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Aufreger auf der ZoobrückeAutofahrer auch beim langsamen Fahren am Donnerstagmorgen geblitzt

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Auf der Kölner Zoobrück gilt Tempolimit 50 km/h.

Die neuen Blitzer auf der Zoobrücke sorgten am frühen Donnerstagmorgen für Verwirrung bei Autofahrern — manche wählten sogar den Notruf 110.

Die Blitzer-Posse rund um die Geschwindigkeitsmesser auf der Zoobrücke geht in eine neue Runde: Erst wurde bekannt, dass die dort aufgestellten Blitzer seit Jahren defekt sind — und der Stadt dadurch höchstwahrscheinlich Einnahmen in Millionenhöhe durch die Lappen gegangen sind. Jetzt wurden zwei neue stationäre Geschwindigkeitsmessgeräte auf der Zoobrücke in Betrieb genommen und prompt gab es die nächste „Panne“.

Zumindest für zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer in den frühen Morgenstunden: Die Geräte lösten nämlich wie gewünscht ihr Blitzlicht aus – allerdings auch ohne, dass die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h überschritten wurde. Geplant war die eigentliche Inbetriebnahme der Geräte von der Stadtverwaltung eigentlich erst für 10 Uhr am Donnerstagmorgen. Dies hatte die Stadt zuvor per Pressemitteilung angekündigt. Die beiden Anlagen stehen in Fahrtrichtung stadtauswärts auf Höhe des Rheinparks, stadteinwärts wird auf Höhe des Auenwegs geblitzt.

Mit „Bitte lächeln“-Schild vor den Blitzern gewarnt

Auch für die Kölner Polizei war der verfrühte „Blitzereinsatz“ ein Thema. Auf der Leitstelle im Polizeipräsidium gingen mehrere Anrufe am frühen Donnerstagmorgen ein. „Die Autofahrer waren irritiert“, sagte ein Polizeisprecher der Rundschau. Bei den Anrufen berichteten die Autofahrer, dass sie langsam gefahren seien und es trotzdem geblitzt hätte. Die Autofahrer wählten für ihre Anrufe im Polizeipräsidium den Notruf 110. Die Polizei hätte sich gewünscht, dass die Autofahrer die Telefonnummer der zuständigen Polizeiwache wählen würde. Denn die Notrufnummer 110 sei nur für wichtige Angelegenheiten.

Ein bizzarer Randaspekt: Am Vormittag war eine Polizistin privat auf der Zoobrücke unterwegs und sah, wie eine Person den vorbeifahrenden Autofahrern ein Schild mit der Aufschrift „Bitte lächeln“ zeigte. Die Beamtin rief bei ihren Kollegen an und informierte über das Gesehene. Die Person stand in der Nähe der neuen Blitzer und wollte die Autofahrer vermutlich mit der Aktion vor den nun scharfen Blitzern waren.

Die Firma, die die Messstellen betreibt, hat heute früh abschließende Tests vorgenommen. Leider haben wir versäumt, dies vorher zu kommunizieren. Wir lernen aus jedem Vorgang dazu und werden solche Tests in Zukunft mitteilen.“
Dirk Käsbach, Leiter des Kölner Ordnungsamtes

Die Stadt kann die Verwirrung der Autofahrerinnen und Autofahrer auf der Zoobrücke bereits am Donnerstagvormittag aufklären. „Vor der offiziellen Inbetriebnahme um 10 Uhr hat eine vorgezogene Prüfung stattgefunden“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Rundschau mit. Deshalb sei dort am frühen Morgen schon teils geblitzt worden — auch bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h. „Es muss deshalb aber niemand Sorge haben, ein Knöllchen zu bekommen“, gab die Sprecherin Entwarnung. Wirklich gemessen und geblitzt — und dann auch mit einem Knöllchen versehen — wurde nämlich erst ab der offiziellen Scharfstellung der Blitzer.

Stadt will ähnliche Tests in Zukunft vorher bekannt geben

Diese erfolgte laut Ordnungsamtschef Dirk Käsbach offiziell in Richtung Nippes ab 10.31 Uhr, in Fahrtrichtung Kalk ab 11.04 Uhr. Die neuen Messanlagen werden über Brennstoffzellen mit Energie versorgt. Ähnliche Geräte sind auch hinter dem Kalker Tunnel der Bundesstraße 55a und an der A4 in Höhe Eifeltor in Betrieb. Um zu sehen, ob sie auf der Zoobrücke auch wirklich funktionieren, mussten sie vorher ausprobiert werden. „Die Firma, die die Messstellen betreibt, hat heute früh abschließende Tests vorgenommen“, erklärte Käsbach. „Leider haben wir versäumt, dies vorher zu kommunizieren. Wir lernen aus jedem Vorgang dazu und werden solche Tests in Zukunft mitteilen.“