 31-Jährige, der erneut zur tragenden Säule im Angriff der Rheinländer wurde und in wichtigen Situationen sicher abschloss. Trotz des Erfolgs, der die Bonner weiterhin vom Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde träumen lässt, blieb die Dreierquote mit nur knapp 18 Prozent wieder hinter den Erwartungen zurück.
Für Bonn war es der 13. Saisonsieg: „Das war ein sehr wichtiger Erfolg für uns. Das Karnevalsspiel ist immer etwas Besonderes. Man weiß nie, wie das Team auf die Umstände reagiert. Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben auf einem akzeptablen Level gespielt. Im dritten Viertel konnten wir Hamburgs Transition-Offense kontrollieren, was nicht einfach ist. Insgesamt haben wir wegen der Rebounds gewonnen. Wir haben uns 14 Würfe mehr erspielt. Es war wichtig, dass wir den Defensiv-Rebound kontrollieren. Gegen die Towers zu gewinnen, ist nicht einfach. Man sieht, dass sich die Arbeit, die sie seit Saisonbeginn investiert haben, auszahlt. Daher sollten wir glücklich sein, dass wir heute gewinnen und mit unseren Fans feiern konnten“, so Stankovic.
Schon am Mittwoch bestreiten die Bonner ihr nächstes Heimspiel, um 20 Uhr ist Rasta Vechta zu Gast auf dem Hardtberg. Im Hinspiel gelang ein deutlicher 98:70-Erfolg.
Bonn (Punkte/Dreier): Garrett (20/2), Comithier (16), Aminu (14/1), Heckmann (12), Murphy (11/1), Jongkuch (8), Cooks (6/1), Kessens (3), Finch (2) ; Rebounds: 42 (Jongkuch 8); Assists: 20 (Murphy 8); Ballverluste: 9; Trefferquote Feld: 48,6 % (34/70); Dreierquote: 17,2 % (5/29); Freiwurfquote 67,9 % (19/28).
Hamburg (Punkte/Dreier): Daniels (18/2), Maronka (17/4), Ogbe (12/2), Thorpe (11), Williams (9/3), Rich Igbineweka (6/2), Turudic (5), Breunig (5/1), Wimberg (2), Grey; Rebounds: 30 (Williams 6); Assists: 20 (Thorpe 6); Ballverluste: 16; Trefferquote Feld: 47,5 % (29/61); Dreierquote: 40,0 % (14/35); Freiwurfquote: 72,2 % (13/18).
