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Spende für Stromgeneratoren„Ein Zeichen unserer absoluten Solidarität mit der Ukraine“

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Über 14.000 Generatoren hat das Blau-Gelbe Kreuz (BGK) bereits in die Ukraine transportiert, im Lager des Vereins stehen weitere bereit. OB Torsten Burmester (Mitte) wurde von der Vorstandsvorsitzenden Linda Mai und dem Logistikleiter Roman Ganovscii durch die Halle geführt.

Über 14.000 Generatoren hat das Blau-Gelbe Kreuz (BGK) bereits in die Ukraine transportiert, im Lager des Vereins stehen weitere bereit. OB Torsten Burmester (Mitte) wurde von der Vorstandsvorsitzenden Linda Mai und dem Logistikleiter Roman Ganovscii durch die Halle geführt.

Stadt-Mitarbeitende haben 20.000 Euro von ihrem Nettogehalt gespendet. Der Kölner Hilfsverein Blau-Gelbes Kreuz wird die Geräte kaufen und überführen.  

Ein Kasten so groß wie ein Reisekoffer bedeutet für viele Menschen in der Ukraine nicht weniger als Überleben. Weil die russische Vollinvasion gezielt die kritische Infrastruktur des Landes ins Visier nimmt, sind Stromgeneratoren, die mit Benzin laufen, dort ein wertvolles Gut. Mit ihnen kann nicht nur Elektronik, wie Heizstrahler oder Lampen betrieben werden, sondern auch Geräte in Krankenhäusern, unter anderem zur Beatmung oder Brutkästen für Frühgeborene.

Mitarbeitende der Stadt Köln haben anlässlich des vierten Jahrestags des Angriffskrieges auf die Ukraine 20.000 Euro an den deutsch-ukrainischen Hilfsverein Blau-Gelbes Kreuz (BGK) gespendet, wie die Stadt mitteilte. Von diesem Geld kauft die Kölner Organisation Stromgeneratoren und transportiert diese dann in die ostukrainische Stadt Dnipro, eine von Kölns Partnerstädten, die aktuell nur rund 150 Kilometer von der Front entfernt liegt. Freiwillig können Mitarbeitende der Stadt monatlich die Centbeträge ihres Nettogehalts für weltweite Hilfsmaßnahmen spenden. Mit Mitteln der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) konnte die Stadt zudem einen Hybridgenerator kaufen, der ebenfalls vom BGK nach Dnipro transportiert wird.

Auch medizinische Notfallrucksäcke transportiert das BGK in die Ukraine, wie Mitarbeiterin Nadiia Khmeliuk erklärte.

Auch medizinische Notfallrucksäcke transportiert das BGK in die Ukraine, wie Mitarbeiterin Nadiia Khmeliuk erklärte.

Im Spendenlager des BGK in Raderberg bereitet der Verein seine Hilfslieferungen vor, darunter auch Boxen mit überlebenswichtigen Dingen für Babys. Oberbürgermeister Torsten Burmester besuchte das Team am Montag vor Ort, um die Spende der städtischen Mitarbeitenden zuzusichern. Den bisherigen Kurs der Bundesregierung mit Blick auf die Ukraine finde er richtig. „Es ist wichtig, dass wir uns weiter nicht nur humanitär, sondern auch politisch engagieren und dafür sorgen, dass dieser schreckliche Krieg, dieser schreckliche Überfall gut für die Ukraine beendet wird. Das muss unser Ziel in Europa sein“, sagte er zu der Vorstandsvorsitzenden des BGK Linda Mai, ihrer Kollegin Nadiia Khmeliuk und dem BGK-Geschäftsführer Frank Bender. „Es ist auch im eigenen Interesse Deutschlands, die Ukraine weiterhin zu unterstützen“, sagte dieser.

Auch im vergangenen Jahr fand in Köln eine Kundgebung des Blau-Gelben Kreuzes anlässlich des Jahrestags der russischen Vollinvasion statt.

Auch im vergangenen Jahr fand in Köln eine Kundgebung des Blau-Gelben Kreuzes anlässlich des Jahrestags der russischen Vollinvasion statt.

Die medizinischen Notfallrucksäcke auf dem Tisch vor der Gruppe, mit deren Inhalt bis zu fünf Personen stabilisiert werden können, wirkten da wie ein Mahnmal. Auch diese liefert das BGK in die Ukraine. „Die Hilfsgüter sind auch ein Zeichen der Freundschaft und des Zusammenhalts. Sie fördern das Durchhaltevermögen, und das brauchen die Leute. Ich danke Köln und den Bürgern sehr“, sagte Mai. „Der größte Dank gilt Ihnen“, erwiderte Burmester. Er habe großen Respekt vor dem Engagement des Teams.

Von der Spende der Stadt-Mitarbeitenden kann das BGK laut Khmeliuk nun circa 12 besonders leistungsstarke Generatoren kaufen. „Die Bombardierungen haben zugenommen. Auch Krankenhäuser und Kindereinrichtungen werden zum Ziel. Stromgeneratoren sind deshalb von höchster Bedeutung“, erklärte sie. Erst Anfang des Monats wurde in Dnipro ein Wärmekraftwerk getroffen. Gleichzeitig erlebt die Ukraine dieses Jahr einen besonders kalten Winter mit Temperaturen, die bis in den zweistelligen Minusbereich abrutschen.

Das BGK hat laut seiner Website bereits über 14.000 Generatoren in die Ukraine geliefert, die Licht und Wärme spenden sollen. Zuletzt brachte der Verein über 100 Generatoren zu besonders kinderreichen Familien. Darunter auch zu dem Haus einer Ukrainerin, die dort ein Kinderheim betreibt und neun Kinder ohne elterliche Fürsorge betreut, wie Khmeliuk berichtete.

Dnipro ist seit 2024 unter Kölns Partnerstädten, zuvor gab es eine zweijährige Projektpartnerschaft. „Köln hilft Dnipro unerlässlich seit vier Jahren, zum Beispiel durch die Lieferung von Krankenwagen“, wie Burmester vor dem Besuch beim BGK per Mitteilung erklärt hatte. 2025 brachte Köln unter anderem 30 gebrauchte Krankenwagen nach Dnipro. „Diese Hilfe ist für uns selbstverständlich, um das unermessliche Leid der Bevölkerung zu lindern, und sie ist ein Zeichen unserer absoluten Solidarität mit der Ukraine.“


Das BGK sucht Förderungen für seine Babyboxen und Bürgerinnen und Bürger, die bei der Arbeit im Spendenlager helfen. Alle Infos und Kontaktdaten online.