NRW-Minister in Köln zu GastWüst sagt Fachkräftemangel im Handwerk den Kampf an

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Wüst richtete auf dem HWK-Ausbildungscampus einen Fahrradreifen neu aus, unter genauer Begutachtung von Sebastian Hüsch.

Wüst richtete auf dem HWK-Ausbildungscampus einen Fahrradreifen neu aus, unter genauer Begutachtung von Sebastian Hüsch.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst besuchte am Donnerstag den AusbildungsCampus der Handwerkskammer Köln.

„Wir müssen noch mehr junge Leute für das Handwerk motivieren und begeistern. Der Fachkräftemangel muss noch aktiver bekämpft werden, wir müssen unsere Ausbildungsstätten auf dem neuesten Stand halten und auch das Ausland attraktiver für den Handwerksnachwuchs machen.“ Diese Ziele setzte sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Donnerstag in Ossendorf beim Besuch des „AusbildungsCampus“ der Handwerkskammer Köln. Wüst schnupperte in verschiedene handwerkliche Bereiche hinein, lernte Schweißtechniken ebenso kennen wie das Ausrichten und Zentrieren eines Fahrradreifens und zeigte sich beeindruckt von den Ausbildungsmöglichkeiten im Kölner Norden.

Am AusbildungsCampus in Ossendorf werden seit rund drei Jahren in einer modernen Ausbildungsstätte komplexes Fachwissen und handwerkliche Fertigkeiten miteinander verknüpft, so dass Azubis unter Realbedingungen handwerkliche Probleme flexibel lösen können. In über 30 Berufsfeldern werden hier Betriebsausbildungen praktisch ergänzt, ein modernes Schulungszentrum legt für die Azubis den Grundstein für eine erfolgreiche Handwerkerkarriere. Ministerpräsident Wüst nahm sich am Donnerstagvormittag Zeit, mit vielen jungen Leuten und einigen Ausbildern zu sprechen.

Im Vordergrund stand für den CDU-Politiker die Fachkräfteoffensive des Landes NRW, welche das Bundesland noch wettbewerbsfähiger machen soll. „Mit der Fachkräfteoffensive begegnet die Landesregierung dem Fachkräftemangel mit verbesserten Angeboten, Kooperationen sowie Investitionen. Das sieht man an dem Erfolgsprojekt Meisterprämie: In weniger als zwei Jahren seit der Einführung konnten wir bereits 1.500 Meisterprämien in Höhe von 2.500 Euro vergeben.“ Der Fachkräftemangel hielt Wüst nicht davon ab, optimistisch nach vorne zu schauen: „Köln als herausragender Industrie- und Forschungsstandort trägt wesentlich zum Erfolg unseres Landes bei. Am AusbildungsCampus in Köln werden die Fachkräfte ausgebildet, die wir für diesen Erfolg brauchen – und für vieles mehr.“

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Dass die Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation im Handwerk vielen Menschen Sorgen bereitet, war beim Besuch des Ministerpräsidenten also zunächst nicht zu spüren. Dennoch ließ Wüst durchblicken: „Es stehen große Herausforderungen bevor: Allein in den kommenden zehn Jahren werden über eine Million Erwerbstätige im Land altersbedingt ausscheiden. Junge Fachkräfte sind entscheidend für den Industrie- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“ Zwei von ihnen sind Viviane Falke (21) und Lutz Schumacher (19) aus Bensberg. Sie zeigten Wüst mit guten Tipps, wie man einen Bilderrahmen aus Holz geschickt tischlert.

Attraktive Karrieremöglichkeiten

Zudem lernte der 48-Jährige, wie ein Fahrradreifen zentriert wird – der Ministerpräsident legte dabei in der Werkstatt selbst Hand an und schwärmte anschließend: „Wenn ich mir die Zweiradwerkstatt hier auf dem Campus anschaue, muss ich klar sagen: Das ist nur eine von zweien in ganz NRW – das zeigt, wie wichtig dieser Kölner Standort ist. In dieser Boom-Branche deckt Köln hier quasi das ganze Rheinland ab.“ Wüst verwies auch auf die attraktiven Karrieremöglichkeiten im Handwerk: „Hier wird wirklich gutes Geld verdient.“ Die internationalen Austauschmöglichkeiten sollten für Azubis verbessert werden, forderte Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln: „Duale Ausbildung sollte genauso gleichwertig behandelt werden wie akademische, und auch hier könnte man vieles mit Erfahrungen im Ausland attraktiver machen.“

Nach ein paar Fotos und Selfies mit stolzen Azubis vor dem AusbildungsCampus verschaffte sich Wüst noch weitere Eindrücke von der Kölner Region: Zunächst ging es zum Centrum für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln, anschließend nach Wesseling zum Unternehmen LyondellBasell, einem der weltweit größten Hersteller von Polymeren, durch welche nachhaltiger Transport sowie Lebensmittelsicherheit und sauberes Wasser ermöglicht werden.

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