Gerade Musiker sein Album „Better Love“ veröffentlichen. Am 1. März kommt er mit Ben Zucker in die Arena, dann steht seine eigene Tour an.
Kölner Sänger Dari„Ich habe es geschafft, zu mir selbst zu finden“

Darius Zander (42) alias Dari war früher Fußballspieler bei Fortuna Köln und ist nun ein gefragter Musiker. Zuhause ist er im Kölner Agnesviertel.
Copyright: Stephan Eppinger
In den vergangenen gut fünf Jahren ist bei Ihnen ziemlich viel passiert.
Das stimmt, mein erstes Album habe ich noch vor der Pandemie an den Start gebracht. Aus der geplanten Tour wurde dann nichts. Damals habe ich noch auf Deutsch gesungen. 2022 kam dann der erste englische Song „Because Of You“, nachdem ich die Liebe meines Lebens kennengelernt hatte. Das war die erste Partnerin, die mich nicht verändern wollte und die mich so genommen hat, wie ich bin. Inzwischen bin ich auch Vater geworden und habe es geschafft, mehr zu mir selbst zu finden. Es ist sehr wichtig, in Zeiten, in denen man sich über die sozialen Kanäle im Internet ständig mit anderen vergleicht, zu erkennen, dass man gut ist, so wie man ist. Das ist auch das Thema meines Songs „You Are Ok“. Durch meinen Sohn habe ich auch gelernt, was bedingungslose Liebe ist. Da kommt plötzlich so ein Knirps ins Leben und das ist für mich jetzt alles, was zählt.
In Ihrer Karriere ging es ja nicht immer steil nach oben. Da gab es auch Rückschläge und Herausforderungen.
Dabei ist es so wichtig, an sich selbst und an seine Träume zu glauben, auch wenn man bei der Realisierung viele Hindernisse überwinden muss. Da muss man manchmal auch etwas wagen, und das auch, wenn man keine 19 mehr ist. Es gibt viele Menschen, die solche großen und kleinen Träume in sich tragen, wenn es zum Beispiel darum geht, noch einmal den Job zu wechseln oder eine Weltreise zu unternehmen. Und wenn es bei solchen Vorhaben auch Rückschläge gibt, muss man immer wieder aufstehen und weiter an sich und die Träume glauben. Auch ich habe in meiner Karriere vieles versucht und nicht alles hat so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber ich kann inzwischen gut von meiner Musik leben, gehe jetzt mit Ben Zucker auf große Arena-Tour und erfülle mir mit meiner ersten eigenen Headliner-Tour im Herbst meinen ganz großen Traum. Da werde ich in zehn Städten spielen und die Leute kaufen Tickets, weil sie mich sehen wollen. Das ist doch großartig. Ich denke auch, dass Rückschläge im Leben wichtig sind, weil man daraus lernen und sich so weiterentwickeln kann.
Sie haben auch eine Karriere als Fußballprofi begonnen. Wie sind sie dann überhaupt zur Musik gekommen?
Musik war schon früh in meinem Leben wichtig. Mein Vater ist Musiker und meine Mutter arbeitet als Künstlerin. Ich selbst habe mit sechs Jahren begonnen, Schlagzeug zu spielen, und war in Köln auf einem Musikgymnasium. Zwischen 17 und 21 stand dann der Fußball ganz im Mittelpunkt meines Lebens. Nach dem Studium bin ich aber wieder zur Musik zurückgekehrt und habe dann Songs für mich und andere geschrieben.
Das Songwriting haben Sie auch an internationalen Schulen in Workshops unterrichtet.
Die Workshops habe ich im Auftrag des Auswärtigen Amtes gemacht und war dabei in Ländern wie Italien oder Island an deutschen Schulen unterwegs. Der Kontakt kam durch einen Zufall zustande. Ich war mit Pur auf einer Musikkreuzfahrt unterwegs und bei meinem Konzert auf dem Schiff war ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes im Publikum. Er hat später über Facebook Kontakt zu mir aufgenommen und mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, diese Aufgabe zu übernehmen. Für mich war das einer der schönsten Jobs meines Lebens, weil ich mit unglaublich kreativen jungen Menschen zusammenarbeiten konnte. Aktuell ist es nicht ganz so leicht, dafür die Zeit zu finden. Aber ich würde zum Beispiel gerne noch einmal im Sommer nach Island zurückkehren, weil ich dort die großartige Natur und die besonderen Menschen so liebe.
Was sind für Sie die besonderen Songs auf dem neuen Album?
Die Songs sind ein Sammelsurium meiner Arbeit aus den vergangenen drei Jahren. Den Titelsong „Better Love“ habe ich zusammen mit dem ESC-Teilnehmer Isaak aufgenommen, der auch zu meinem Songwriting-Team gehört hat. Das war eine sehr schöne Zusammenarbeit. Bei „If You Want It All“ gibt es ein Duett mit meiner Frau Jennifer Lange, mit der ich mich perfekt ergänze. Im Song geht es aber auch darum, dem anderen seine Freiheit zu lassen und ihn so zu nehmen, wie er ist. Live kommt vor allem der Song „You Are Ok“ gut an, bei dem es um Selbstakzeptanz geht. Ein großer Streaming-Erfolg ist „Because Of You“, zu dem wir in Südfrankreich ein Video gedreht haben.
Und jetzt geht es mit Ben Zucker auf Tour und auch in die Kölner Arena.
Ben und ich haben uns vor zwei Jahren beim „Fernsehgarten“ kennengelernt und sind inzwischen auch Freunde geworden. Dass er mich jetzt bei seiner Tour so unterstützt, begreife ich als große Chance. Wir waren schon im Sommer bei einigen Open Airs gemeinsam unterwegs. Jetzt geht es mit dem Nightliner in 24 Tagen zu 18 Konzerten. Auch meine Frau und mein Sohn werden dabei sein. Für mich erfüllt sich da ein Kindheitstraum, auch weil ich die große Bühne liebe. Da gibt es immer eine ganz besondere Energie. Ben gibt mir bei den Konzerten auch viel Raum, meine Auftritte dauern jeweils etwa 30 Minuten. Er weiß als Musiker, wo er herkommt und gibt jetzt etwas zurück, was er früher als Support selbst bekommen hat. Auf die Kölner Arena bin ich besonders gespannt, auch weil da meine Familie und viele Freunde in der Halle sein werden.
Wie wichtig ist für Sie Ihre Heimat Köln?
Ich bin durch und durch Kölner und liebe diese besondere Atmosphäre in der Stadt, die so offen, bunt und tolerant ist. Wenn ich ein paar Tage unterwegs war und dann bei der Rückkehr die beiden Türme des Doms sehe, bekomme ich immer eine Gänsehaut. Ich liebe in Köln auch die Veedelskultur wie hier bei mir im Agnesveedel, wo man vom Kioskmann oder vom Postboten noch auf der Straße begrüßt wird. Köln hat so auch genau die richtige Größe zwischen Großstadt und Dorf.
Tickets für die Show von Dari am 28. November im Club Bahnhof Ehrenfeld gibt es für rund 34 Euro online.
