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Studierende geben ImpulseNeue Perspektiven für das Kölner Zeughaus

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Das Modell zeigt einen Entwurf zur Neugestaltung des Zeughaus-Areals in Köln.

Studierende der TH Köln haben sich Gedanken über die Zukunft des Zeughaus-Areals gemacht. Ihre Entwürfe und Modelle werden vom 26. März bis 17. Mai im Zeughaus ausgestellt.

Nach jahrelangem Leerstand wird das Kölner Zeughaus wieder als Ausstellungsraum genutzt. Studierende des Fachbereichs Architektur der TH Köln zeigen dort Modelle zur Zukunft des Stadtmuseums.

„Zukunft Zeughaus Visionen für ein Kulturareal in der Zeughausstraße.“ Unter dieser Fragestellung haben Studierende des Fachbereichs Architektur der TH Köln Ideen und Konzepte entwickelt, wie die neue, alte Heimat des Kölnischen Stadtmuseums künftig gestaltet werden könnte.

Bekanntermaßen ist das Museum nach einem Wasserschaden aus dem Zeughaus von 1606 und der Alten Wache von 1841 ausgezogen und hat vor zwei Jahren ein kleines Interimsquartier im ehemaligen Modehaus Sauer in der Minoritenstraße bezogen. Der ursprüngliche Plan, das Stadtmuseum in einer neuen „Historischen Mitte“ am Dom unterzubringen, ist aus Kostengründen geplatzt. Seitdem stehen Zeughaus und Alte Wache leer, das Areal macht zunehmend einen vernachlässigten Eindruck.

Wie berichtet, hat sich der Förderverein des Museums zum Ziel gesetzt, das Zeughaus wiederzubeleben und wieder zur dauerhaften Heimat des Stadtmuseums zu machen. Wie dieser Museumsstandort aussehen könnte, darüber haben sich rund 20 Studierende der TH im Sommersemester 2025 im Rahmen ihrer Abschlussarbeit Gedanken gemacht und Modelle, Pläne, Grundrisse sowie Schnitte entworfen.

Studentische Arbeiten sollen Debatte über Zeughaus anschieben

Neun ausgewählte Arbeiten werden ab Donnerstag im Zeughaus gezeigt. Darin setzen sich die Studierenden nicht nur mit der Gebäudesituation auseinander, sondern betrachten auch den gesamten Stadtraum zwischen der Nord-Süd-Fahrt im Osten und der römischen Stadtmauer im Westen des Areals.

Der Entwurf von Jacob Eisenberg verbindet Neubau, Alte Wache und Zeughaus (v.l.) durch einen Erschließungsgang.

Provokant: Der Entwurf von Jacob Eisenberg verbindet Neubau, Alte Wache und Zeughaus (v.l.) durch einen Erschließungsgang.

„Die eine perfekte Lösung gibt es nicht“, betonte Prof. Thorsten Burgmer, der die Arbeiten betreut hat. Auf drei Punkte habe man besonderen Wert gelegt. Erstens die Schonung von Ressourcen, der Energie- und Materialverbrauch solle reduziert werden. Zweitens gehe es um die Baukultur und drittens um die verkehrliche Anbindung. Köln sei als autogerechte Stadt geplant worden, jetzt wolle man Stadträume mit mehr Aufenthaltsqualität schaffen.

Museumsdirektor Matthias Hamann zeigte sich begeistert von den Arbeiten. Die TH sei auf das Stadtmuseum zugekommen, er sei sehr froh über die Kooperation, diese habe „allen Spaß gemacht, aber auch viele Erkenntnisse beschert“. Er hoffe, dass man mit den studentischen Entwürfen die Diskussion über die Zukunft des Zeughauses anschieben könne.

„Zeughaus-Areal kann so nicht bleiben“

„Die Ergebnisse sind durch die Bank spannend“, meinte Sascha Pries, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums. Besucher der Interimsausstellung würden ständig fragen, was denn nun mit dem Zeughaus sei. „Das Interesse ist riesig.“ Die jetzige Situation am Zeughaus mit vielen schmuddeligen Ecken sei unhaltbar, „das kann man so nicht lassen“. Problematisch an einer Neugestaltung des Areals sei die Erschließung des langgestreckten, schmalen, von Straßen gesäumten Grundstücks. Zu klären sei etwa die Frage: „Wo ist der Eingang? Oder gibt es fünf?“

Der Entwurf von Sina Eschweiler sieht einen Neubau (v.) mit mehreren verdrehten Ebenen vor.

Kontrastreich: Der Entwurf von Sina Eschweiler sieht einen Neubau (v.) mit mehreren verdrehten Ebenen vor.

Die Studierenden haben darauf sehr unterschiedliche Antworten gefunden. Ins Auge fällt etwa der Entwurf von Jacob Eisenberg, der die beiden historischen Gebäude und einen kubischen Neubau durch einen „skulpturalen Erschließungsgang“ verbindet, der vor der Alten Wache wie ein Fremdkörper wirkt, aber interessante Blickbeziehungen zum Dom und zur römischen Stadtmauer eröffnet. Unter dem Motto „Geschichte überdacht“ hat Leo Kück die bestehenden Gebäude durch Brückenstrukturen verknüpft.

Sina Eschweiler ergänzt Zeughaus und Alte Wache mit einem kubischen Neubau mit mehreren verdrehten Ebenen, der den Fokus auf die Inszenierung des großen Stadtmodells aus dem Rathaus in seinem Inneren legt. Katharina Greshake gestaltet den Neubau als fragmentierte Kuben, die durch gläserne Fassaden mit der Römermauer verbunden werden. In vielen Entwürfen wird die Zeughausstraße für den Autoverkehr gesperrt und zum urbanen Raum umfunktioniert.

Öffnungszeiten: Eröffnet wird die Ausstellung am 26. März, 17 bis 21 Uhr. Danach ist sie bis 17. Mai jeweils an den Wochenenden (Samstag und Sonntag, 12 bis 16 Uhr) zu sehen. Am Osterwochenende (4. bis 6. April) ist sie geschlossen. Weitere Öffnungstage sind der 2. April und der 7. Mai (17 bis 21 Uhr). Eintritt frei.