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Rekordjahr nach UnglückSo viele Fahrten mit Seilbahn wie in keiner Saison zuvor

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Die größte Rettungsaktion in der Geschichte der Seilbahn musste im Sommer 2017 durchgeführt werden. (Archivbild)

Köln – Die Nervosität stand den Betreibern der Kölner Seilbahn ins Gesicht geschrieben, als die Gondeln im Frühjahr dieses Jahres nach der schweren Havarie im Juli 2017 erstmals wieder den Betrieb aufnahmen. Ein Serviceseil hatte sich damals um eine Gondel gewickelt. 75 Menschen mussten aus der Höhe gerettet werden. Die Staatsanwalt ermittelte gegen zwei Seilbahnmitarbeiter. Zwar wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Als Unschuldsbeweis wollten die Ermittler das aber nicht verstanden wissen. Wie würden die Kölner und die Touristen auf alle diese Negativschlagzeilen reagieren? Mit einem Rekordjahr für die Seilbahn, die am morgigen Sonntag in die Winterruhe geht. Rund 350 000 Fahrten absolvierte sie in dieser Saison.

Klar, im Jahr der Havarie wurde diese Zahl nicht erreicht, denn nach dem Unglück stellte die Seilbahn den Betrieb ein. Aber auch den Vorjahren wurde dieser Wert oftmals bei weitem unterschritten. Stephan Anemüller, Sprecher der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Muttergesellschaft der Seilbahn AG, ist hörbar erleichtert. „Viele Kölner kamen auf unsere Mitarbeiter zu und freuten sich, dass die Seilbahn wieder fährt“, berichtet er. „Andere waren ein bisschen ängstlich, gaben uns aber wieder eine Chance.“

Zehn Tage Ausfall wegen Windböen

Die neuen Sicherheitseinrichtungen, die nach dem Unglück installiert wurden, hätten sich bewährt, wie beispielsweise die vollständige Videoüberwachung der Anlage. Und auch die Auflage, bei aufkommenden Wind den Betrieb einzustellen, hätte nicht zu größeren Komplikationen geführt. „Wir haben per Live-Ticker auf der Internetseite angezeigt, wenn die Böen so stark waren, so dass wir nicht fahren konnten“, sagt Anemüller. Viele Fahrgäste hätten sich darüber vor Fahrtantritt informiert. Wegen des Windes wurde an zehn Tagen in der Saison der Betrieb ganz angestellt. An insgesamt 19 Tagen war er beeinträchtigt.

Einfache Handys lagen in den Gondeln aus, damit die Fahrleitung im Ernstfall Kontakt zu den Gästen aufnehmen konnte. „Es ist so gut wie keins der Geräte weggekommen“, berichtet der Sprecher. Auch Missbrauch sei ihm nicht bekannt.

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Wenn am Sonntag die letzte Gondel den Rhein gequert hat, will die Geschäftsführung mit dem Team die erste Saison nach dem Unglück Revue passieren lassen. „Wir werden dann überlegen, ob weitere Neuerungen von Nöten sind.“ Stand jetzt kann sich Anemüller aber kaum eine Verbesserung vorstellen.