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Kirche im KarnevalKölsche Mess in Wahn verbindet christliche Werte mit närrischem Brauchtum

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Kölsche Mess in St. Aegidius

Das Miteinander von Brauchtum und christlichen Werten spiegelt die Kölsche Mess in St. Aegidius wider, die für viele Porzer Närrinnen und Narren zu den Höhepunkten der Karnevalssession zählt.

Beim Gottesdienst in St. Aegidius standen Brauchtum und christliche Werte im Mittelpunkt. Die Große Porzer KG Rot‑Weiß weihte ihre Jubiläumsstandarte.

An der Kanzel hingen Luftballons in den Porzer Farben Rot und Weiß, vor dem Altar waren die Figuren von Hänneschen und Bärbelchen aufgestellt und sogar die Skulptur des Heiligen Ägidius, Schutzpatron der Wahner Pfarrkirche, trug eine karnevalistische Verkleidung. Zur Kölschen Mess, die immer eine Woche vor Karneval gefeiert wird, strömen die Besucher aber nicht vorwiegend wegen des einladenden, jecken Kirchenschmucks.

Die festliche Messe mit Beteiligung von Karnevalsgesellschaften und Dreigestirnen sowie vielen kostümierten Jecken ist vielen eine Herzensangelegenheit im Porzer Karneval. Sie macht in besonderer Weise die Zusammengehörigkeit von närrischem Brauchtum und christlichen Werten deutlich. Es gab wieder viel zu sehen und zu hören. Um den Altar versammelten sich das große und das kleine Dreigestirn und Abordnungen von Karnevalsgesellschaften mit ihren Fahnen und Standarten.

Schulchor und gereimte Predigt prägen die Feier

Im Seitenschiff standen die sangesfreudigen Kinder des Schulchores von der Wahner Grundschule und trugen mit ihren hellen Stimmen eine wunderbare Mischung von Gotteslob und Karnevalsseligkeit in den Kirchenraum. Die Gemeinde freute sich an kölschen Liedern und Gebeten. Und Pfarrer Johannes Mahlberg, der unter dem Messgewand sein Karnevalskostüm trug, hielt eine gereimte, zu Herzen gehende Predigt. Er sprach vom Licht der Welt und vom Salz der Erde, das Christen sein sollen, und machte jedem und jeder Einzelnen Mut dazu, im persönlichen Alltag gleich damit anzufangen.

In der Messliturgie ist Applaus eigentlich nicht vorgesehen, doch sowohl für die Predigt als auch für viele Gesangsbeiträge gab es spontan herzlichen Beifall. Die Besucherinnen und Besucher nahmen einander auf Mahlbergs Bitten quer durch die ganze Kirche an den Händen und sangen vom Zusammenhalt und von „Minsche wie mir“.

Die Kölsche Mess hatte auch die Große Porzer KG Rot-Weiß zum Ort für einen besonderen Moment erwählt. Die älteste Porzer KG wird in dieser Session 100 Jahre alt und ließ zum Ende des Gottesdienstes ihre Jubiläumsstandarte weihen. Präsidentin Bettina Reischl-Miskulin zeigte sich sehr berührt. Durch ein Spalier von Mitgliedern der KG Blau-Wieße Funke Wahn zogen die Gäste der Messe ins Freie und konnten im Pfarrzentrum Aegidium gleich weiterfeiern. Dort leitete Werner Langfeld einen karnevalistischen Frühschoppen mit buntem Programm.