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Corona-Krisenstab tagt am FreitagKommt Kölns zweite Impfstation nächste Woche?

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Symbolbild

Köln – Am Freitag beschäftigt der Krisenstab der Stadt Köln sich damit, ob und wo eine neue Impfstation im Rechtsrheinischen eingerichtet wird. Es wäre die zweite größere Anlaufstelle nach dem Kölner Gesundheitsamt, vor dem Haus am Neumarkt stehen aktuell lange Warteschlangen aus Menschen.

Die Messe soll es wohl nicht werden, dort hatte das Land Ende September das große Impfzentrum geschlossen. Denkbar sind nach Rundschau-Informationen eine größere Räumlichkeit oder eine Fläche mit einem Zelt. Zudem soll es weitere kleinere städtische Angebote in den neun Stadtbezirken geben, möglicherweise in den Bezirksrathäusern, sowie weitere Impfbusse. Auch der Ausbau der Impfkapazitäten am Gesundheitsamt ist denkbar. Ob zu einem späteren Zeitpunkt weitere größere Impfstellen folgen, ist aktuell noch unklar.

Stadt Köln weiß: Die Zeit drängt

Aus der Verwaltung ist zu hören, in „den kommenden Tagen“ könnten Impfstellen öffnen, das könnte im Idealfall nächste Woche bedeuten – denn die Zeit drängt laut Stadt. Vorige Woche präsentierte ein Experte demnach im Krisenstab Rechenmodelle, dass täglich zwei Prozent der Kölner die Booster-Impfungen erhalten müssten, um einen Effekt auf die Infektionswelle zu haben. Das wären rund 21 000 Menschen. Zur Einordnung: Das große Impfzentrum der Messe hat an seinem besten Tag 7250 Menschen geimpft, das Tempo wäre nach diesen Maßstäben sehr sportlich, selbst wenn die Ärzte auch vermehrt impfen.

Abgesagt

30 bis 40 abgesagte Weihnachtsfeiern hat der Veranstaltungsbetreiber Kölnkongress schon registriert. Der Grund: Die Corona-Pandemie. Auch die ersten Kongresse sind mittlerweile wieder abgesagt.

Kölnkongress betreibt unter anderem Räume in der Messe, dem Gürzenich, der Flora, den Rheinterrassen, den Tanzbrunnen und den Strandclub „689km“. Das Unternehmensmotto: „Als ,Gastgeber für Gastgeber’ in den vielfältigen Locations der Stadt Köln zu agieren.

252,1 ist die aktuelle Inzidenzzahl in Köln am Donnerstag gewesen. Durchschnittlich haben sich in den vergangenen sieben Tagen also je 100 000 Einwohnern 252 mit Corona infiziert.

74 372 Corona-Fälle, die offiziell registriert sind, gab es bislang. Das sind 522 mehr als am Tag zuvor. 789 Menschen sind insgesamt verstorben. (mhe)

Bislang haben laut Stadt 66 629 Kölnerinnen und Kölner ihre Booster-Impfung erhalten: 61,8 Prozent davon waren 61 Jahre oder älter, 37,7 Prozent zwischen 18 und 59 Jahren alt und 0,5 Prozent zwischen zwölf und 17 Jahren alt.

Längst hat das große Mit-dem-Finger-aufeinander-zeigen-Spiel begonnen: Die Verwaltung wundert sich, dass die Ärzte aus ihrer Sicht so wenig impfen, sie sollten die Hauptlast tragen nach dem Aus des Kölner Impfzentrums in der Messe, nun sieht sich das Gesundheitsamt einem massiven Andrang ausgesetzt. Andererseits wundern sich die Ärzte über das laut ihrer Aussage Versagen der Politik und die Pläne für neue städtische Impfstellen. Beispielsweise sagt Dr. Guido Marx, Vorsitzender des Kölner Ablegers des Hausärzteverbandes NRW: „Es macht doch keinen Sinn, dass die Stadt nun in Aktionismus verfällt und mit neuen Impfstationen wieder Parallelstrukturen aufbaut. Ich sehe dafür eigentlich keine Notwendigkeit, lehne die Unterstützung aber nicht ab, auch wenn ich glaube, dass wir uns dabei verzetteln könnten.“

Bis zu 3500 PCR-Tests am Tag

Seiner Aussage nach sind die Hausarzt-Praxen aktuell nicht überlastet – allerdings gibt es auch Ärzte, die das Gegenteil berichten, in den nächsten Wochen keine Impftermine mehr frei haben und die telefonisch schwer zu erreichen sind.

Marx sagt: „Es war hinlänglich bekannt, dass es die Booster-Impfungen braucht, deshalb überrascht uns der Andrang nicht. Wir haben mit den Impfungen längst begonnen. Aber die Politik hat nicht vorausschauend agiert und ist jetzt verwundert, dass plötzlich Winter und nicht mehr Sommer ist.“

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Marx riet dazu, die Internet-Plattform der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zu nutzen, um Ärzte zu finden, die impfen. Allerdings listet die Vereinigung nur die Ärzte auf. Beispielsweise auf der Internetseite jameda.de ist das anders, dort listen Ärzte ihre Termine auf, die Bürger können direkt buchen.

Wie berichtet, kann das Gesundheitsamt nicht mehr alle Corona-Fälle in den ersten 24 Stunden informieren, es spricht nur noch davon, das es „die Regel ist“. In Einzelfällen dauert es aber auch mal bis zu 72 Stunden.

Und das heißt ja: Kontaktpersonen müssen teils bis zu drei Tage in Quarantäne sein, bis sie von einem möglicherweise negativen Ergebnis erfahren. Aktuell werden in Köln 2300 bis 3500 PCR-Tests pro Werktag durchgeführt.