Verstaubt-Image adeNeustart im Modehaus Sauer – So wandelt sich Kölns Stadtmuseum

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Mit einem Info-Containerauf dem Kolpingplatz macht das Kölnische Stadtmuseum auf den kommenden Neustart im früheren Modehaus Franz Sauer aufmerksam.

Köln – „So habt ihr euer Stadtmuseum noch nie gesehen“, verspricht Kurator Stefan Lewejohann in einem aktuellen Youtube-Video. In kurzen Clips schildern die Mitarbeitenden des Kölnischen Stadtmuseums ihre Vorfreude auf die bevorstehende Eröffnung der neuen Dauerausstellung. Nach dem Auszug aus dem maroden Zeughaus soll es im Herbst 2022 losgehen im Interimsquartier, dem ehemaligen Modehaus Sauer an der Minoritenstraße.

Info-Container zum Kölner Stadtmuseum mit Videos

Seit Montag werben die Museumsmacher mit einem Info-Container auf dem Kolpingplatz für den Neustart. Im Innern werden Videos zum Stand der Vorbereitungen gezeigt und Visualisierungen der geplanten Museumsräume, es gibt Infomaterial und ein Gewinnspiel, bei dem man exklusive Führungen vor der eigentlichen Eröffnung des Museums gewinnen kann. Geöffnet ist die Infobox montags bis samstags von 12 bis 18 Uhr, dann sind Mitglieder des Museumsteams vor Ort und beantworten Fragen.

Im Innern des einstigen Kaufhauses hat sich viel getan. Nach monatelangen Bauarbeiten beginnen die Räume, ihre Wirkung zu entfallen, auch wenn bisher weder Vitrinen eingebaut noch Museumspräsentationen realisiert werden konnten. „Erst muss die Alarmanlage fertig sein“, erzählt die stellvertretende Direktorin Silvia Rückert. Und das dauere noch, da es Lieferprobleme bei den Brandschutztüren gegeben habe.

Die Arbeiten im einstigen Modehaus Sauer, das ab Herbst 2022 die neu konzipierte Dauerausstellung des Kölnischen Stadtmuseums beherbergen wird, geht es voran.

Dennoch ist sie zuversichtlich, dass der Eröffnungstermin Herbst 2022 gehalten werden kann. Auf dem Weg dahin hat nicht nur das Gebäude eine Frischzellenkur erhalten. Ein neues Logo, ein neuer Markenauftritt („Branding“) und ein neues Leitbild wurden entwickelt – „die letzten Wochen waren ein Husarenritt“, beschreibt Rückert die Herausforderungen für ihr Team.

Kölner Stadtmuseum will weg vom Verstaubt-Image

Nicht nur in Köln habe das Stadtmuseum als „ein bisschen verstaubt“ gegolten, das betreffe auch Häuser in anderen Städten. Jetzt wolle man „Ballast abwerfen“ und „dynamischer, offener und moderner“ werden. „Wir möchten weg von einem schweren Brokatkleid hin zu einem luftigen Sommerkleid“, zieht Rückert eine Parallele zur Modewelt.

Das neue Logo

Köln Museum: Diesen Namen hatten Mitarbeitende des 1888 gegründeten Kölnischen Stadtmuseums als modernere Alternative zu der tradierten Bezeichnung vorgeschlagen. Am Ende blieb der Name gleich, aber der Vorschlag der Belegschaft fand Eingang in das neue Logo. Es funktioniert als reine Wortmarke, bei der die Wörter Köln und Museum gefettet sind.

Das alte Logo bestand als Wort-Bild-Marke aus dem Museumsnamen und zwei integrierten Balken, die den früheren Standort Zeughaus und Neue Wache symbolisierten. Damit ist jetzt Schluss. Das neue Logo gibt es in verschiedenen Farben. Für Briefpapier, Visitenkarten und andere klassische Zwecke kommt Schwarz und Grau zum Einsatz. Die bunte Variante soll auf Kölschgläser und andere Werbeartikel gedruckt werden. (fu)

Im neuen Leitbild sind vor allem die Aspekte Partizipation, Barrierefreiheit und Diversität hinzugekommen. „Wir erzählen die Geschichte FÜR alle und VON allen“, heißt es dort. Das Leitbild richtet sich sowohl nach außen an die Gäste als auch nach innen an die Mitarbeitenden.

„Das Kölnische Stadtmuseum erzählt nicht nur die Geschichte Kölns, es befasst sich auch mit gegenwärtigen Fragen und geht offen und mutig in die Zukunft“, betont Kulturdezernent Stefan Charles. „Das neue Branding spiegelt diesen modernen, dynamischen Zugang zur Stadtgeschichte und den Anspruch des Hauses, ein offener Ort zu sein – ein Ort, an dem auch experimentiert werden darf und unterschiedlichste Stimmen berücksichtigt werden.“

Stadtmuseum zeigt erste Ausstellung bereits im April

Ex-Oberbürgermeister Jürgen Roters lobt als Vizevorsitzender des Fördervereins den Prozess der Neuaufstellung, den der Verein begleitet und finanziell unterstützt hat. Man sei „froh, dass jetzt ein anderer Weg gegangen wird, denn Zeiten ändern sich“, und darauf müsse ein Museum reagieren, so Roters. Es sei wichtig, junge Leute für das Stadtmuseum zu interessieren, anstatt bloß Schulklassen dorthin zu bringen.

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Als Vorgeschmack auf die Neueröffnung zeigt das Museum vom 1. April bis 15. Mai bereits eine erste kleine Ausstellung. Thema ist die Geschichte des Umbaus im Modehaus Sauer. Es gibt eine Pop-up Bar, an der Cocktails und Kölsch serviert werden. Geöffnet mittwochs bis samstags von 17 bis 20 Uhr.

www.stadt-geschichte-anders.de

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