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BombenfundEvakuierung hat begonnen

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Unterhalb der Mülheimer Brücke entdeckten Mitarbeiter der Rhein-Energie gestern die große 20-Zentner-Bombe. (Foto: Schmülgen)

Köln – Wieder ein Bombenfund, und erneut müssen Tausende ihre Wohnungen verlassen: Die Entschärfung einer 20-Zentner-Bombe unter der Mülheimer Brücke hat begonnen und wird heute das öffentliche Leben rund um die Verkehrsachse stark beeinträchtigen. Erst in der vorigen Woche mussten rund 6300 Bürger für die Entschärfung von zwei Bomben ihre Wohnungen im Uni-Viertel verlassen.

Seit gestern Abend werden Bewohner der Stadtteile Niehl, Riehl und Mülheim über die Evakuierung informiert, ab 9 Uhr wird es heute umfangreiche Straßensperrungen geben. Ziel sei es, bis 15 Uhr alle Bereiche geräumt zu haben, damit die Bombe bis nachmittags erfolgreich entschärft werden kann. Die Stadt richtet zwei Anlaufstellen für Bewohner ein: linksrheinisch in der Schule Esenbeckstraße in Riehl und rechtsrheinisch im Bezirksrathaus Mülheim, Wiener Platz 2. Dort können sie Getränke und Verpflegung erhalten und erhalten auch aktuelle Informationen über den Stadt der Arbeiten.

Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, wird der Durchgangsverkehr auf der Mülheimer Brücke sowie auf der Boltensternstraße, der Riehler Straße und am Niederländer Ufer laut Angaben der Stadt zunächst weiter möglich sein. Die Straßen werden dann kurz vor Beginn der Bombenentschärfung am Nachmittag gesperrt. Dann muss auch der KVB-Verkehr auf den Straßenbahnlinie 13 und 18 über die Mülheimer Brücke kurzzeitig unterbrochen werden. Zu Behinderungen soll es außerdem auf der Buslinie 140 im Bereich Riehl kommen.

Der große Sprengkörper wurde gestern Nachmittag bei Bauarbeiten der Rheinenergie nahe der Brücke am Niederländer Ufer entdeckt. Im Umkreis von 800 Metern werden Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt alle Gebäude räumen, darunter auch die Alten- und Pflegeeinrichtungen der Sozial-Betriebe (SBK).

Nach Informationen der Stadt Köln sind 9500 Menschen betroffen. „Das wird ein riesiger Einsatz, der uns vom bis in den Abend beschäftigen wird“, sagte ein Polizeisprecher.

Gestern Abend und heute Morgen werden Mitarbeiter des Ordnungsamtes Handzettel in Briefkästen der Bürger werfen und sie so informieren. Wie die Stadt mitteilte, werden auch die Jugendherberge am Rhein sowie ein Flüchtlingsheim mit rund 120 Bewohnern an der Boltensternstraße geräumt werden müssen.

Bombenfunde sind in der Domstadt fast alltäglich, doch der Fund einer 20-Zentner- Bombe stellt die Behörden in Köln immer wieder vor eine große Herausforderung. Vor vier Jahren wurde zuletzt am Zoo ein so gewichtiger Sprengkörper entdeckt.

Die Folge: 6000 Menschen mussten aus ihren Wohnungen heraus, der Zoo blieb geschlossen, und 1100 Senioren mussten die Riehler Heimstätten verlassen – mit großer Hilfe der Rettungskräfte. „Wir hatten mit älteren Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen zu tun“, sagte damals Einsatzleiter Peter Hartl. Die Senioren kamen in der Uni-Klinik unter, andere im Klinikum Merheim oder in mehreren Pflegeeinrichtungen in der Stadt. Die Entschärfung verzögert sich um zwei Stunden, weil es schwierig war, viele bettlägerige Senioren aus dem Gebäude zu holen und abzutransportieren. Für 200 fitte Senioren hatte der Bombenfund etwas Gutes: Für sie wurde eigens ein Ausflug organisiert. Bis in den Abend tagte gestern ein Krisenstab bei der Feuerwehr, der den genauen Ablauf der Groß-Evakuierung festlegt.

Die Mülheimer Brücke wird voraussichtlich für die Dauer der Entschärfung gesperrt. Die KVB wird nicht fahren, auch die Schifffahrt auf dem Rhein wird zeitweise ruhen.