Donald Trump schießt gegen Friedrich Merz – und wirft ihm beim Iran-Konflikt gravierende Fehleinschätzungen vor.
Streit um Iran-KriegTrump attackiert Merz scharf – „er weiß nicht, wovon er redet“

Erst im März empfing US-Präsident Donald Trump (r.) Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus.
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US-Präsident Donald Trump teilt gegen Bundeskanzler Friedrich Merz aus – und erhebt dabei schwere Vorwürfe. Auf seiner Plattform Truth Social unterstellte Trump dem deutschen Regierungschef, dieser halte es für akzeptabel, dass der Iran über Atomwaffen verfügt. „Er weiß nicht, wovon er redet!“, schrieb Trump am Dienstag.
Ein nuklear bewaffneter Iran würde „die ganze Welt als Geisel“ nehmen, mahnte der Republikaner. Zugleich stellt er sich selbst als entschlossenen Akteur dar: Er tue aktuell, „was andere Nationen oder Präsidenten schon vor langer Zeit hätten tun sollen“.
Auch gegen Deutschland insgesamt teilt Trump aus. Es sei „kein Wunder“, dass das Land „wirtschaftlich und auch sonst so schlecht dasteht“.
Merz sah USA „gedemütigt“ durch Iran
Auslöser der Attacke sind offenbar jüngste Äußerungen von Merz zum Konflikt mit dem Iran. Der Kanzler hatte sich zuletzt deutlich kritischer gegenüber dem Vorgehen der USA und Israel gezeigt. Er sei inzwischen „desillusioniert“, sagte Merz – und stellte die Strategie der Verbündeten infrage.
Die ursprünglich angestrebte schnelle Lösung sei ausgeblieben. „Die Iraner sind offensichtlich stärker als gedacht“, erklärte Merz. Gleichzeitig hätten die USA in den Verhandlungen offenbar keine wirklich überzeugende Strategie. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.“
Für die Bundesregierung hat das Konsequenzen. Merz kündigte an, stärker auf eigene diplomatische Initiativen zu setzen. Europa wolle sich „mit um eine Lösung bemühen“ und dabei eigene Vorstellungen einbringen – auch wenn man sich weiterhin eng mit der amerikanischen Seite abstimme.
Wenige Stunden zuvor hatte Trump mit einer brisanten Behauptung für Aufsehen gesorgt. Auf seiner Plattform erklärte er, der Iran habe den USA mitgeteilt, sich in einem „Zustand des Zusammenbruchs“ zu befinden. Teheran dränge darauf, dass die Straße von Hormus „so schnell wie möglich“ wieder geöffnet werde. Gleichzeitig versuche das Land, seine „Führungssituation zu klären“, so Trump – Belege für diese Darstellung nannte er nicht.
Das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Donald Trump galt lange als gut. Zuletzt änderte sich der Ton: Merz kritisierte Washington öffentlich und bemängelte eine fehlende Exit-Strategie im Iran-Konflikt. Auch bei Kuba ging er auf Distanz und widersprach Trumps Drohungen klar. (mit dpa)
