Abo

Glück und GeschickDie Baskets zittern sich zum Auswärtssieg

3 min
Der Bonner Alijah Comithier (rechts) hängt schwungvoll Rostocks TJ Crockett ab.

Der Bonner Alijah Comithier (rechts) hängt schwungvoll Rostocks TJ Crockett ab.

Bonner bleiben nach dem knappen 88:86-Erfolg bei den Rostock Seawolves Tabellenfünfter – 15 Punkte Vorsprung fast noch verspielt

Wie sich die Bilder glichen: Das Rückspiel zwischen den Telekom Baskets Bonn und den Rostock Seawolves verlief fast exakt so wie das Hinspiel acht Tage zuvor. Doch dieses Mal behielten die Bonner die Oberhand. In Mecklenburg-Vorpommern setzten sie sich nach spannendem Verlauf mit 88:86 (26:25, 23:17, 21:21, 18:23) durch, das Hinspiel hatten die Seawolves mit 81:77 gewonnen und nennen nun auch den direkten Vergleich ihr Eigen. Bonn bleibt Tabellenfünfter.

Beide Spiele endeten nur knapp, obwohl eine Mannschaft über fast drei Viertel das Geschehen bestimmte. Das waren diesmal die Baskets. Sie verteidigten geschickter, schalteten schneller um und reboundeten vor allem aggressiver.

Das bescherte ihnen eine 70:60-Führung kurz vor Schluss des dritten Abschnitts, nachdem sie dank eines Blitzstarts in die zweite Halbzeit mit 15 Punkten vorne gelegen hatten (57:42, 23.). Doch in der letzten Sekunde traf Lukasz Kolenda einen schwierigen Buzzer Beater von Dreierlinie zum 63:70 – es war die Initialzündung für die Gastgeber.

Im letzten Viertel nahm Bonns Trainer Marko Stankovic nach dem 75:74 (34.) eine Auszeit, da sein Team nun mächtig wackelte. Er bemängelte die nachlassende Reboundarbeit, denn gerade in dieser Kategorie hatten die Baskets bis dato deutlich die Nase vorn (insgesamt 18 Offensiv-Rebounds): „Wir hatten acht Würfe mehr als unser Gegner, resultierend aus sehr guter Rebound-Arbeit und 15 erzwungenen Ballverlusten. Wir haben hingegen nur neunmal den Ball hergegeben“, sagte der Coach.

Seine Spieler erhörten ihn, konzentrierten sich wieder und zogen auf 84:76, das Tylan Birts mit einem Dreier besorgte, (37.) davon. Die Antwort gab Kassim Nicholson, er verkürzte aus der Distanz auf 84:87, während Alijah Comithier vom Perimeter vergab. Als DeAndre Lansdowne 25 Sekunden vor dem Ende das 86:87 markierte, stand der Bonner Erfolg auf der Kippe.

Comithier nutzte einen Freiwurf zum 88:86 bei noch 15 Sekunden verbleibender Zeit. Die Baskets verteidigten den letzten Angriff der Hausherren umsichtig, doch zwei Sekunden vor Schluss foulte Michael Kessens Rostocks TJ Crockett, der aber den ersten Freiwurf ausließ. Den Zweiten musste er daneben werfen und auf einen Offensiv-Rebound hoffen, doch den Ball angelte sich Comithier, und die Rheinländer durften die gelungene Revanche bejubeln.

Stankovic war zufrieden: „Ich glaube, die Fans in der Halle haben diesen Kampf genossen. Wir haben besser als im letzten Spiel gespielt, das ist klar. Die meiste Zeit über haben wir sehr solide verteidigt, außer zu Beginn des Spiels und am Ende des dritten Viertels. Wenn man in Rostock zwei Viertel gewinnt und eines unentschieden spielt, dann ist es ein wohlverdienter Sieg.“

Topscorer bei den Baskets war Birts mit 16 Zählern, auch Comithier, Grayson Murphy, Jeff Garrett und der umsichtig spielende Zach Cooks punkteten zweistellig. Das zeigt, wie unberechenbar die Bonner Offensive für die Rostocker war.

Wichtig für die Stankovic-Truppe war in der ersten Halbzeit eine ungewohnte Verlässlichkeit auf die Dreier, von denen sie vier versenkte bei nur zehn Versuchen. Letztlich waren es neun Treffer bei 26 Abschlüssen. Also hätte eine bessere Quote als die 33 Prozent nach der Pause eine frühzeitigere Entscheidung herbeiführen können. Dafür behielten die Baskets in der Crunchtime die Nerven. Weiter geht es am Samstag um 20 Uhr mit dem Heimspiel gegen Science City Jena.

Bonn (Punkte/Dreier): Birts (16/2), Comithier (13), Garrett (13/3), Murphy (12/2), Cooks (11), Kessens (11), Aminu (8/2), Heckmann (3), Jongkuch (1), Jostmann; Rebounds: 42 (Kessens 8); Assists: 16; Ballverluste: 9; Trefferquote Feld: 45,7 % (32/70); Dreierquote: 34,6 % (9/26); Freiwürfe: 68,2 % (15/22).

Rostock (Punkte/Dreier): Schwartz (22/3), Crockett (14/3), Kolenda (11/3), Klassen (10), Nicholson (10/1), Lansdowne (6), Baggette (5), Leuchten (5), Lockhart (3/1), Theis; Rebounds: 32 (Klassen 7); Assists: 15; Ballverluste: 15; Trefferquote Feld: 45,3 % (29/64); Dreierquote: 35,5 % (11/31); Freiwürfe: 81 % (17/21).