„Dynamic Pricing“ an den Bühnen Köln: Ab der nächsten Spielzeit sollen bestimmte Preise ja nach Nachfrage errechnet werden.
Zukünftige PreispolitikBühnen Köln setzen auf „Dynamic Pricing“ ab neuer Spielzeit

Auch der Genuss einer Oper wie „Die Zauberflöte“ wird künftig teurer.
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Das kennt man: Ist die Wohnung renoviert, folgt gerne eine Erhöhung der Miete. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Bühnen der Stadt Köln nach der Wiedereröffnung die Preise für Karten erhöhen werden. Die Vorlage, über die im kommenden Bühnen-Ausschuss am Donnerstag beraten werden soll, listet ein fast unübersichtliches Sortiment an Preis-Kategorien (für verschiedene Plätze an unterschiedlichen Tagen) auf. Präsentiert werden aber auch die Möglichkeiten, die es gibt, um günstiger an Karten zu kommen.
Zuletzt seien die Karten- und Abopreise „mit Beginn der Spielzeit 2023/24 nach über 12 Jahren konstanter Preisgestaltung um durchschnittlich 11,5 Prozent angehoben worden“. Nun müsse man die im Juni 2023 vom Rat beschlossenen „Erlösziele“, die sich durch das actori-Gutachten ergeben, auch erreichen. Die Münchner Unternehmensberatung hatte seinerzeit verschiedene Modelle für die Zukunft der Bühnen Köln entwickelt.
Verschiedene „Cards“
Mehr oder minder moderat ist der Anstieg in der Oper. Dort kosten die teuersten Karten (für Premieren) bislang 140 Euro für die besten Plätze - ab September wird der Klassikfan hierfür 150 oder in besonderen Ausnahmefällen (Stichwort Weltstar) auch 170 Euro bezahlen müssen.
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Im Schauspiel seien, so die Vorlage, bislang Karten für bis zu 62 Euro erhältlich. Hier gehen die Preise bis auf 120 oder 128 Euro hoch.
Doch es geht auch günstiger: Junge Menschen bis zu 27 Jahren können für einen Euro eine „U27 Card“ erwerben. Dann zahlen sie „10 Euro für Einzelkarten in allen Sparten, auf ausgewählte Kontingente für spezielle Veranstaltungen“. Die „U 30 Card“ (für 29 Euro) gewährt 30 Prozent Rabatt.
Für alle Altersgruppen werden eine „Card 10“ (Kosten: 25 Euro,10 Prozent auf Einzelkarten) und eine „Card 20“ (Kosten: 49 Euro, Rabatt: 20 Prozent) angeboten. Und wer nicht allein ins Theater oder die Oper geht: Mit der kostenlosen „Card Plus“ bekommt man für vier Veranstaltungen 15 Prozent pro Ticket erlassen. Hinzu kommen natürlich wie bisher unterschiedliche Abonnement-Angebote.
Preise je nach Nachfrage
Ziel ist es dem Vernehmen nach, schon junge Menschen an die Bühnen zu binden und einen Weg zu finden, auch die Generationen zum Theater- oder Opernbesuch zu bewegen, die etwa durch die Gründung einer Familie seltener ausgeht.
Neu ist, dass die Bühnen ab der nächsten Spielzeit auf sogenannten „Dynamic Pricing“ setzen, also die Veränderung der Karten-Preise je nach Nachfrage.
So funktioniert es: Karten an der Grenze von zwei Preiskategorien werden zunächst gesperrt. Je nach Entwicklung des Vorverkaufs können sie der höheren oder der niedrigeren Kategorie zugeordnet werden. „Bei einer Auslastung von 70 Prozent werden die Preise um 10 Prozent angehoben“, bei einer Auslastung von 90 Prozent können es sogar 20 Prozent auf den Ursprungspreis sein.
Günstige Kategorien nicht betroffen
Genauso wird es aber auch andersherum sein: Bei geringerer Nachfrage geht es um 10 oder gar 20 Prozent nach unten. Nicht betroffen sind allerdings die beiden günstigsten Kategorien in den jeweiligen Häusern oder auch die Kinderoper.
Damit nicht plötzlich ganze Reihen leer bleiben, wird täglich aktuell über die Preise entschieden, angedacht ist auch eine Software. Was bei der Deutschen Bahn oder großen Popkonzerten (unschöner) Usus ist, verwundert bei einem Eigentrieb der Stadt Köln.
Die kulturpolitische Sprecherin der SPD, Maria Helmis-Arend, macht klar: „Wir wollen, dass Kultur in Köln für alle bezahlbar bleibt, auch wenn die Bühnen mehr Geld einnehmen müssen. Dass Karten bei geringer Nachfrage günstiger werden, unterstützen wir als SPD ausdrücklich. Gleichzeitig darf eine öffentliche Einrichtung nicht nur auf den größtmöglichen Profit schauen. Wir fordern daher, dass die flexiblen Preise nach oben begrenzt bleiben und höchstens 20 Prozent der Eintrittskarten betreffen.“

