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Hitze in KölnAuch Bäume leiden unter den Temperaturen

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Eingetütet: Die Bäume am Neptunplatz in Ehrenfeld sind bereits mit Wassersäcken ausgestattet, die in mehreren Stunden bis zu 100 Liter Wasser in den Boden abgeben können.

Köln – Der Sommer ist zurück, mit Temperaturen weit über 30 Grad. Nicht nur den Menschen fordert das einiges ab. Auch die Bäume leiden wieder unter Hitze und Trockenheit. Dabei sind viele als Folge des letzten Jahres noch geschwächt und von Krankheiten bedroht. Aber die Unterstützung für die Bäume steht parat.

Grünflächenamt

63 Bäume in der Stadt hängen testweise „am Tropf“. Sie wurden mit großen Wassersäcken ausgestattet, die um den Stamm gebunden wurden. Die Ahornbäume am Neptunplatz in Ehrenfeld gehören dazu. Sie wachsen in großen Pflanzkübeln und sind von Trockenheit besonders betroffen, weil sie nicht tief wurzeln können.

Die dunkelgrünen Plastikbeutel mit Reißverschluss an den Seiten legen sich um den Baumstamm. Sie nehmen 100 Liter Wasser auf, das sie in sechs bis zehn Stunden in die Erde sickern lassen. Alle vier bis sieben Tage sollten die Wassersäcke nachgefüllt werden, rät der dänische Hersteller. Allerdings sei das abhängig von der Größe des Baumes und den örtlichen Wetterbedingungen.

Wie die Bäume in den großen Pflanztrögen oder etwa über Tiefgaragen haben vor allem jüngere Bäume Schwierigkeiten mit langer Trockenheit – sie sind noch nicht alt genug für tiefe Wurzeln. Seit diesem Jahr gießt das Grünflächenamt neu gepflanzte Bäume fünf statt drei Jahre lang. Dazu ist zum Beispiel ein städtisches Tankfahrzeug unterwegs, es fährt nach einer vorgegebenen Route von Baum zu Baum und spendet jedem bis zu 100 Liter Wasser. Alle zehn Tage startet die Gießrunde neu – je nach Witterung auch öfter.

Rheinenergie

Die Stadt Köln und die Rheinenergie haben „wieder Kräfte gebündelt, um das Kölner Grün zu schützen“, verspricht der Versorger. Er verteilt in diesen Tagen seine Standrohre, mit denen sich Wasser direkt aus dem Netz entnehmen lässt.

Die Standrohre der Rheinenergie konnten auch schon im vergangenen Jahr von Initiativen oder Vereinen ausgeliehen werden, um (wie hier in Niehl) öffentliche Grünflächen zu wässern.

Bis zu zwei Wochen lang können Vereine, Initiativen oder Gruppen, die sich für die öffentlichen Pflanzen engagieren, die Rohre über das Grünflächenamt ausleihen, das die Einsatzorte abstimmt. Die Rheinenergie rechnet damit, dass pro Tag bis zu vier Kubikmeter Wasser, also 4000 Liter, durch die Rohre gehen. „Da kann bei 15 bis 30 Standrohren schnell was zusammenkommen“, sagt ein Rheinenergie-Sprecher. Zum Befüllen der Wassersäcke seien die Standrohre ebenfalls „sinnvoll, weil mobil einsetzbar“, heißt es.

Feuerwehr

Auch die Feuerwehr ist für die öffentlichen Grünflächen in der Stadt unterwegs: „Wasserführende Fahrzeuge“ helfen stundenweise beim Gießen – sofern sie nicht gerade beim Löschen gebraucht werden. Diese Unterstützung für das Grünflächenamt „wird auf unbürokratische Art und Weise bei Trockenperioden schon seit Jahren durch die Feuerwehr geleistet“, erklärt Ulrich Laschet von der Feuerwehr.

Friedhofsgärtner sind „am Rande der Belastbarkeit“

„Weichlaubige Pflanzen“, zu denen laut dem Fachverband der Friedhofsgärtner auch fast alle Wechselbepflanzungen auf Gräbern zählen, kommen derzeit mit ihrem Wasserhaushalt „in große Bedrängnis“. Wie der Fachverband weiter erklärt, sind deswegen die Friedhofsgärtner morgens und abends mit speziellen Arbeitsmaschinen unterwegs, an die Gießpumpen angebaut wurden. Durch die Bewässerung entstehe auch eine „Verdunstungskälte“, die die Umgebung „wohltuend spürbar abkühlend beeinflusst“. Die Friedhofsgärtner arbeiten selbst „am Rande der Belastbarkeit“ bei der Hitze. (kl)

Allerdings nur, wenn nichts Dringenderes ansteht: Durch die Leitstelle können die Fahrzeuge „jederzeit über Funk zu den originären Einsätzen der Feuerwehr abgerufen werden“. Und weil sie nur die Bäume im eigenen Wachbezirk gießen, gibt es auch keine Verzögerungen, falls ein Einsatz dazwischenkommt.

Baumpaten

Mehr als 1000 Kölner haben Baumpatenschaften übernommen. Sie tragen dazu bei, „dass ihre Patenbäume Zeiten trockener Perioden besser überstehen“, erklärt Manfred Kaune, Leiter des Grünflächenamts. Die Paten pflegen ein Baumbeet oder eine Grünfläche an der Straße, in Anlagen oder auf Plätzen. Sie bekommen für ihr ehrenamtliches Engagement eine Urkunde, ein Beetschild und regelmäßige Gärtner-Tipps. Interessenten für eine Patenschaft können sich per E-Mail an 67-Ehrenamt@stadt-koeln.de wenden.

Aber auch ohne Patenschaft „freuen sich insbesondere Jungbäume über jeden Eimer Wasser“, sagt Manfred Kaune. Bei älteren Bäumen, die ungehindert tief wurzeln können, hilft Gießen eher nicht, weil das Wasser verdunstet, bevor es an den Wurzeln angekommen ist. Bäume, die unter der Trockenheit leiden, erkennt man daran, dass sie ihre Blätter und unreifen Früchte abwerfen. Eichen, Weiden oder Pappeln können sich sogar von kompletten Ästen trennen. Gleichzeitig versuchen sie, nach unten neue Wurzeln zu bilden.

Für die Menschen

„Nach Wetterlage“ will die Rheinenergie nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Menschen in der Stadt zusätzlich versorgen: Wassertheken werden an zentralen Punkten aufgestellt. Von dort ziehen Mitarbeiter mit Rucksäcken los und verteilen kostenlos Trinkwasser. Seit Dienstag befindet sich eine Wassertheke auf der Schildergasse in der Nähe der Antoniterkirche.

Bis zum Herbst 2019 will die Stadt insgesamt zwölf Trinkbrunnen, verteilt über das ganze Stadtgebiet, aufbauen. Das hat der Rat im Februar beschlossen. Jeder Stadtbezirk soll einen „Bezirkstrinkbrunnen“ bekommen, in der Innenstadt werden in Kooperation mit der Rheinenergie vier Trinkbrunnen betrieben. Im Moment stehen drei: am Kurt-Hackenberg-Platz neben der Philharmonie, am Blücherpark in Bilderstöckchen und am Skaterpark im Rheinauhafen. Wenn es läuft wie geplant, gibt es im nächsten Sommer dann mehr kostenloses Trinkwasser für die Menschen in der Stadt.