Mit BilderstreckeSo war die Aquariums-Nacht im Kölner Zoo

Lesezeit 3 Minuten
Mal eben eine Stabheuschrecke anfassen: Eine ungewöhnliche Erfahrung im Kölner Aquarium.

Mal eben eine Stabheuschrecke anfassen: Eine ungewöhnliche Erfahrung im Kölner Aquarium.

Im Sand nach Fossilien graben, Schlangen streicheln und die Welt hinter seinen Kulissen entdecken. In der langen Nacht des Aquariums war nahezu alles möglich.   

Eine Menschenmenge vor den Türen des Aquariums, obwohl das Aquarium eigentlich schon geschlossen ist? Das gibt es nur einmal  im Jahr, wenn das Aquarium zur „Langen Nacht“ einlädt.  600 Gäste kamen und genossen das exklusive Programm von 18 bis 22 Uhr, ließen sich von Fischen, Schlangen, Insekten und vielen weiteren Lebewesen im Halbdunklen des  Aquariums verzaubern.  Neben kommentierten Sonderfütterungen konnten sie die Tiere hautnah selber erforschen und  etwa Fischhäute ertasten, Fossilien bei der Schatzsuche aus dem Sand graben und bei einem Blick durchs Mikroskop kleinste Unterwasserbewohner entdecken.

Wir sind schon zum dritten Mal bei der Nacht im Aquarium. Es war die letzten Male so spannend, dass wir wiedergekommen sind.
Taskja Frenzel, Besucherin

„Wir sind schon zum dritten Mal bei der Nacht im Aquarium. Es war die letzten Male so spannend, dass wir wiedergekommen sind“, so Tasja Frenzel. „Es ist eine super intensive Veranstaltung“, so die Zoopädagogin Lucia Schröder. „Es gibt viel zu entdecken, was man sonst nicht so erleben kann.“ Das kann  der sechsjährige Johann bestätigen. „Ich habe eine Schlange gefühlt, das habe ich vorher noch nie gemacht“, erzählt er begeistert. Auch Familie Beelitz freut sich über das vielfältige Angebot. „Es ist sehr interaktiv, nicht nur zum Schauen, auch zum Fühlen“, sagt die 48-jährige Bettina Beelitz. „Es ist schön, dass alles erklärt wird. Man lernt sehr viel“, ergänzt Katja Beelitz.

Zu den Highlights des Abends gehörten die exklusiven Führungen hinter die Kulissen. Interessierte konnten die  weitläufigen Räume und Gänge unter und hinter den Aquarien und Terrarien entdecken und dabei viel über die Arbeit des Aquariums-Teams lernen, die ihnen bei einem normalen Besuch verborgen bleibt. In den Nachzuchtbereichen konnten sie sehr viele junge Reptilien, Amphibien, Fische und Schlangen  bedrohter Arten bestaunen, die teils an andere Zoos zur Nachzucht weitergegeben oder auch in ihren natürlichen Lebensräumen ausgewildert werden.

Viele bedrohte Arten werden hinter den Kulissen vermehrt

Auch auf das Engagement des Kölner Zoo in Sachen Artenschutz sollte die „Lange Nacht“ aufmerksam machen, erklärte Zoopädagogin Lucia Schröder. Passend dazu stellte Aquariumschef Prof. Dr. Thomas Ziegler die neue Artenschutzkampagne „Vietnamazing“ vor. Mit der vom 300 Mitgliederzoos starken europäischen Zooverband organisierten Kampagne soll der Artenschutz in Vietnam gefördert werden. Der ist seit langem ein Schwerpunkt des Kölner Zoos, der dabei eng mit Naturschutzstationen in Vietnam zusammenarbeitet und zahlreiche bedrohte Arten Vietnams vermehrt, um ihr Aussterben zu verhindern. Deshalb hatte sich das Aquariumsteam in der Vorwoche sehr über die Geburt von acht kleinen Vietnamesischen Krokodilschwanzechsen gefreut. Die Jungtiere der bedrohten Art waren in der Nachzuchtstation des Hauses zur Welt gekommen und wurden am Samstag einzig für die Nacht im Aquarium dem Publikum präsentiert.

Neben den unzähligen tierischen Attraktionen gab es im Halbdunkeln des Aquariums auch noch Musik: Das Jazz-Duo bestehend aus Kristina Broderson und Tobias Weindorf sorgte für eine Wohlfühlatmosphäre, dazu gab es Snacks und Cocktails für die nächtlichen Gäste.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren