Köln – Verschlossene Türen zu Ostern – ein grausige Vorstellung für die Kirche in Köln. Doch nach der Entschuldigung von Kanzlerin Angela Merkel muss es nun nicht mehr so weit kommen. Die Kirchen können Ostern feiern, mit den Konzepten, wie sie nun schon seit rund einem Jahr erprobt sind.
Der Leiter der Bistumsverwaltung, Generalvikar Markus Hofmann, betont: „Schon an Weihnachten haben wir das Ziel verfolgt, die Gesundheit der Gläubigen zu schützen und ihnen gleichzeitig die für ihre Religionsausübung zentrale Mitfeier von öffentlichen Gottesdiensten zu ermöglichen.“ Die Gemeinden im Erzbistum Köln könnten daher auch an den Ostertagen die Osterliturgien unter den bekannten Bedingungen abhalten und würden ermutigt, dies entsprechend ihrer Möglichkeiten zu tun.
„Wir planen alles wie gehabt“, bestätigt Stadtdechant Robert Kleine. Nicht alles könne im gewohnten Umfang stattfinden, sagt er im Überblick bis hin zur Osternacht. So müsse die Prozession zu Palmsonntag von der Minoritenkirche hin zum Dom wie bereits im Vorjahr ausfallen. Auch die rituelle Fußwaschung an Gründonnerstag fällt der Pandemie zum Opfer. Doch für die Messen verspricht Kleine keine Reduzierung.
Protestanten machen Angebote „nah bei Menschen“
Der Stadtsuperintendent der evangelischen Kirche in Köln und Region, Bernhard Seiger, versichert: „Wir werden in allen Gemeinden in der Karwoche und an den Ostergottesdiensten Angebote machen, die nahe bei den Menschen sind.“ Es fänden bewährte digitale Formate statt, die ein sicheres Teilnehmen von Zuhause aus ermöglichten. „Es werden aber nach wie vor Präsenzgottesdienste angeboten. Die Hygienekonzepte des letzten Jahres haben sich durch die aufmerksame Umsetzung und durch Anpassung der Gemeinden an aktuelle und lokale Bedingungen sehr bewährt.“
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Doch eine generelle Regel wie bei der katholischen Kirche gibt es nicht: „Es gilt nach wie vor der Grundsatz, dass in der Evangelischen Kirche die jeweiligen Leitungsgremien entscheiden, was für ihre Gemeinde das passende Angebot ist.“ Viele Gemeinden böten beide Formen der Begleitung und der Feier an. „Ich bin überzeugt, dass unsere Gemeinden ihre Verantwortung sehr bewusst wahrnehmen. Ich hoffe sehr auf diszipliniertes Verhalten aller Kölnerinnen und Kölner in ihrer persönlichen Lebensführung und das Einhalten der Abstandsregeln“, sagt Seiger.


