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Auftakt im LapidariumLupo-Ballade holt überraschenden Tagessieg bei „Loss mer singe“

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Der „Loss mer singe“-Auftakt im Lapidarium.

Der „Loss mer singe“-Auftakt im Lapidarium.

Auch in dieser Session geht die Mitsing-Initiative auf Kneipentour. Überraschend war nicht nur der Siegertitel, sondern auch, welche Band dieses Mal nicht in der Auswahl stand.

Es fehlte nicht viel, dass der Gewinnertitel für immer unter dem Radar geblieben wäre. In der vergangenen Session war die Ballade „Minsche der Stadt“ von Lupo bei „Loss mer singe“ noch durchs Raster gefallen, weil sie nach dem Elften Elften erschienen war. Jetzt schickte die Einsing-Initiative es noch einmal ins Rennen. Zum einen, weil der Titel schon im vergangenen Jahr die Herzen des Teams berührt hatte. Aber auch, weil er das Publikum bei den drei Liederchecks Ende 2025 überzeugte, bei denen ganze 42 Titel auf ihre Kneipen-Tauglichkeit getestet wurden. Beim Auftakt der Kneipentour im Lapidarium überzeugte die schunkelbare Ballade erneut: Die gefühlige Nummer über einen Sänger, der die Menschen mit seiner Musik berührt, sammelte beim ersten von rund 50 Einsingabenden der Session überraschend die meisten Punkte und sicherte sich den Tagessieg.

Knapp dahinter landete die „Karnevalsmaus“ der Brassband Druckluft auf dem zweiten Rang. Der Titel gilt für viele bereits jetzt als Hit der Session. Die drittmeisten Stimmen bekamen die Vorjahressieger von Kempes Feinest mit dem schwungvollen Freundschafts- und Liebeslied „Dat bes du“.

Einsingabend im Lapidarium: Fans warteten bereits Stunden vorher vor der Kneipe

Bereits am frühen Nachmittag sammelten sich die hartgesottensten „Loss mer singe“-Fans bei eisigem Wetter vor der Kneipe, wo die Kneipentour von „Loss mer singe“ traditionell startet. Im pickepackevollen Kult-Laden an der Eigelsteintorburg schmetterten die Gäste gemeinsam 22 Neuerscheinungen und stimmten danach für ihre Favoriten ab.

Neben den seit Jahren etablierten Bands – Bläck Fööss, Brings, Cat Ballou oder Klüngelköpp – gibt das „Loss mer singe“-Team immer wieder auch Nachwuchskräften eine Chance. Zum wiederholten Mal dabei sind dieses Mal etwa die Bands Bohei („Jlitzer“) und Scharmöör („Die Letzte“), erstmals in der Auswahl vertreten ist der Männerchor „Laut aber Schief“, dessen Lied „Fastelovend Fiewer“ das Einsingen der neuen Sessions-Titel eröffnete. Je mehr Qualität nachrückt, desto schwerer haben es die etablierten Bands, gute Platzierungen beim Kneipenpublikum zu erreichen – oder es überhaupt in die Auswahl zu schaffen. Die Auswahl werde von Jahr zu Jahr schwerer, sagte „Loss mer singe“-Erfinder Georg Hinz bereits vor dem Auftakt.

„Loss mer singe“: Ruhige Titel punkten, Höhner nicht dabei

Nicht in diese bunte Mischung passte in diesem Jahr beispielsweise der Sessions-Titel der Höhner: „Gisela“ schaffte es nicht auf den 22 Songs starken Liederzettel. Generell sagt „Loss mer singe“-Erfinder Georg Hinz zur Auswahl: „Es ist ein Unterschied, ob man ein Lied zusammen mit der auftretenden Band in einem Raum, am Kopfhörer zu Hause, im kleinen Kreis, im TV oder die Produktion in einer vollen Kneipe auf sich wirken lässt.“ Manche Lieder bräuchten die Kommunikation der Band auf der Bühne, um etwa einen besonderen Witz oder Ironie zu entfalten.

Im Lapidarium punkteten vor allem die wenigen ruhigen Titel. Neben dem Tagessieger von Lupo galt das auch für die Heimat-Ballade „Niemols im Levve“ von Mätropolis, die im Lapidarium auf Platz vier landete, dicht gefolgt von Kasalla („¡Adios Amigos!“) und den Paveiern („Konfettirään“). Auch die kraftvolle Anti-Hass-Hymne „Nie ohne Hoffnung“ von Miljö und Peter Brings entfaltete im Lapidarium eine besondere Kraft und belegte den siebten Platz.

Das Ergebnis aus dem Lapidarium ist zwar ein wichtiger Gradmesser für die Neuerscheinungen, unter anderem verschafften sich Band-Mitglieder von Kasalla, Bläck Fööss, Druckluft, Planschemalöör oder Scharmöör vor Ort einen Eindruck, wie ihre Titel beim Kneipenpublikum ankamen. Andererseits ist die erste Wertung auch nur eine Momentaufnahme. In den kommenden Wochen finden in der ganzen Stadt weitere Einsingabende statt. Aus allen Stimmen ergibt sich am Ende der Sieger, der beim Finale am 7. Februar in der Live Music Hall gekürt wird. Hier finden Sie alle Termine.