Im TV-Studio von „Aktenzeichen XY ungelöst“ hofft Mordermittler Weber auf entscheidende Hinweise zum Cold Case Seckin Caglar. 1991 wurde die damals 16-Jährige tot aufgefunden.
Cold Case aus KölnMord an Seckin Caglar aus Poll wird ein Fall für „Aktenzeichen XY ungelöst“

Der Fall Seckin Caglar kommt ins Fernsehen
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Es ist vermutlich der letzte große Versuch den Mörder von Seckin Caglar doch noch zu finden: Im Jahr 1991 wurde die damals 16-Jährige in Poll tot aufgefunden. Sie wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Seit vielen Monaten versucht das Team um Mordermittler Markus Weber den Cold Case-Fall zu lösen, beispielsweise wurde eine große DNA-Reihenuntersuchung durchgeführt. Doch der ersehnte Ermittlungserfolg blieb bisher aus.
Nun geht die Kölner Polizei noch einmal groß an die Öffentlichkeit. Wie die Rundschau erfuhr, wird der tragische Fall am 25. Februar 2026 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ aufgerollt. Wie es bei ungeklärten Kriminalfällen in der Sendung immer ist: In einem mehrminütigen Film wird der Fall von Laienschauspielern nachgestellt. Dies ist auch bei Seckin Caglar geschehen. Mordermittler Weber wird in das TV-Studio nach München reisen und mit Moderator Rudi Cerne über den Uralt-Kriminalfall zu sprechen. „Wir hoffen endlich auf den entscheidenden Hinweis“, sagte Weber, der nach rund 35 Jahren bei der Kölner Polizei im Frühjahr in den Ruhestand geht und den aufwühlenden Fall noch klären will.
Nicht nur die Kölner Kripo hofft auf eine Aufklärung nach über dreißig Jahren, besonders die Familie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Fröhlich, hilfsbereit und fleißig “ - so wurde das gut behütete Mädchen von den Angehörigen beschrieben. Für den Bruder der getöteten 16-Jährigen bleibt der Mörder seiner Schwester ein „Phantom“, wie Basri Caglar den Täter noch heute nennt. „Das war der Tag, an dem meine Kindheit kaputt gemacht worden ist“, schilderte der Bruder des Opfers, der zur Tatzeit acht Jahre alt war. Er bat mögliche Zeugen, die bisher vielleicht aus Angst geschwiegen haben, sich bei der Polizei zu melden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass damals keiner was gesehen oder gehört hat.“ Offensichtlich hat sich bisher niemand gemeldet und sein Gewissen erleichtert. Mit Blick auf eine mögliche Festnahme sagte Basri Caglar, dass dann auch die gesamte Familie endlich einen Schlussstrich in dem tragischen Fall ziehen könne.
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass damals keiner was gesehen odergehört hat.
Ein Rückblick: Die 16-jährige Seckin Caglar hatte am 16. Oktober 1991 um 18.40 Uhr ihre Arbeitsstelle in einem Coop-Supermarkt an der Siegburger Straße verlassen und war nie zu Hause angekommen. Die junge Frau hatte erst wenige Tage in dem Markt gearbeitet. Üblicherweise fuhr die junge Türkin mit der Linie 7 von der Station „Salmstraße“ bis „Poll-Autobahn“, um von dort zur Wohnung der Eltern zu gehen. Familienangehörige suchten die 16-Jährige und fanden ihre Leiche schließlich am nächsten Tag in einem Gebüsch nahe der Haltestelle „Poll-Autobahn“. Am Abend zuvor war sie getötet worden. „Sie ist einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen“, sagte Mordermittler Markus Weber.
Mehrere hundert DNA-Proben untersucht
Bis heute ist unklar, wann Seckin Caglar auf ihren Mörder traf, teilte die Polizei weiter mit. Ob in der Bahn, an den beiden Haltestellen oder zufällig am Tatort – alles sei möglich. Ein persönlicher Bezug zu Poll sei nicht auszuschließen. Vielleicht wohnte der Täter damals im Bereich des Tatortes und lebt heute noch dort. Vielleicht aber war er in der Nähe bei jemandem zu Besuch oder hatte seine Arbeitsstelle in der Nähe, heißt es von den Ermittlern. Möglich sei auch eine spontane Tat des Angreifers. Die Polizei nahm mehrere hundert Speichelproben von Personen, die im Umfeld des Tatortes lebten, ohne Erfolg. „Alle ausgewerteten Speichelproben waren negativ“, sagte Weber. In einem Fall hatte die Polizei von einer Leiche DNA genommen, die bereits im Krematorium gelegen hatte.
Es wäre nicht das erste Mal, dass durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ ein Verbrechen aufgeklärt wird. Den größten Erfolg der jüngsten Vergangenheit durch die Ausstrahlung eines nicht aufgeklärten Falls hatte die Polizei beim so genannten Kölner „Karnevalsmord“. Es war auch ein „ Cold-Case“-Fall. Ein alter Kriminalfall, der wieder aufgerollt wurde. Ein 57-Jähriger wurde mittlerweile zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil er nach Ansicht des Landgerichtes im Jahr 1988 die damals 24-jährige Petra Nohl ermordet hat.

