Die Neuauflage der „Kölner Lichter“ zog Tausende Besucher ans Rheinufer. Der Veranstalter stünde wohl auch für nächstes Jahr zur Verfügung.
Kölner LichterSpektakel zwischen Hoffnung und Zuversicht

Erstmals wieder seit 2019 funkelten die Kölner Lichter über dem Rhein.
Copyright: Thomas Banneyer
In Zeiten von Krisen und Kriegen hatten die Kölner Lichter nach sechsjähriger Pause ein passendes Motto parat: Am Wochenende stand das Lichterfest vor den Augen tausender Menschen unter dem Titel „Das Phönix-Projekt“ als Zeichen von Hoffnung und Zuversicht. Wie immer wurden die Kölner Lichter zum Spektakel – mit Musik, Feuerwerk und 24 Schiffen auf dem Rhein.
Noch bis 2019 hatten die Kölner Lichter jedes Jahr Hunderttausende angezogen, bis Pandemie und Finanzierungsprobleme für eine längere Pause sorgten. Am Samstag verfolgten deutlich über 100.000 begeisterte Besucher das musiksynchrone Feuerspektakel links und rechts des Kölner Rheins – mancher andächtig, mancher mit lautem Jubel. Saskia (34) und Christian (33) aus Köln freuten sich riesig: „Endlich hat Köln mal wieder geleuchtet – sensationell, vor allem im Zusammenspiel mit der Musik“, war der Südstädter Christian begeistert.
Hauptfeuerwerk mit leichter Verspätung
Um 22:38 Uhr begann das Hauptfeuerwerk mit ein paar Minuten Verzögerung, bedingt durch den Schiffskonvoi, der mit etwas Verspätung eintraf. Empfangen wurde er von einem riesigen Meer aus Handylichtern, die die Besucher in die Höhe reckten. Eine halbe Stunde lang wurde anschließend der Himmel über Köln zum Lichtertraum. Zum Erfolg wurde das Spektakel auch dank des neuen Feuerschiffs „Doris“.
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Inspiriert war die Themengebung übrigens aus dem Land der aufgehenden Sonne: Die japanische Stadt Nagaoka, die 2004 von einem Erdbeben betroffen war, erinnert jährlich mit einer Feuershow an den mythischen Vogel Phönix. Dazu passten die gefühlvolle Musik von BAP (Do kanns zaubere), Queen (Who wants to live forever) oder „Zu Asche, zu Staub“ aus der TV-Serie „Babylon Berlin“. Alles begleitet von der sonoren Stimme von Moderator Henning Krautmacher. Die Himmelsgemälde der 20. Kölner Lichter enthielten neue Effekte wie Stroboskop-Licht, kleine Ufos oder „Trauerweiden“.

Viele neue Elemente wurden bei den Lichtern eingesetzt.
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Diese entstanden aus fast fünf Tonnen Feuerwerk, welche von zwei 120 Meter langen Schiffen zwischen der Hohenzollernbrücke und der Bastei in den Himmel geschossen wurden. Von der Deutzer Brücke aus verfolgten ebenfalls tausende Menschen das Spektakel. Zum Finale kurz nach 23 Uhr gesellten sich nachdenkliche Momente hinzu. Ohne Pyrotechnik erschallte das Lied „Mir singe Alaaf“ von Brings – in Gedenken an die Corona-Pandemie, begleitet vom traditionellen Hupen der Schiffe. Dass es vor der Pandemie noch doppelt so viele Konvoi-Schiffe waren, fiel diesmal kaum ins Gewicht.
Polizei zieht positives Fazit
Insgesamt blieb es überall friedlich – auch die Polizei zog ein positives Fazit ohne besondere Vorkommnisse. Der organisatorische Aufwand war im Vorfeld enorm: Zufahrtssperren, Zäune, ein Glasflaschenverbot und eine Einbahnstraßenführung für Fußgänger und Fußgängerinnen gehörten zum Sicherheitskonzept. Auch hinterher blieben noch einige Straßen und manche öffentliche Verkehrsmittel für längere Zeit gesperrt, bis tief in die Nacht mussten die Besucher jede Menge Geduld mitbringen.
Vor der Feuershow wurde zudem der 90. Kölner Stadtachter ausgetragen, erstmalig als Mixed-Rennen mit je vier Ruderinnen und Ruderern pro Boot. Der Neusser Ruderverein siegte dabei vor der Bonner Ruder-Gesellschaft, der Kölner Ruderverein freute sich über Platz 3.

Geduld brauchten die Autofahrer schon bei der Anreise. Die Rheinuferstraße war schnell dicht.
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Stimmungs- und hoffnungsvolle Kölner Lichter machten also Lust auf mehr – dennoch bleibt offen, ob es 2026 weitergeht: Veranstalter Werner Nolden äußerte sich vorsichtig: „Grundsätzlich sage ich niemals nie. Aber ich warte erst einmal die Wahlen ab und suche dann das Gespräch. Es bleibt abzuwarten, ob eine 21. Ausgabe politisch überhaupt noch gewünscht ist“, erklärte der Leverkusener nach dem Schlussapplaus. „Vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder.“