Kurs fast verdoppeltLeopard-Hersteller Rheinmetall wird in den Dax aufgenommen

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Rheinmetall wird in den Dax aufgenommen.

Rheinmetall wird in den Dax aufgenommen.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall wird in den deutschen Leitindex Dax aufgenommen. Das teilte die Deutsche Börse am Freitagabend mit.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall, der unter anderem Leopard-Panzer herstellt, ist in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufgestiegen. Dies gab die Deutsche Börse am Freitagabend in Frankfurt am Main bekannt. Im Gegenzug sei der Dialysespezialist Fresenius Medical Care nicht mehr im Dax.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger berichtete derweil, dass sein Unternehmen über den Bau einer Panzer-Fabrik auf ukrainischem Boden verhandelt. „Für rund 200 Millionen Euro kann ein Rheinmetall-Werk in der Ukraine aufgebaut werden“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). Es könnte jährlich bis zu 400 Kampfpanzer vom Typ Panther produzieren. Die Gespräche mit der ukrainischen Regierung seien „vielversprechend“.

Rheinmetall-Chef: Ukraine braucht 600 bis 800 Panzer für einen Sieg gegen Russland

Papperger hofft auf eine Entscheidung „in den nächsten zwei Monaten“ und zeigte sich überzeugt, dass das Werk gegen russische Luftangriffe geschützt werden könnte: „Ein Schutz durch Flugabwehr wäre nicht schwierig.“ Die Ukraine brauche 600 bis 800 Panzer für einen Sieg, betonte der Rheinmetall-Chef. Damit die Menge zusammenkomme, müsste der Bau neuer Panzer schnell starten. „Selbst wenn Deutschland alle zur Verfügung stehenden 300 Leopard-2-Panzer der Bundeswehr abgäbe, wären das deutlich zu wenige.“

Rheinmetall stelle nach bisherigem Stand rund 250 Panzer im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg zur Verfügung: „Bei uns laufen die Arbeiten auf Hochtouren“, sagte Papperger. „Wir haben bereits über 40 Schützenpanzer Marder einsatzfähig gemacht, bis zum Jahresende werden es rund 100 sein. Von 50 Leopard 2A4 sind rund 30 Panzer fertig. Hinzu kommen rund 100 Leopard 1 älterer Bauart, von denen wir aus heutiger Sicht 88 wieder nutzbar machen können.“

Papperger erwartet, dass der Krieg „wahrscheinlich noch Jahre“ dauern wird. „Die westlichen Alliierten schicken zwar genügend Waffen dahin, damit die Ukraine sich verteidigen kann, aber die Ukrainer haben heute nicht genügend Ausrüstung, um ihr Territorium ganz zurückzuerobern.“ Russland habe gleichzeitig zwar nicht so hohe Ressourcen wie der Westen als Ganzes, sagte der Rheinmetall-Chef. Er könne aber nicht erkennen, „dass die Führung rund um Putin Abstriche von ihrem aggressiven Kurs gegenüber der Ukraine macht“. (afp)

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