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„Königin der Winterblumen“Kamelienschau in der Kölner Flora mit 400 Sorten eröffnet

3 min
Die Vielfalt der Blütenformen wird in steinernen Wasserschalen gezeigt – und an hunderten Pflanzen in zwei Schauhäusern.

Die Vielfalt der Blütenformen wird in steinernen Wasserschalen gezeigt – und an hunderten Pflanzen in zwei Schauhäusern.

Von der „Kameliendame“ bis zum Chanel-Symbol: Um die Kamelie  ranken sich viele Geschichten. Einige werden in der Flora erzählt. 

Draußen treibt noch eine Eisschicht auf dem Weiher der Flora, drinnen locken Kamelienblüten in leuchtenden Frühlingsfarben. Sattrosa, die Blätter rot geflammt, andere mit zartrosa Blüten, deren Farbverlauf zum Porzellanweiß sich über streng geometrische winzige Blattkränze erstreckt. Wenige Schritte weiter das Gegenteil, großflächige Blütenblätter mit burgunderroter Batik auf weißem Grund. Drinnen, das ist zum ersten Mal auch die neue Orangerie der Flora, die wie das Subtropenhaus Ausstellungsort für insgesamt 400 Kamelien-Sorten ist. Gestern wurde die Schau eröffnet; sie zeigt eine der größten Sammlungen dieser Art in Deutschland.

Wenige Schritte weiter das Gegenteil, großflächige Blütenblätter mit burgunderroter Batik auf weißem Grund. Drinnen, das ist zum ersten Mal auch die neue Orangerie der Flora, die wie das Subtropenhaus Ausstellungsort für insgesamt 400 Kamelien-Sorten ist. Gestern wurde die Schau eröffnet; sie zeigt eine der größten Sammlungen dieser Art in Deutschland.

Eindrucksvolle Farbverläufe in rot und weiß: die Kamlie „Formosa de Young“.

Eindrucksvolle Farbverläufe in rot und weiß: die Kamlie „Formosa de Young“.

Neu ist auch, dass Wissenswertes über Heimat, Geschichte, Nutzung und Züchtung der „Königin der Winterblumen“ und ihr Einfluss auf Kunst und Kultur über Infotafeln und anschauliche Ausstellungselemente vermittelt wird. Auf ihnen wird geschildert, dass Kamelien aus subtropischen Regionen stammen. Man erfährt, dass seltene Exemplare mit sattgelben Blüten in den Bergwälder Südchinas im Schatten höherer Bäume wachsen; sie heißen wegen ihrer golden gefärbten Blüten „goldener Tee“. Aus ihnen wird in China ein Tee gewonnen, dem gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird.

Die ältesten Kamelien der Flora sind 100 Jahre alt, sie heißen „Roi de Belges“ und „Bealei Rosei“ und wachsen im Subtropenhaus. Noch weiter in die Historie blickt ein anderer Infopunkt: Im 19. Jahrhundert erreichte die Begeisterung für die Kamelie in Europa ihren Höhepunkt. Sie war als Schmuck im Haar, Ansteckblume oder eleganter Strauß allgegenwärtig und wurde zum Symbol mondäne Schönheit. In der Mode wurde sie später zum Emblem des Hauses Chanel.

Die neue Didaktik vermittelt den Besuchenden interessante Fakten zur Heimat, Geschichte, Nutzung und Züchtung der Kamelien. Auch ihr Einfluss auf Kunst und Kultur wird dargestellt.

Diese Schau ist nur möglich, weil sie sich das ganze Jahr über hingebungsvoll um diese einmalige Sammlung kümmern!
Marina Tsaliki, Flora-Chefin, zu ihrem Team

„Umsetzen konnten wir sie dank der großzügigen Zuwendungen der M. & R. Breitenbach Stiftung, des Higo-Kamelienzüchters Dr. Georg Ziemes und der Deutschen Kameliengesellschaft“, bedankte sich Flora-Chefin Marina Tsaliki. Ein großer Dank ging auch an das Team des Subtropenhauses. „Diese Schau ist nur möglich, weil sie sich das ganze Jahr über hingebungsvoll um diese einmalige Sammlung kümmern!“

In der gibt es für den, der lauscht, auch leise Töne. Literarischen Ruhm erlangte die Kamelie 1848 durch Alexandre Dumas' Roman „Die Kameliendame“. Vertont von Giuseppe Verdi wurde er als Oper „La traviata“ weltberühmt. Die Titelfigur, inspiriert von der Pariser Kurtisane Alphonsine Plessis, machte die Kamelie zum Sinnbild leidenschaftlicher, aber vergänglicher Liebe. Die Oper indes blieb unsterblich. Auf Knopfdruck erklingt sie in der Orangerie.

Geöffnet ist die Ausstellung in der Flora, Stammheimer Straße 7, bis 29. März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.