Abo

Nach 5000 TagenGürzenich-Orchester spielt erstmals wieder in der Kölner Oper

3 min
Das Gürzenich-Orchester bei seiner ersten Probe im sanierten Kölner Opernhaus.

Das Gürzenich-Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Andrés Orozco-Estrada probt im sanierten Kölner Opernhaus.

14 Jahre hat die Sanierung der Kölner Oper gedauert und 1,5 Milliarden Euro gekostet. Vor kurzem hat das Gürzenich-Orchester zum ersten Mal seit 2012 dort gespielt.

Nach rund 5000 Tagen Abwesenheit ist das Gürzenich-Orchester in das Opernhaus am Kölner Offenbachplatz zurückgekehrt. Wie die Stadt Köln am Donnerstag, 12. März, mit vier Wochen Verspätung mitteilte, haben die Musiker am 11. Februar 2026 im Rahmen einer Probe zum ersten Mal seit Juni 2012 wieder im großen Saal gespielt. Unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada, Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister, wurden Werke von Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart gegeben.

In den Zuschauersesseln, die teils noch mit Plastikfolie abgedeckt waren, hatten ein paar Dutzend Zuhörer Platz genommen. Wie die Stadt Köln erklärte, haben sich die Musikerinnen und Musiker „einen ersten Eindruck verschafft von den verbesserten Arbeitsbedingungen im Orchestergraben und der Akustik im Saal. Weitere Proben werden folgen.“

Sanierung der Kölner Oper laut Stadt im Zeitplan - Eröffnung im September

Im Herbst will man mit der feierlichen Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz einen Schlussstrich unter die chaotische und teure Sanierung ziehen, die 14 Jahre gedauert hat und inklusive Interimsspielstätten und Finanzierung über 40 Jahre rund 1,5 Milliarden Euro kosten wird. Vor zwei Jahren war man noch von Gesamtkosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro ausgegangen. Ursprünglich sollten die reinen Baukosten nur 253 Millionen Euro betragen.

Am 24. September ist ein Festakt in der Oper geplant, am 27. September wird dort „Der Rosenkavalier“ aufgeführt. 2012 war mit „Die Meistersänger von Nürnberg“ in der Oper am Offenbachplatz der letzte Vorhang gefallen. Es sieht so aus, als würden die Eröffnungstermine diesmal tatsächlich gehalten, nachdem das Interim der Bühnen zuvor bereits sieben Mal verlängert werden musste.

Nach Angaben der Stadt Köln liegt die Sanierung weiterhin im Zeitplan. Ende 2025 war die bauliche Fertigstellung erfolgt, derzeit laufen noch Arbeiten an den festen Schreinermöbeln im Gastronomiebereich. Türen und Tore im Opernhaus seien „fast vollständig montiert“, auch die Arbeiten im Bereich der Bühnen- und Medientechnik kämen voran. Der Großteil der neuen Scheinwerfer im Opernhaus sei bereits installiert, nach der letzten Vorstellung im Staatenhaus würden weitere Scheinwerfer an den Offenbachplatz gebracht. Die Inbetriebnahme der technischen Anlagen nimmt laut Stadt ebenfalls Fahrt auf. Die ersten Aufzüge seien von Sachverständigen abgenommen worden.

Wasserschaden in der Kölner Kinderoper

Im Schauspielhaus bereite man derzeit die Inbetriebnahmen vor, erklärte die Stadt. „Sie laufen circa zwei bis drei Wochen versetzt zu den Vorbereitungsmaßnahmen im Opernhaus.“ Die Montage der Bühnenscheinwerfer habe im Schauspielhaus ebenfalls begonnen. Auch Bauproben, bei denen Kulissen aufgebaut werden, finden bereits dort statt. Im April sollen die Inbetriebnahmen abgeschlossen sein. „Danach erfolgen die behördlichen Abnahmen.“

In der Kinderoper kam es Ende Februar zu einem Wasserschaden aufgrund eines defekten Ventils. Der Schaden sei aber bereits „nahezu vollständig beseitigt“, heißt es im aktuellen Sachstandsbericht. In Kinderoper und Opernterrassen fänden derzeit Mängelbeseitigungen statt, bevor dort die Inbetriebnahmen beginnen. Zurzeit wird der Umzug der Bühnen von den Interimsstandorten zurück an den Offenbachplatz vorbereitet. Schulungen für die Bedienung der technischen Anlagen sind im April und Mai geplant.