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Aufwendiges BühnenbildWie das Flugzeug von Apache 207 in die Lanxess-Arena kam

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Apache 207 steht auf der Bühne der Lanxess-Arena. In der Mitte der Bühne steht ein Privatjet, der der Länge nach geteilt ist.

Der Privatjet auf der Bühne und die riesigen Videoleinwände unter der Decke sind die Hingucker der Shows. 

Sonst brauchen nur die Shows von US-Megastars so viel Einsatz, erklärt ein Arena-Sprecher, der einen Blick hinter die Kulissen gewährt. 

Das Konfetti der Jecken war gerade erst aufgekehrt, da begann bereits der Aufbau für den Konzertmarathon. Die fünf Auftritte des Sängers Apache 207 in der Lanxess-Arena kommen nicht ohne Herausforderungen für das Produktionsteam der Halle. Noch am Vorabend fand dort die Lachende Kölnarena statt und auch am Tag nach der letzten Kölner Apache-Show am Donnerstag geht das Karnevalsformat nahtlos weiter. Ein Umbau vom einen auf den anderen Abend ist eigentlich keine Besonderheit im Eventkalender der Arena. Jedoch: „Das Bühnenbild für die aktuelle Tour von Apache ist besonders aufwendig“, erklärt ein Sprecher. 

Den Fans dürfte das vor allem durch den ausrangierten Privatjet auf der Bühne aufgefallen sein. „Es waren gerade die Jecken aus der Arena, da standen schon die Lkw von Apaches Konzertveranstalter vor der Tür.“ Acht der Anhänger, die vor der Arena hielten, hatten das Flugzeug in seinen Einzelteilen geladen. Um den Aufbau des Kolosses kümmerte sich allerdings der Veranstalter „DreamHaus“ und nicht das Team der Arena.

Dieses musste jedoch wie bei allen Konzerten sicherstellen, dass alle Voraussetzungen für den Aufbau des Bühnenbildes gegeben sind. Im Fall von Apache einfacher gesagt als getan. Denn zu seiner Show gehören auch vier große Videoleinwände, die über der Bühne in der Mitte des Publikums hängen. Sie sollen das Geschehen auch für die oberen Ränge sichtbar machen. Eine aufwendige Stahlkonstruktion, die an der Decke aufgehängt wird, ist dafür nötig. 

Das Arena-Team musste Vorarbeit leisten und es kam zu einer seltenen sichtbaren Überschneidung von zwei Events. Bei der Lachenden Kölnarena am 9. Januar war um den hauseigenen Videowürfel herum schon deutlich das Stahlgerüst zu sehen, an dem später die vier Videowände von Apache befestigt wurden. Nur so konnte ein pünktlicher Aufbau des Bühnenbildes gewährleistet werden. Der Arena-Videowürfel wartete während den Konzerten hoch unter der Decke.

Apache 207 in Köln: Eines der schwersten Bühnenbilder des Jahres

Die Konstruktion hat ein stolzes Gewicht. „Unsere Dachleistungsgrenze wird von dieser Technik fast ausgereizt. Sie liegt zwischen 120 und 140 Tonnen. Bei großen US-Stars wie Billie Eilish oder Justin Timberlake hatten die Bühnenbilder ähnliche Ausmaße. Für einen deutschen Star ist das ungewöhnlich. Das ist sehr beachtlich.“ Damit hat Apache für die kommenden Monate vorgelegt. „Das Bühnenbild von Apache ist eines der schwersten, die wir in diesem Jahr haben werden.“ 

Wenn der Erfolgsrapper den letzten Ton gespielt hat, steht das Arena-Team schon in den Startlöchern, um wieder für die Lachende Kölnarena umzubauen. Videowürfel und Jet müssen so schnell wie möglich raus – und Vorarbeit ist dann nicht möglich. „Das wird eine spannende Nacht“, sagt der Sprecher. „Dabei folgt alles einem strengen Zeitplan. Der Veranstalter muss bis 2 Uhr raus sein, danach werden die Technik und der Schutzboden für die Lachende eingebaut. Da läuft viel parallel ab.“ 

Wenn zwei Abende später die Jecken der Eisfläche für die Haie weichen müssen, ist das kein Grund zur Aufregung, sondern Routine. „Das ist normales Geschäft in der Arena.“