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Jörg Jakobs„Der FC ist ein schlummender Riese“

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Jörg Jakobs (Bild: imago)

KÖLN. Jörg Jakobs ist sich ganz genau darüber bewusst, worauf er sich eingelassen hat. Schließlich lebt der 41-jährige promovierte Sportwissenschaftler nach eigenem Bekunden "seit einer gefühlten Ewigkeit in der Kölner Südstadt" und kennt den FC deshalb nur allzu gut, auch wenn er zuletzt seit 2010 als Chefscout beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 tätig war. "Ich weiß natürlich, dass der FC in dieser Stadt omnipräsent ist und war in der vergangenen Saison des öfteren im Stadion", erklärte Jakobs gestern anlässlich seiner Vorstellung im Rheinenergie-Stadion als Leiter für Kaderplanung und Transfermanagement. Der gebürtige Trierer wird in einem Dreigestirn zusammen mit Frank Schaefer (Leiter Sport) und Cheftrainer Holger Stanislawski den großen Umbruch angehen.

"Es ist ein hoch emotionaler Club. Ich habe mir als Wahlkölner immer wieder ausgemalt, was im Stadion und in der Stadt los wäre, wenn dieser Verein dauerhaft Erfolg haben würde", fügte Jakobs hinzu. "Es ist mein Antrieb, dies zu erreichen. Wir müssen eine Mannschaft formen, die dauerhaft den Funken auf das Publikum überspringen lässt. Dieses Amt im Verein zu übernehmen, ist für mich eine Riesen-Herausforderung, denn der FC ist ein schlummernder Riese."

Insbesondere bei der Kader-Zusammenstellung für die neue Spielzeit in der 2. Bundesliga wartet eine Herkules-Aufgabe auf die Kölner, mit der Holger Stanislawski und Frank Schaefer in Absprache mit Jakobs längst begonnen haben. Der aufgeblähte Spielerkreis muss ausgedünnt werden. "Wir haben schon zielführende Gespräche mit den Spielern und deren Beratern geführt, die in unserem Konzept keine Rolle mehr spielen", verriet Stanislawski, ohne einzelne Namen nennen zu wollen. Der Trainer würde am liebsten mit einem überschaubaren Kreis von lediglich 22 Feldspielern das Training am 15. Juni aufnehmen. Doch dies sieht der 42-jährige Fußballlehrer selbst als unrealistisch an, zumal die Wechselfrist erst am 31. August endet. "Wir wollen mit einer gesunden Mischung aus vielen jungen aber auch einigen erfahrenen Spielern in die Saison gehen", kündigte Stanislawski gestern noch einmal an.

Was den Nachwuchs aus den eigenen Reihen betrifft, gab sich Frank Schaefer da schon konkreter. So werden neben Torhüter Timo Horn und Fabian Schnellhardt, die bereits in der vergangenen Spielzeit regelmäßig mit den Profis trainierten, aus der U 21 Kacper Przybylko, Lukas Kübler und Jonas Hector definitiv im neuen Kader stehen. Weitere Talente könnten aber noch folgen. "Dieses Modell hat mehr als eine Chance verdient und ist das richtige für den 1. FC Köln", sagte Schaefer. "Wir haben gemeinsam ein großes Ziel: ein neues Gesicht, ein neuer 1. FC Köln, eine Mannschaft zu haben, mit der sich alle identifizieren können."

"Das ist eine moderne Lösung, die wir in ein zukunftsträchtiges Konzept des 1. FC Köln investieren, indem wir nicht auf nur einen klassischen Sportdirektor setzen", hatte FC-Präsident Werner Spinner als einleitende Worte verkündet. "Jakobs und Schaefer arbeiten mit Stanislawski auf Augenhöhe. Es gibt eine klare Aufgabenverteilung. Entscheidungen werden, natürlich auch unter Einbeziehung der Geschäftsführung, im Konsens getroffen. Wir haben aus der jüngsten Vergangenheit gelernt", hofft Spinner mit seinem Vorstandsteam bei den Personalentscheidungen Lehren aus der gescheiterten Zusammenarbeit zwischen dem früheren Coach Stale Solbakken und Ex-Manager Volker Finke gezogen zu haben.