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Dechant Rüdiger Seifert ist tot„Ein charismatischer Prediger“

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BRÜHL – Der ehemalige Brühler Dechant Rüdiger Seifert ist tot. Er starb am vergangenen Samstag nach schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren. Die Exequien, an denen auch Weihbischof Manfred Melzer teilnehmen wird, werden am Donnerstag, 12. Mai, um 10.30 Uhr in St. Servatius in Kierberg gehalten. Die Beisetzung findet anschließend auf dem Nordfriedhof statt.

Geboren wurde Seifert am 11. September 1944 in Bad Gleisweiler. Nach seinem Abitur in Saarbrücken ging er als junger Mann als Entwicklungshelfer nach Vietnam. Er wurde 1974 zum Priester geweiht und war als Pater im Dominikanerkloster in Walberberg und später in Köln in der Lindenstraße. Im September 1978 begann er seinen Dienst im Erzbistum Köln als Jugendseelsorger im Dekanat Brühl und Subsidiar an St. Servatius in Kierberg, wo er bis September 2007 wirkte. Darüberhinaus war er von 1985 bis 2004 Religionslehrer am Max-Ernst-Gymnasium. „Er war ein sehr beliebter Lehrer“, berichtet Pfarrvikar Günther Liewerscheidt, ein langjähriger Weggefährte von Seifert.

In den Sommerferien sei der Dechant häufig in den nahen und fernen Osten gereist und habe im Auftrag des Auswärtigen Amtes Gespräche beispielsweise mit israelischen und thailändischen Regierungsvertretern geführt. „Seifert hat viele soziale Hilfsprojekte ins Leben gerufen“, erklärt Liewerscheidt. Unter anderem ist er Begründer und Initiator der Brühler Kambodschahilfe, die 2001 zur Gründung des Vereins „Vor Ort“ führte. Für die Kamboschda-Hilfe wurde bei den Dekanatsfesten Geld gesammelt.

„Soziale Missstände angeprangert“

„Seifert unterstützte auch ein Waisenhaus in Sri Lanka und Ureinwohner in Mittelamerika“, erzählt der Pfarrvikar. „Er hat auch seine Schüler im Gymnasium stets motiviert, ihren Zivildienst im Ausland zu machen“, erinnert sich Liewerscheidt. „Rüdiger Seifert war aber auch ein charismatischer Prediger. Er hat stets sozialpolitische Themen aufgegriffen und Missstände angeprangert“, sagt der Pfarrvikar. Von Januar 1992 bis Februar 2004 war Seifert als Dechant im Dekanat Brühl tätig. Zusätzlich wurde er im November 1992 zum Subsidiar an Maria Hilf in Heide und St. Matthäus in Vochem ernannt, wo er bis 2007 wirkte.

Seit 1994 war er auch als Subsidiar an St. Pantaleon in Pingsdorf, St. Pantaleon in Badorf, St. Severin in Schwadorf, St. Heinrich, St. Maria von den Engeln, St. Margareta und St. Stephanus in Brühl. Am 1. Oktober 2004 trat Seifert in den Ruhestand. „In den vergangenen Jahren litt er an Demenz und musste sich mehr und mehr zurückziehen“, so Liewerscheidt. (wki)