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AC/DC-KonzertHöllisch laut und himmlisch gut

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Fans haben schon Stunden vor dem Konzert mit den "Vorbereitungen" begonnen. (Bild: Schmülgen)

Köln – „We salute you!" Es geht auf 23 Uhr zu, als Brian Johnson noch einmal „Feuer" brüllt. Aus den Kanonen, die auf dem Bühnendach in Stellung gebracht worden sind, werden die letzten Salutschüsse in den Kölner Nachthimmel geschossen. Dann ist die spektakulärste Rockshow, die jemals im Rheinenergie-Stadion stattgefunden hat, Geschichte. „Wir werden dir alles geben, was du brauchst", heißt es im letzten Song „For those about to rock". Und das haben sie: AC / DC setzten die Müngersdorfer Arena gestern Abend für gut zwei Stunden unter Strom. Himmlisch gut, höllisch laut. Rund 40 000 Fans feierten Hit an Hit - als sei es das letzte Mal gewesen, die Herren aus Australien live bei der Arbeit gesehen zu haben. Brian Johnson ist inzwischen 62. . .

„Ach, was. Der singt so lange, bis er gar keine Stimme mehr hat“, wiegelt Matthias (24) aus Trier ab. Er und sein Kumpel Tim (23) haben sich wie tausende andere Fans schon gegen 16 Uhr am Stadion eingefunden. AC / DC-Konzerte werden zelebriert: Die Bierbuden sind gut besucht, der Duft von Bratwürstchen liegt über den Vorwiesen. Matthias und Tim tragen Schuluniformen, Markenzeichen von Gitarrist Angus Young, der als junger Bursche von der Schule kam und sich ohne umzuziehen gleich die Gitarre umhängte. Das war 1973.

Frauen, Alkohol und Partys sind besungene Themen, mit denen sich anfangs Frontmann Bon Scott bestens auskennt. 1980 erstickt er in einem Auto an seinem Erbrochenen. Ein Jahr später erscheint mit Nachfolger Brian Johnson das Album „Back in Black“. Bis heute ist es das weltweit am meisten verkaufte Album einer Band.

AC / DC haben für Generationen den Soundtrack der Jugend geschrieben. Am Marathontor sitzt Horst (50) neben seiner Tochter Laura. Mit 15 hört man eigentlich andere Musik, oder? „Wieso? Ist doch total cool, was die machen!“

Einige Meter weiter zieht sich ein ergrauter Bartträger ein T-Shirt über: „Am achten Tag erschuf Gott AC / DC“, ist darauf zu lesen. Und: „Es war ein verdammt guter Tag.“

Das sehen viele Autofahrer anders. Sie fühlen sich auf der Aachener Straße ab etwa 16.30 Uhr wie auf dem „Highway to hell“: Da die Hauptanreisezeit in die Kölner Rush Hour fällt, staut sich der Verkehr, vor allem stadtauswärts. Zwar lassen die KVB Sonderbahnen fahren, doch zu viele Fans haben aufs Auto gesetzt.

Es ist noch nicht ganz dunkel, als gegen 21 Uhr eine Lokomotive auf die Bühne kracht und das Konzert mit einem Feuerwerk eröffnet wird: „Rock 'n' Roll Train“ - der Zug nimmt Fahrt auf. Viele Fans haben die spektakuläre Show schon bei der Hallentournee im März gesehen, als alle Deutschland-Konzerte innerhalb von zwölf Minuten ausverkauft waren. Überhaupt: Bei AC / DC wird man vor Überraschungen verschont. Hardrocker sind ein eher konservatives Völkchen. Es will Brian Johnson bei „Hells Bells“ unter einer riesigen Glocke baumeln sehen, die aufblasbare Puppe „Rosie“ bejubeln und Zeuge werden, wie sich Angus Young in Extase spielt. All das bekommen die 40 000: Bei „Let there be rock“ liegt der 1,57 Meter kleine Wirbelwind nur noch wild klampfend auf dem Rücken und wird auf einer Hebebühne in die Höhe gefahren. Das Stadion tobt. Zeit, zur Hölle zu fahren: „Highway to Hell“. Was folgt, sind die Salut-Böller. Hammerhart.