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HöhenretterEin Job für echte Kerle

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Höhenrettungs-Übung in Köln (Bild: Gauger)

Köln – „Anstrengend?“ Der Höhenretter nickt und beißt stumm in sein Salamibrötchen. Mehrere Stunden lang hatte sich der Spezialist für Rettung in luftiger Höhe vom Tower am Flughafen Köln / Bonn abgeseilt und mit seinen Kollegen den Extremfall geübt. 52 Meter an Seilen, mit Rettungswanne oder im Aufzug mit verletzten Personen immer wieder in die Tiefe, zurück auf sicheren Boden. Und danach wieder hoch auf den Tower - oft zu Fuß.

Die Männer der Höhenrettung sind echte Kerle - kein Job für Weicheier. Die trainierten Spezialisten klettern auf Strommasten, Schornsteine oder Brückengeländer. Immer wenn Menschen in luftiger Höhe in Gefahr sind und nicht mehr weiterwissen, klingelt bei den „Helden der Lüfte“ das Alarmtelefon. Damit die Männer im Notfall fit sind, wechselten die Retter die Feuerwache gegen den Tower. Mindestens 72 Stunden im Jahr muss trainiert werden.

Bei den Übungen wird stets ein Szenario skizziert. Gestern war es beispielsweise ein kollabierter Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung (DFS). Behutsam hoben die Höhenretter den Mann angeleint und mit Karabinerhaken gesichert in einer Rettungswanne über die Brüstung. „Es ist eine unserer schwierigsten Aufgaben“, sagt Einsatzleiter Ralf Schellander.

Die Retter müssten hochkonzentriert sein, beruhigend auf den Patienten einreden und einen persönlichen Kontakt zu ihm aufbauen. „Auf keinen Fall laut sein und den Verletzten in Panik versetzen“, beschreibt ein Kollege das Vorgehen. Die 24 Feuerwehrleute übten drei verschiedene Abseiltechniken: das direkte Abseilen von der Kanzel des Towers aus 52 Metern Höhe, eine Schrägabseilung zum Feuerwehrfahrzeug und das Abseilen im Aufzugsschacht des Gebäudes. Welche Variante die Retter wählen, wird immer am Einsatzort entschieden und hängt von dem Objekt ab, von dem die Person heruntergeholt werden muss. „Der Kontrollturm ist wegen seiner Höhe ein gutes Übungsobjekt“, schwärmt Schellander. Mit dabei waren Höhenretter der Flughafen-Feuerwehr sowie der Berufsfeuerwehren Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach. „Eine Art Völkerverständigung“, sagt Schellander schmunzelnd.

Besonders häufig wurden die Retter in der Vergangenheit zu übergewichtigen Personen gerufen, die es nicht mehr ohne Hilfe in die Klinik schafften. „Das hat zugenommen“, sagt Lars Drewes, der neue Chef der Flughafen-Feuerwehr. Bei diesen Einsätzen wird der Patient auf die Rettungswanne gelegt - sie kann Menschen bis 250 Kilo tragen.

Sehr beliebt sei bei Jugendlichen im Moment das Besteigen von Strommasten. „Sie fotografieren sich ganz oben, um das Bild ins Netz zu stellen, und trauen sich dann nicht mehr herunter“, weiß Schellander, der von einem regelrechten Boom, vor allem auf dem Land, spricht.