Der große NRW-CheckWüst ist über Parteigrenzen hinweg beliebt

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Hendrik Wüst (l, CDU) Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Hendrik Wüst (l, CDU) Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Die schwarz-grüne Regierung und NRW-Ministerpräsident Wüst genießen laut Forsa großes Vertrauen der Wähler, während die SPD bei der Wählerschaft weitgehend unbekannt bleibt.

Eineinhalb Jahre vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen steigt die schwarz-grüne Landesregierung weiter in der Gunst der Wählerinnen und Wähler. Das geht aus dem NRW-Check, einer Umfrage des Forsa-Instituts für NRW-Regionalzeitungen, hervor. Mit 47 Prozent ist die Zufriedenheit in der Bevölkerung nach bald zweijähriger Regierungszeit deutlich größer geworden als noch im Juni 2023. Damals zeigten sich nur 38 Prozent mit der Arbeit von Schwarz-Grün zufrieden.

1502 Wahlberechtigte über 18 wurden befragt

Einer profitiert besonders: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist auf seinem bisherigen persönlichen Beliebtheits-Hoch angekommen. Derzeit sind 53 Prozent der Menschen in NRW mit seiner Arbeit zufrieden. Im Juni 2023 waren es noch 50 Prozent. Gestartet war Wüst im Dezember 2021 mit 30 Prozent.

Für den NRW-Check hat Forsa 1502 Wahlberechtigte über 18 Jahre aus NRW befragt. Auftraggeber der repräsentativen Erhebung sind 38 NRW-Tageszeitungen, darunter die Rundschau. Nicht nur der Ministerpräsident stärkt seine Position, sondern auch seine Partei legt zu: Inzwischen sind 41 Prozent der Menschen mit der Arbeit der Partei zufrieden, bei der Befragung im Juni 2023 waren es noch 37 Prozent. Dagegen können die Grünen von Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur weniger von der Verbesserung der Stimmung profitieren. Die Zufriedenheit der Wahlberechtigten mit ihrer Arbeit der Koalition hält sich stabil auf niedrigerem Niveau bei 29 Prozent. Im Juni 2023 hatten sich 27 Prozent entsprechend positiv geäußert.

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Ministerpräsident Wüst könne auch bei Wählerschichten punkten, bei denen CDU-Bundeschef Friedrich Merz große Probleme habe, sagte Forsa-Geschäftsführer Peter Matuschek der Rundschau: „Das gilt insbesondere für die Jüngeren, die Frauen und die Wahlberechtigten, die sich in der politischen Mitte positionieren.“

Würde der Düsseldorfer Landtag schon am Sonntag gewählt, könnte die CDU mit 37 Prozent rechnen. Bei der Landtagswahl 2022 waren die Christdemokraten auf ein Ergebnis von 35,7 Prozent gekommen. Die Union würde zudem ein deutlich besseres Ergebnis als bei einer Bundestagswahl erzielen (siehe Grafik). Bei der Europawahl würden 34 Prozent der NRW-Wahlberechtigten die CDU wählen, wenn bereits am Sonntag abgestimmt würde. 2019 war die CDU in NRW auf 27, Prozent gekommen. Die SPD käme auf 17 Prozent (Ergebnis 2019: 19,2 Prozent), die Grünen erhielten 17 (23,2) Prozent. Die AfD könnte zwölf (8,5) Prozent erwarten, die FDP vier (6,7) Prozent erwarten und die Linke zwei (4,2). Das neue Bündnis Sahra Wagenknecht käme bei einer Europawahl in NRW auf vier Prozent. Allerdings wussten nur 41 Prozent der Befragten, wann die Europawahl stattfindet – in Deutschland am 9. Juni.

Akteure der SPD sind weitgehend unbekannt

Alarmierende Zahlen liefert die Umfrage für die Sozialdemokraten. Jochen Ott, der im vergangenen Mai als neuer Fraktionschef angetreten war, scheint es bislang nicht gelungen zu sein, die größte Oppositionsfraktion im Landtag neu zu positionieren. Laut Umfrage können 89 Prozent der Wahlberechtigten und auch 73 Prozent der SPD-Anhänger keinen politischen Akteur der NRW-SPD benennen. Das neue Spitzenduo der Landes-SPD, Sarah Philipp und Achim Post, ist lediglich zwei Prozent der Wahlberechtigten bekannt. Nur ein Prozent kennt Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze, die sieben Jahre (2010–2017) lang NRW-Wissenschaftsministerin war. (EB)

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