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Kommentar

Der US-Präsident und der Iran
Trump sucht Ausweg aus dem Krieg

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2 min
DORAL, FLORIDA - MARCH 09: U.S. President Donald Trump speaks to the Republican Members Issues Conference at Trump National Doral Miami on March 9, 2026 in Doral, Florida. House Republicans are in Florida for their annual retreat as the war in Iran continues and gas prices rise nationally. Recently Rep. Kevin Kiley (R-CA) announced he was leaving the Republican party to become an Independent, further complicating the GOP's thin majority in the House.   Roberto Schmidt/Getty Images/AFP (Photo by ROBERTO SCHMIDT / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

US-Präsident Trump bei einer Konferenz republikanischer Abgeordneter am 9. März.

US-Präsident Donald Trump sieht große Erfolge im Iran-Krieg. Nur: Es gibt keine klaren Ziele, an denen der Erfolg zu messen wäre. Wie Trump jetzt seinen eigenen strategischen Fehler zu nutzen versucht.

Donald Trump lebt in jenen Zeiten, in denen das Wünschen noch geholfen hat. Iran habe keine Marine mehr, erklärt er, kurz bevor sein Generalstabschef Dan Caine mitteilt, man mache große Fortschritte bei der Zerstörung dieser Marine und nehme sich jetzt die Minenleger vor. Doch was interessiert das Trump, für den der Krieg gegen den Iran „so gut wie beendet“ ist oder „sehr bald“ beendet wird.

Indirekt ergibt sich aus Trumps Prahlerei eine gute Nachricht: Trotz schwerer Angriffe sucht der Präsident einen Ausweg aus dem von ihm begonnenen Krieg und hofft ihn zu finden, indem er vermeintliche Erfolge erklärt. Das kann er, weil er niemals klare Ziele seines Kriegs definiert hat, an denen die Ergebnisse zu messen wären.

So kann sich Trump herausreden und muss das tun, denn tatsächlich ist seine bisherige Kriegsbilanz miserabel: Zwar wurden iranische Funktionäre getötet, Waffen und Militäreinrichtungen zerstört. Das Regime ist aber intakt geblieben und hat mit Modschtaba Chamenei, dem Sohn des getöteten Revolutionsführers, einen neuen Spitzenmann installiert, der für einen besonders brutalen Kurs gegen die Demokratiebewegung steht. Wenn USA oder Israelis auch ihn töten sollten, wird es wieder einen Nachfolger geben. Zerstörte Fabriken lassen sich aufbauen, bei Rüstungsgütern hilft der Moskauer Pate Wladimir Putin gern.

USA haben Folgen ihres Angriffs nicht einkalkuliert

Die Folgen ihres Angriffs haben die USA offensichtlich nicht einkalkuliert: Der gestiegene Ölpreis bringt Trump innenpolitisch unter Druck, spielt aber dem Kriegsherrn im Kreml in die Karten. Das Potenzial iranischer Billigdrohnen, das im russisch-ukrainischen Krieg hinreichend gezeigt wurde, haben die USA übersehen. Befreundete Staaten werden getroffen, die internationale Luftfahrtwirtschaft geschädigt. Immerhin ist die trumpistische Herrschaft über die USA noch nicht so perfekt, dass der Präsident das alles ignorieren könnte – so wie es Freund Putin tut, der den Ukraine-Krieg ohne Rücksicht auf Verluste und Kosten weitertreibt.

Um Missverständnisse auszuschließen: Der US-israelische Angriff auf das iranische Mördersystem ist zwar völkerrechtswidrig, aber keineswegs mit Putins Überfall auf ein friedliches Nachbarland gleichzusetzen. Und: Würden die islamistischen Verbrecher an Irans Staatsspitze, ihre sadistischen Schergen im ganzen Land und ihre international operierenden Terrorbrigaden verschwinden, dann wäre die Welt ein besserer Ort. Nur ist das mit Trumps Methode nicht zu erreichen.