Fußgänger- und fahrradfreundlicherKalker Hauptstraße soll umgestaltet werden

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Autofahrer überholt Radfahrer auf der Kalker Hauptstraße

Eng ist es für alle Verkehrsteilnehmer auf der Kalker Hauptstraße.

Die Bewohner von Kalk sprechen sich in einer Befragung mehrheitlich für eine fußgänger- und fahrradfreundliche Umgestaltung der Kalker Hauptstraße aus.

Die Kalker haben gesprochen. Und was sie gesagt haben, klingt mehr als eindeutig: Es muss sich etwas ändern auf der Kalker Hauptstraße. Gefragt hatte die Kölner Freiwilligen Agentur, die einen Beschluss des Verkehrsausschusses umsetzte.

Der wiederum hatte sich dafür ausgesprochen, die Kalker Hauptstraße im zentralen Abschnitt zwischen Kapellenstraße und Rolshover Straße zugunsten des Fuß- und Radverkehrs neu zu gestalten und „insgesamt“ aufzuwerten.

2147 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt. 192 von ihnen wurden von der Freiwilligenagentur vor Ort an Infoständen befragt, 135 nutzten die eigens aufgestellten Briefkästen, 1820 Personen nahmen auf der dafür eingerichteten Seite des Internetportals der Stadt teil. Auf die Frage, wie sie sich auf der Hauptstraße bewegen, gaben 1649 zu Fuß als Antwort, 1350 sagten mit dem Fahrrad und 651 mit dem Auto. Dabei waren Mehrfachnennungen erlaubt.

Busse sollen weiter auf der Hauptstraße fahren dürfen

14 Prozent aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Umfrage wohnen an der Kalker Hauptstraße, 54 Prozent in den Seitenstraßen, zehn Prozent gehen in Kalk zur Arbeit, 22 Prozent nutzen die Haupt- hauptsächlich als Durchfahrtsstraße.

79 Prozent aller Befragten sprachen sich für Verbesserungen für Radfahrer aus. 18 Prozent lehnten diese ab. Sogar 54 Prozent der Autofahrer wünschen sich mehr Sicherheit für ihre radelnden Mitmenschen. Als Probleme für Radfahrer wurden das Zweite-Reihe-Parken identifiziert, das Parken auf den Radwegen und das sogenannte Dooring, also das Öffnen von Autotüren, während Radfahrer an dem Auto vorbeifahren. Dooring führt in vielen Fällen zu schweren Stürzen.

Auch für die zu Fuß Gehenden fordern die Kalker Verbesserungen – 65 Prozent im Durchschnitt. Bei den Fußgängern und Radfahrern lag die Zustimmung bei über 70 Prozent, 55 Prozent der Autofahrer lehnen Zugeständnisse an die Fußgänger ab.

Radfahrerin weicht Autos aus, das auf der Kalker Hauptstraße auf dem Radweg parkt.

Radfahrerin weicht Autos aus, das auf der Kalker Hauptstraße auf dem Radweg parkt.

Egal, wie die Kalker Hauptstraße nach dem Beschluss im Verkehrsausschuss auch aussehen wird: 84 Prozent aller Befragten wünschen sich, dass die Busse der KVB dort weiterhin fahren dürfen. Diesen Wunsch teilten sich jeweils über 80 Prozent der Fußgänger, Rad- und Autofahrer.

Letztere müssen in der Befragung einen Dämpfer verkraften. 73 Prozent wünschen sich, dass weniger Autos auf der Kalker Hauptstraße unterwegs sein sollen. 80 Prozent der Fußgänger teilten diese Forderung, 90 Prozent der Radfahrer. 23 Prozent halten es für richtig, beim Autoverkehr alles so zu lassen, wie es ist.

Bessere Markierungen oder gar Barrieren zwischen Autos und Fahrrädern halten 83 Prozent der Befragten für eine gute Idee. 13 Prozent lehnen die ab. 72 Prozent fordern, dass die Autos langsamer fahren sollten. Dieser Forderung stimmten 85 Prozent der Radfahrer zu und eine hauchdünne Mehrheit von 51 Prozent der Autofahrer. Mit weniger Parkplätzen können sich 62 Prozent anfreunden, 65 Prozent der Autofahrer allerdings nicht.

Eine Umverteilung der öffentlichen Flächen zugunsten von mehr Raum für Menschen, Grün und Gastronomie gehörte zu den oft gehegten Wünschen.

Die Verwaltung wird die Befragung nun auswerten und aus der Auswertung eine Vorlage machen, die anschließend in den politischen Gremien diskutiert wird. Auf jeden Fall auch in der Bezirksvertretung Kalk.

Aber auch die Bürger sind noch einmal gefragt. Die Verwaltung bereitet eine Informationsveranstaltung im Rahmen des Beteiligungsfahrens zur Umgestaltung der Kalker Hauptstraße vor. Und damit die Bürgerbeteiligung nicht nur aus diszipliniertem Zuhören besteht, sollen die Kalker dort ausreichend Gelegenheit bekommen, das Wort zu ergreifen. Ort und Zeit stehen noch nicht fest.

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