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„Kinder passen nicht ins Schema“

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„Der erste Auftritt auf einer Bühne vor tausend und mehr Menschen - das ist ein Erlebnis!“ Immer wieder hat Hans-Georg Paßmann das bei seinen Schützlingen, den „Pänz vun Gereon“, feststellen können, und das gilt natürlich auch für die vielen Kinder- und Jugendtanzgruppen im Kölner Karneval. Andererseits, stellt Paßmann bedauernd fest, gebe es viel zu wenig Auftrittsmöglichkeiten für den jecken Nachwuchs: „Ich kenne Tanzgruppen, die in der Session weniger als zehn Auftritte haben. Auf die Dauer kann man niemanden motivieren, dafür monatelang zu trainieren. Das ist wie bei einem Fußballer, der nur auf der Auswechselbank schmort und kaum eingesetzt wird.“

Mit den rund 30 Auftritten seiner „Pänz“ (zwischen 6 und 16 Jahren) steht Paßmann vergleichsweise noch gut da. „Aber wenn man will, dass Nachwuchs in den Karneval nachwächst, muss man ihm die Chance geben, sich darzustellen. Das gilt auch für die Musikgruppen, die man brauchen wird und vorher aufbauen muss, wenn es beispielsweise die Bläck Fööss und andere aus Altersgründen nicht mehr gibt.“

Die meisten Literaten aus den großen Karnevalsgesellschaften seien leider nicht bereit, Kinder ins Programm einzubauen. „Die großen vier Bands, Guido Cantz und Bernd Stelter - das ist für die eine gute Sitzung, und zwar nur das. Kinder passen nicht in das Schema rein.“ Damit kennt sich Paßmann nach 27 Jahren im Metier aus.

Wenn dann aber doch mal ganz junge Jecke aufgeboten würden, dann vor dem eigentlichen Sitzungsprogramm, und das auch noch häufig mit der Ankündigung durch den Präsidenten: „Das ist unsere Jugend - die schlägt keine Telefonzellen kaputt.“ Darüber kann sich Paßmann aufregen, denn das diskreditiere alle Jugendlichen, die nicht im Karneval oder Vereinen aktiv sind: „Telefonzellen kaputtschlagen - das ist asozial. Das trifft doch auf die Masse der Jugend gar nicht zu.“

Mit FK-Präsident Markus Ritterbach, der sich nachdrücklich für mehr Kinder und Jugendliche auf der Bühne einsetzt, hat Hans-Georg Paßmann bereits Gespräche geführt, wie das in der Praxis umgesetzt werden kann. Ein Arbeitskreis soll klären, was an Gruppen überhaupt da ist, wo sie auftreten können; der Arbeitskreis soll Know-how fördern (rechtliche Fragen, Versicherungsangelegenheiten, Erste Hilfe, Pressearbeit) und auf die Kooperation etwa bei Auftritten hinwirken: „Die Gruppen untereinander sind doch keine Gegner.“

Durchschnittlich fünfeinhalb Jahre bleiben die Jungs und Mädchen im Verein (der keine Beiträge erhebt). Richtige Nachwuchssorgen haben die „Pänz vun Gereon“ nicht. Zumal man jederzeit bei Passmann (Telefon 24 11 11) anrufen, im Bus mitfahren und sich alles angucken kann. Einschließlich des faszinierenden Bühnengeschehens vor vielen hundert Zuschauern.