Einsturzstelle des StadtarchivsWaidmarkt in Kölner Südstadt für ein Jahr gesperrt

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Die Straße vor dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium ist für den Autoverkehr ab sofort gesperrt.

Innenstadt – Karl-Heinz Walter bleibt gelassen, wenn man ihn auf die Sperrung der Severinstraße vor dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium am Einsturzloch des Archivs anspricht. „Das kennen wir doch schon. Da durfte doch schon vor ein paar Jahren kein Auto fahren“, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Severinsviertel (IGS), der die Anliegen der Händler entlang der Severinstraße und ihrer Nebenstraßen vertritt. 

Er rechnet auch nicht mit herben Einschnitten bei den Umsätzen. „Wichtig ist, dass alles gut ausgeschildert ist. Wir sind froh, dass es da endlich weiter geht.“ Und es sei ja nicht so, dass die Severinstraße nicht mehr erreichbar sei. Man könne beispielsweise von der Rheinuferstraße über die Mechtildisstraße und An St.Katharinen fahren, von der Annostraße über das Achtergäßchen, von der Ulrichgasse über Im Dau sowie über die Isabellenstraße und die Jakobstraße.

Fußgängerbrücke wird neu gebaut

„Für die Autofahrer ist es auf der Severinstraße ja sowieso nicht sehr erquicklich“, sagt der IGS-Vorsitzende. Die Stadtverwaltung habe sie ja nicht zuletzt als Anliegerstraße ausgewiesen, um möglichst viel Autoverkehr zu verbannen. Nötig ist die Sperrung, weil die Vorarbeiten für die Sanierung des Gleiswechsels Waidmarkt begonnen haben. Die Brücke, die über den Randbereich der Baugrube führt und bislang von Bussen, Autos, Fußgängern und Radfahrern genutzt wurde, um vom Waidmarkt auf die Severinstraße zu gelangen, wird abgerissen und neu gebaut.

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Das soll ein Jahr dauern. Das Besichtigungsbauwerk des Gutachters ist schon abgerissen. „Zunächst bauen wir eine drei Meter hohe Schallschutzwand aus Metall. Die reicht anfangs vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium bis zum Rewe-Gebäude“, berichtet Gudrun Meyer, Sprecherin der KVB. Das ist vorgeschrieben, um die Lärmbelästigung der Anwohnerinnen und Anwohner und der Schülerinnen und Schüler so gering wie möglich zu halten.

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In einem Korb, der an einem Kran hing, bargen Feuerwehrleute Archivalien unmittelbar nach dem Einsturz.

Beton muss raus aus der Grube

Für die Dauer der Sperrung werden für Autofahrer, Busse und Radfahrer Umleitungen eingerichtet. Auf der Baustelle soll es indessen zügig weitergehen. Nach Abriss der alten Brücke wird die neue im Prinzip auf die vorhandene Schlitzwand gesetzt. „Je nach Baufortschritt kann die Schallschutzwand nach hinten gezogen werden“, sagt Gudrun Meyer.Am Ende wird die gesamte Baugrube mit Stahlbeton abgedeckelt. Nur einige Öffnungen zur Anlieferung von Material und für den Einstieg der Arbeiter wird es dann noch geben. Und dann muss man zunächst mal den Beton aus der Grube holen.

5000 Kubikmeter Schutt sind zu entsorgen

Manch einer erinnert sich noch an den Abend des Archiveinsturzes am 3. März 2009. Die Schlange der Betonmischer-Lkw reichte vom Waidmarkt bis zur Deutzer Brücke. Immer rein mit dem Zeug, lautete damals die Devise, da man von einem hydraulischen Grundbruch ausging, der mit den Betonmassen gestoppt werden sollte. 2000 Kubikmeter Beton wurden damals am Waidmarkt versenkt. Das entspricht der Hälfte des Großen Saals im Gürzenich. Oder einem 2,50 Meter hohen Block mit der Länge und Breite eines Handballfeldes. Gleichzeitig müssen auch noch 5000 Kubikmeter Schutt entsorgt werden. Das bedeutet viel Arbeit.

Umleitungen während der Bauarbeiten:

Die Busse der Linien 106 und 132 fahren ab der Haltestelle Heumarkt über Am Leystapel, Holzmarkt, Mechtildisstraße, An St. Katharinen und Achterstraße – und dann weiter auf dem bislang regulären Linienweg. 

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