Vier Jahre musste der Weihnachtsmarkt „Heavenue“ aussetzen, weil ein Ausrichtungsort fehlte. Nun ist er am Friesenplatz zuhause.
„Heavenue“ am FriesenplatzKölns buntester Weihnachtsmarkt lockt nicht nur die Queer-Community

Ein beleuchteter Springbrunnen gehört zu den Attraktionen auf dem Weihnachtsmarkt „Heavenue“ am Friesenplatz.
Copyright: Meike Böschemeyer
„Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Eine fast noch bessere“, stellt Veranstalter Thomas Fasshauer fest. Ganze vier Jahre lang konnte sein Weihnachtsmarkt „Heavenue“ in Köln nicht stattfinden. Doch jetzt hat der nicht nur in der Queer-Szene geschätzte Budenzauber ein neues Zuhause gefunden und ist größer denn je.
Neun Jahre lang gastierte der Markt vor der Sparkasse Köln Bonn am Rudolfplatz, bis er 2021 vorerst das letzte Mal seine Pforten öffnete. Die Sparkasse hat die Fläche inzwischen ganzjährig vermietet, auch eine Baustelle verhinderte den Weihnachtsmarkt dort. Nach langem und intensivem Suchen war es endlich so weit. Der „Heavenue“-Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr erstmals auf dem rund 2000 Quadratmeter großem Friesenplatz statt. „Wir haben jetzt viel mehr Platz, mindestens doppelt so viel. So kommen wir auch doppelt so gut zur Geltung“, berichtet Fasshauer im Gespräch mit der Rundschau. Er ist Geschäftsführer von „Chicos Event“, dem Veranstalter des Markts.
„Himmel und Hölle“ im Glühweinhaus
Neben insgesamt 24 Hütten (13 mehr als zuvor), einem zehn Meter langen beleuchteten Springbrunnen und einem sich drehenden Weihnachtsbaum zählt das neue „Heaven & Hell-Glühweinhaus“ zu den Attraktionen. Das sorgt auch bei schlechtem Wetter für ausreichend Getränke und ausgelassene Stimmung.
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Das Feedback sei bislang durchweg positiv, so der Geschäftsführer. „Man hängt zu Anfang natürlich etwas an dem gewohnten Platz. Aber jetzt bin ich total glücklich und könnte mir nichts Besseres vorstellen.“ Die Lage sei sehr gut, und man habe schon nach wenigen Tagen feststellen können, dass es funktioniere. Doch nicht nur das Veranstaltungsteam ist hellauf begeistert. Auch Aussteller, die das erste Mal dabei sind, haben schon nach der ersten Woche einen guten Eindruck.
„Ich könnte mir mit meinem Label keinen anderen Markt vorstellen. Der Markt hier ist besonders und vertritt die Werte, die mir wichtig sind und die ich mit der Marke vertrete“, erzählt Sanaz Hughes. Sie ist Gründerin der Kölner Schmuckmarke „sani whoo“ und verkauft handgemachten Schmuck aus Materialien wie Süßwasserperlen oder Edelsteinen. „Ich bin sonst auf keinem anderen Weihnachtsmarkt, aber das ist wirklich etwas Besonderes“. Sie habe sich schon mit Menschen aus Luxemburg oder der Schweiz unterhalten, die extra für „Heavenue“ nach Köln gekommen seien.
Pastellfarbene Hütten und buntes Bühnenprogramm
Bereits die ersten Tage hat Thomas Fasshauer ein schönes gemeinschaftliches Gefühl wahrgenommen. „Die Besucher sind bunt durchmischt“. Und genau das war auch die Grundidee: „Wir wollten einen schwulen und lesbischen Weihnachtsmarkt und haben uns gedacht: Wie kann es so etwas in Köln noch nicht geben?“, sagt der Veranstalter. Das Projekt sei von Anfang an ein Herzensprojekt gewesen.
Die Außergewöhnlichkeit des Marktes macht sich auch in der Auswahl der Stände bemerkbar. Statt gewöhnlicher Waffeln gibt es zum Beispiel sogenannte „Croffles“: ein Mix aus Waffel und Croissant. Auch die Hütten der Händler haben nicht die gewohnte Optik. Sie sind pastellfarben gestrichen und mit Wolken verziert. Eine Bühne versorgt das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm von lokalen und nationalen Künstlern, Bands und Special Acts.
Der Weihnachtsmarkt „Heavenue“ kann noch bis zum 23. Dezember besucht werden. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 14 bis 22 Uhr, freitags und samstags von 12 bis 23 Uhr und sonntags von 12 bis 22 Uhr.

