VogelgrippeWie es nach der Schließung im Kölner Zoo nun weitergeht

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Der Haupteingang des Kölners Zoos am helllichten Tag geschlossen: Das ist ein sehr seltenes Bild.

Der Haupteingang des Kölners Zoos am helllichten Tag geschlossen: Das ist ein sehr seltenes Bild.

Nach einem Fall von Vogelgrippe ist der Zoo geschlossen. Die Tiere müssen nun in ihre Ställe und haben keinen Kontakt zu Artgenossen.

Dass der Kölner Zoo mal geschlossen ist, kommt nur an einigen wenigen Feiertagen vor - und ansonsten höchstens in Ausnahmefällen. Ein solcher Ausnahmefall ist nun eingetreten: Vogelgrippe. Am Rosenmontag wurde deshalb die Eingangspforte für Besucher geschlossen. Wann der Zoo wieder öffnet, ist vorerst unklar. Der Dienstag wurde dazu genutzt, verschiedene Vogelarten in Ställe zu verbringen. Den Tieren werden jetzt Blutproben entnommen. Vom Ergebnis der Proben sei es abhängig, wann der Tierpark wieder besucht werden kann, vermeldet die Zooleitung in einer kurzen Mitteilung.

Nach Informationen der Rundschau nahm die Krankheit ihren Ausgang an zwei Wildputen. Wild bedeutet in diesem Falle nicht, dass sie dem Zoo von außen einfach zugeflogen sind. Sie wurden in der Anlage gehalten. Die Tiere sind verendet. Ursache dafür ist die sogenannte Vogelgrippe, aviäre Influenza lautet der Fachbegriff (Siehe Infos am Artikelende).

Vogelgrippe im Kölner Zoo: Kein Kontakt der Tiere untereinander

Nun geht es für den Kölner Zoo darum, dass der Erreger sich nicht weiter im eigenen Tierbestand ausbreitet und auch nicht vom Gelände nach außen getragen wird. Das kann nur dadurch verhindert werden, dass die Tiere keinen Kontakt mehr untereinander haben. Die Vogelgrippe breitet sich nämlich genau so aus wie ihre menschliche Variante, über die sogenannte Tröpfcheninfektion, was unter anderem durch den Kontakt zum Kot eines erkrankten Tieres geschehen kann. Also müssen die Tiere in ihre Ställe.

Was einfach klingt und bei einigen Vogelarten auch einfach ist, ist bei anderen wiederum eine körperliche Herausforderung für die Tierpfleger. So mussten am gestrigen Dienstag verschiedene Wasservogelarten eingefangen werden. Für die Pfleger bedeutet dies, schnell und tief tauchen.

Kölner Zoo: Nicht alle Tiere gleich anfällig

Nicht alle Geflügelarten sind laut Experten gleich anfällig für die Vogelgrippe, einige stecken sich schneller und häufiger an als andere. Dennoch müssen nun allen Vögel im Zoo Blutproben entnommen werden. Nur so ist zu erkennen, ob der Erreger sich über die zwei verendeten Wildputen hinaus verbreitet hat. Von der Ergebnissen will die Zooleitung abhängig machen, wann sie den Park wieder für Publikumszugänge öffnet. Eine direkt vergleichbare Situation gab es im Kölner Zoo noch nicht. Zwar mussten auch 2022 die gefederten Tiere gesichert werden, allerdings kam damals die Bedrohung von außen. Im Kölner Norden war ein Fall von Vogelgrippe aktenkundig geworden.   Wer eine direkte Parallele sucht, wird unter anderem in Berlin fündig. Dort musste der Zoo über mehrere Wochen schließen, nachdem im eigenen Tierbestand die Vogelgrippe auftrat.

Die Zooleitung gab am Dienstag lediglich eine kurze Mitteilung zu den Vorfällen hinaus. Nachfragen wurden nicht beantwortet. „Alle Schritte erfolgen in enger und guter Abstimmung mit den zuständigen städtischen Stellen. Für Zoogäste bestand und besteht keine Gefahr“, heißt es darin unter anderem.


Hintergrund: Die Vogelgrippe

2600 humane Erkrankungen an der Vogelgrippe wurden laut Weltgesundheitsorganisation seit 2003 gemeldet. Es kam in diesem Zusammenhang zu 1100 Todesfällen. Jedoch laut Robert-Koch-Institut (RKI) springen die Influenza-A-Viren nicht leicht von Tier auf Mensch über. Die meisten Fälle kamen durch Subarten des Virus zustande. Trete eine solche Übertragung auf, könne die Krankheit „bisweilen schwer verlaufen“. Fälle von einer Übertragung von Mensch zu Mensch seien weltweit nicht bekannt.

In Deutschland gebe es keinen bekannten Fall von Vogelgrippe bei einem Menschen. Gesonderte Schutzmaßnahmen werden nur für Personen empfohlen, die sich im engen Kontakt mit infizierten Tieren befinden, wie eben die Tierpfleger im Kölner Zoo, die nun die Vögel einfangen müssen. „Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht“, so das RKI.

2023 wurden bei fleischfressenden Wildtieren Erkrankungen durch die Vogelgrippe nachgewiesen. Sie hatten vermutlich infizierte Wildvögel gefressen. Doch laut RKI treten Übertragungen von Geflügel auf Säugetiere nur vereinzelt auf. Solche Fälle gab es unter anderem bei Füchsen in Niedersachsen. Die Gefahr, dass sich Menschen bei verendeten Wildtiere mit dem Virus infizieren, gilt nach Einschätzung des Instituts als „äußerst gering“. (ngo)

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